Die ersten Wahltarife der Krankenkassen sind genehmigt

Wir geben ein Beispiel für jede Art der neuen Wahltarife. In die meisten der hier gezeigten Tarife können Versicherte bereits eintreten. Weitere Kassen haben die Genehmigung für neue Angebote bei den Aufsichtsbehörden beantragt.

Wahltarife

Selbstbehalt

Beitrags­rückerstattung

Rückerstattung / Selbstbehalt

Beitrags­rückerstattung für Teilnahme an Vorsorge

Arzneimittel der besonderen Therapie­richtungen

Kostenerstattung

Hausarzttarif

Chroniker­programme (DMP), vernetzte Versorgung

Beispiel für Anbieter

Techniker Krankenkasse

KKH

AOK Baden-Württemberg

Gmünder Ersatzkasse (GEK)

IKK Niedersachsen

Barmer Ersatzkasse (BEK)

Alle Kassen

Alle Kassen

Tarifname

TK-Tarif Selbstbehalt

Beitrags­rückzahlungstarif

AOK-Selbstbehalttarif

Smile-Konto

IKK OptiBalance 1

Barmer Tarif Kostenerstattung

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Wer kann teilnehmen?

Mitglieder. Der Tarif ist nach der Höhe des Einkommens gestaffelt. Einstieg ist bei einem Jahres­bruttoeinkommen von 7 200 Euro, es folgen 18 000 Euro, 30 000 Euro, 42 000 Euro und 54 000 Euro.

Mitglieder.

Mitglieder. Der Tarif ist in sieben Einkommensklassen aufgeteilt. Einstieg ist bei einem Jahres­bruttoeinkommen von 12 000 Euro, die höchste Stufe liegt bei mehr als 42 000 Euro.

Mitglieder und beitragsfrei Mitversicherte.

Alle Versicherten ab 12 Jahren können diesen Tarif wählen.

Mitglieder und beitragsfrei Mitversicherte.

Alle gesetzlich Versicherten ab 18 Jahre.

Chronisch Kranke: Diabetes, Brustkrebs, koronare Herzkrankheit, Asthma.

Dauer der Bindung?

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

1 Jahr

1 Jahr

Was muss der Versicherte tun?

Der Versicherte muss in einem Selbst­auskunftsbogen angeben, wie oft er in einem Jahr beim Arzt war und was ihm verschrieben wurde. Etwa ein Jahr später erhält die Kasse von der Kassenärztlichen Vereinigung die Daten des Versicherten ohne Diagnosen. Damit prüft die Kasse, ob die Angaben der Versicherten korrekt waren.

Um Beiträge zurückzubekommen, darf der Versicherte ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch nehmen. Ausnahmen sind Leistungen zur Vermeidung und Früherkennung von Krankheiten wie Schutzimpfungen oder Vorsorge­untersuchungen.

Der Versicherte verpflichtet sich, je nach Einkommen zwischen 80 und 120 Euro Selbstbehalt im Jahr zu tragen.

Versicherte nehmen an Vorsorge­untersuchungen wie der Krebsvorsorge oder Grippeimpfungen teil. Außerdem belegen sie Präventionskurse, zum Beispiel für gesunde Ernährung, Bewegung/Sport oder Stressbewältigung.

Versicherte sollen Vertragsärzte möglichst mit einer Zusatzausbildung in besonderen Therapierichtungen aufsuchen.

Der Versicherte erhält von Ärzten und für andere ambulante Behandlungen Privatrechnungen und begleicht sie. Die Rechnungen reicht er bei der Barmer ein.

Versicherte akzeptieren einen Hausarzt als Lotsen durch das Gesundheitssystem. Facharztbesuche gibt es nur auf dessen Überweisung. Ausnahmen: Augenärzte, Gynäkologen.

Versicherte müssen sich einschreiben. Sie verpflichten sich, an Vorsorge- und Früherkennungs­untersuchungen oder an Patientenschulungen teilzunehmen.

Was bekommt der Versicherte?

Beispiel: Ein Mitglied hat ein Jahres­bruttoeinkommen von 30 000 Euro. Er erhält 400 Euro Prämie, wenn er ein Jahr lang keine Medikamente oder Behandlungen vom Arzt verordnet bekommt. Vorsorge­untersuchungen sowie Arzt- und Zahnarztbesuche ohne weitere Verordnungen bleiben unberücksichtigt.

Wer also wegen einer schweren Erkältung zum Arzt geht und krank geschrieben wird, aber kein Rezept erhält, verliert seine Prämie nicht.

Der Versicherte erhält einen Monatsbeitrag (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) erstattet, wenn er selbst und seine volljährigen familienversicherten Angehörigen ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Bei einem Bruttogehalt von 3 000 Euro im Monat sind dies von der KKH 444 Euro.

Der Versicherte erhält pro Jahr einen Bonus je nach Einkommenshöhe zwischen 40 und 540 Euro. Er wird im Folgejahr ganz oder teilweise ausbezahlt.

Vorsorge­untersuchungen sind ohne Selbstbehalt. Auch Arzt- und Zahnarztbesuche ohne weitere Verordnungen bleiben unberücksichtigt.

