Der Chef des Finanzvermittlungsunternehmens Wagner Finanz in Kleve, Manfred Wagner, muss einem Tischler einen Schaden in Höhe von rund 530.000 Mark ersetzen. Weder Wagner noch seine Mitarbeiter hätten den Anleger vor Abschluss der von ihnen vermittelten Termin- und Währungstermingeschäfte in ausreichendem Maße aufgeklärt (Az. 3 O 244/00).

Der dem Urteil zugrunde liegende Fall sei typisch für die dubiosen Machenschaften deutscher Vermittler von Termingeschäften, erklärte der Münchener Rechtsanwalt Werner A. Meier. Zunächst wurde der Anleger am Telefon zu den angeblich hoch lukrativen Geschäften überredet. Dabei klärte ihn die Wagner Finanz weder über die großen Risiken auf, noch über die erheblichen Vermittlungsprovisionen, die sie für ihre Dienste kassiert. Vor allem verschwieg sie dem Anleger, dass ihre hohen Gebühren einen Gewinn bei den Termingeschäften so gut wie unmöglich machen. Der Argumentation Wagners, der Kunde sei durch den von der Wagner Finanz mit der Ausführung der Geschäfte beauftragten Broker, die Firma ED&F Man International Ltd., aufgeklärt worden, folgten die Richter nicht.

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