Für die nachgewiesene Teilnahme an der Vorsorge und den Gesundheits­programmen gibt es Punkte. Die lassen sich in Sach- oder Geldprämien einlösen. Pro Jahr sind bis zu 250 Euro drin, für Familien mit Kindern bis zu 600 Euro. Für die Teilnahme an sogenannten Gesundheitswochen übernimmt die Kasse bis zu 150 Euro der Kosten.

Der Versicherte erhält für ärztlich verordnete homöopathische, anthroposophische oder pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) 80 Prozent der Kosten jeder Verordnung bis zu einem Gesamtbetrag von 200 Euro im Jahr.

Die Barmer erstattet dem Versicherten von der Rechnung den Betrag, den sie für den normal Versicherten aufwenden würde.

Manche Kassen erlassen Teilnehmern die Praxisgebühr (bis zu 40 Euro im Jahr) ganz oder teilweise.

Chance auf besser organisierte Behandlung. Neben der Arztbehandlung gehören dazu z. B. auch psychosoziale Betreuung für Frauen mit Brustkrebs oder Schulungen für Diabetiker.

Manche Kassen erlassen Teilnehmern die Praxisgebühr (bis zu 40 Euro im Jahr) ganz oder teilweise.

Kosten für den Versicherten?

Der Versicherte in diesem Beispiel muss Behandlungskosten bis zu einem Selbstbehalt von 580 Euro im Jahr selbst tragen. Diese Behandlungskosten werden mit der Gutschrift von 400 Euro verrechnet. Er kann also maximal 180 Euro verlieren.

Auf den Versicherten kommen keine Extrakosten zu.

Je Arztbesuch mit Arznei- oder Heilmittel­verordnung verringert sich der Bonus um ein Viertel des Bonusbetrags. Überschreiten die Arzt- oder Krankenhauskosten den Bonus, muss der Versicherte bis zur Höhe des Selbstbehalts draufzahlen.

Versicherte müssen einen Eigenanteil an den Kursgebühren zahlen.

Pro versicherte Person sind monatlich 12 Euro zusätzlich zum normalen Beitrag zu zahlen, also ein Extrajahresbeitrag von 144 Euro.

Für die privatärztliche Behandlung rechnen Ärzte nach der teureren privaten Gebührenordnung ab. Die Mehrkosten trägt der Versicherte alleine, ohne jährliche Obergrenze. Er kann eine private Zusatzversicherung dafür abschließen, doch die ist sehr teuer. Eine 40-jährige gesunde Frau zahlt beispielsweise über 100 Euro im Monat.

Keine.

Keine.

Mitversicherte Familienmitglieder

Arzt- und Verordnungskosten mitversicherter Familienmitglieder wirken sich nicht auf die Prämie aus.

Rückzahlung entfällt, wenn ein mitversichertes Familienmitglied ab 18 Jahren sich behandeln lässt. Kinder unter 18 zählen nicht mit.

Behandlungskosten mitversicherter Familienmitglieder gefährden die Rückzahlung nicht.

Behandlungskosten mitversicherter Familienmitglieder gefährden die Prämien nicht.

Der Tarif kostet für jedes Familienmitglied extra.

Tarif gilt für die ganze Familie. Auch für Behandlungen der Kinder entstehen also höhere Kosten.

Jedes erwachsene Familenmitglied kann sich für oder gegen den Hausarzttarif entscheiden.

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Für wen lohnend?

Lohnend für gesunde, gutverdienende Menschen, auch mit Familie.

Paare, bei denen jeder für sich krankenversichert ist, und Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren, außerdem Singles.

Versicherte, die selten zum Arzt gehen.

Lohnend für alle mit Interesse und Zeit für Präventionskurse.

Geeignet für Menschen, die gute Erfahrungen mit besonderen Therapierichtungen gemacht haben. Vor allem, wenn sie aufgrund von Vorerkrankungen keine private Zusatzversicherung bekommen.

Lohnt sich nur für die Ärzte, weil sie für die gleichen Leistungen mehr Geld bekommen. Versicherte können sich allenfalls Vorteile beim Service und der Terminvergabe beim Arzt erhoffen.

Lohnt sich für Menschen mit Vertrauen zu ihrem Hausarzt. Voraussetzung ist, dass der Hausarzt mit der gewählten Kasse zusammenarbeitet.

Interessant für alle, die an einer der oben genannten Krankheiten leiden.

Für wen ungeeignet?

Versicherte, die regelmäßig Untersuchungen oder Behandlungen brauchen, zum Beispiel Allergiker, chronisch Kranke, ältere Menschen.

Paare mit nur einem Einkommen. Familien mit volljährigen mitversicherten Kindern.

Versicherte, die regelmäßig Untersuchungen oder Behandlungen brauchen, zum Beispiel Allergiker, chronisch Kranke, ältere Menschen.

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Versicherte, die alternative Therapierichtungen ablehnen.

Menschen, die sich lieber vom Heilpraktiker als vom Arzt behandeln lassen.

Aufgrund des erheblichen Kostenrisikos ist allen Versicherten davon abzuraten.

Menschen, die häufig ihren Wohnort wechseln oder beruflich viel unterwegs sind.

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    Stand: 31. Mai 2007

    • 1 Die Kasse hat die Genehmigung für diesen Tarif beim Bundesversicherungsamt beantragt, aber noch nicht erhalten.