Mehr als nass: Alles Wasser?

Wässer Test

Wasser ist mehr als ein Getränk. Es ist Lebenselixier. Wir sagen, welche Wässer es gibt – und was sie können.

Was kann Wasser?

Wässer Test

Wasser ist Leben, der Ursprung der Existenz. Ohne Wasser können wir nicht überleben. Es ist Hauptbestandteil der Zellen und Flüssigkeiten im Körper. Wasser wird für Stoffwechselvorgänge gebraucht. Es regelt die Körpertemperatur – wer schwitzt, kühlt ab. Wer zu wenig trinkt, riskiert seine Leistungsfähigkeit.

Wie viele Mineralwässer?

Wässer Test

Mineralwasser ist das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. Pro Kopf werden rund 123 Liter Mineralwasser im Jahr getrunken, 1980 waren es erst 40 Liter. Immerhin: Es gibt hierzulande rund 600 Mineralwasser-Marken. Rekordverdächtig ist das Angebot des Berliner Hotels Adlon Kempinski: 42 Wässer aus 18 Ländern. Eins der exklusivsten kostet 62 Euro pro Flasche und stammt aus Japan. Wer ökologisch sinnvoll trinken will, findet auch ein gutes regionales Wasser.

Welches Wasser für Babys?

Wässer Test

Da das Immunsystem der Babys noch unvollkommen ist, muss bei der Ernährung besondere Vorsicht walten. Für Baby-Mineralwässer aus der Flasche oder dem Karton gibt es deshalb besondere Grenzwerte für bestimmte Stoffe, zum Beispiel für Natrium, Nitrat, Nitrit, Sulfat, Fluorid, Mangan, Arsen und Radium. Auch in puncto Mikrobiologie müssen die Wässer höheren Anforderungen gerecht werden. Völlig keimfrei sind sie dennoch nicht immer, sie müssen abgekocht werden. Auf dem Etikett erkennt man sie am Hinweis „Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“. In unserem Test entsprachen alle so gekennzeichneten Wässer den gesetzlichen Vorgaben.

Im Prinzip ist auch Leitungswasser für die Kleinen in Ordnung, muss aber ebenfalls abgekocht werden. Das zuständige Wasserwerk gibt Auskunft über die Qualität des heimischen Trinkwassers.

Heilwasser nur als Medizin?

Wässer Test

Heilwasser gilt in Deutschland als frei verkäufliches Arzneimittel und muss als solches zugelassen werden – kaufen kann man es aber auch in vielen Supermärkten. Die therapeutischen Eigenschaften müssen wissenschaftlich nachgewiesen sein. Stellt sich die Frage: Warum kann zum Beispiel Staatlich Fachingen aus derselben Quelle gleichzeitig ein Heilwasser und ein natürliches Mineralwasser anbieten? Während auf dem Arzneimittel Indikationen und Gegenanzeigen, zum Beispiel „Kann die Ausscheidung von Medikamenten beeinflussen“, deklariert sind, fehlen sie auf dem Mineralwasseretikett. Es darf als Lebensmittel keine gesundheitsbezogenen Angaben tragen. Warnhinweise sucht man vergeblich.

Mehr als Wasser für Sportler?

Wässer Test

Wer intensiv Sport treibt, schwitzt. Wer schwitzt, verliert Flüssigkeit. Der Verlust muss ausgeglichen werden. Bei körperlicher Belastung bis zu einer Stunde reicht Leitungswasser. Bei anstrengendem Training bis zu drei Stunden bieten sich Fruchtsaftschorlen an. Sie liefern sowohl Kohlenhydrate als auch Mineralstoffe. Wer mehr als drei Stunden am Tag trainiert und viel Schweiß verliert, braucht neben Flüssigkeit und Kohlenhydraten auch reichlich Mineralstoffe. Sportlergetränke sollten beispielsweise einen Natriumgehalt von 40 bis 110 Milligramm pro 100 Milliliter haben. In unserem Testhatte nur Staatlich Fachingen einen sehr hohen Natriumgehalt. Relativ hoch war der von Apollinaris Silence.

Warum wird Eisen entfernt?

Wässer Test

Das hat vor allem ästhetische Gründe. Eisen ist in fast allen Mineralwässern von Natur aus vorhanden. Bei Kontakt mit Sauerstoff aus der Luft flockt es aus und färbt das Wasser braun. Deshalb darf es entfernt werden, das Wasser ist „enteisent“. Mehr als 0,3 Milligramm pro Liter beeinträchtigen schon den Geschmack.

Was ist „levitiertes“ Wasser?

Wässer Test

Weil Wasser durch Gewinnung und Verarbeitung seine ursprüngliche „Lebendigkeit“ verloren haben soll, wird es in einem Gefäß von einem Rotor beschleunigt und in eine bestimmte Strömungslinie gebracht. So soll es „wiederbelebt“ werden. Dass die produzierten Schwingungen des Wassers die menschliche Gesundheit positiv beeinflussen, ist wissenschaftlich aber nicht belegt.

Das gilt auch für das als „lebendig“ ausgelobte Mondwasser Aqua Luna. Dem natürlichen Quellwasser werden vom Anbieter besondere physikalische Eigenschaften zugeschrieben und es soll sich deshalb für die Therapie von Migräne und Durchblutungsstörungen eignen. Hätte es erwiesenermaßen diese therapeutische Wirkung, müsste es als Arzneimittel zugelassen werden.

Was bietet Mondwasser?

Wässer Test

Die Kraft des Mondes: Seine Anziehung verursacht Ebbe und Flut. Doch ob sich bei Vollmond abgefülltes Wasser positiv auf die Gesundheit auswirkt, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Mondwasser wird laut Hersteller nur in bestimmten Mondphasen abgefüllt, zum Beispiel am Vollmond- und Neumondtag oder bei zunehmendem Mond. Auf den Etiketten wird meist zurückhaltend mit gesundheitsbezogenen Werbeaussagen umgegangen, anders wäre es auch nicht zulässig. Doch in begleitendem Werbematerial (Flyer, Internet, Studien) finden sich Wirk- und Heilversprechen, wie sie nur für Arzneimittel wie Heilwässer erlaubt sind. Zum Beispiel wird das von uns getestete Pineo Luna Llena bei akuten Problemen an Lymphe, Dickdarm, Herz, Gallenblase und Niere empfohlen. Es soll sich außerdem positiv auf das vegetative Nervensystem auswirken. Solche Aussagen sind für ein Lebensmittel verboten. Auch das Mineralwasser Lauretana wirbt mit seiner angeblich pharmakologischen Wirkung, die bei Stoffwechsel- und Verdauungskrankheiten Heilung verspricht.

Was bringt mehr Sauerstoff?

Sauerstoffangereichertes Wasser enthält etwas mehr Sauerstoff als normales Mineralwasser. Tierversuche haben gezeigt, dass der Sauerstoff auch vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden kann. Aber nur in unbedeutenden Mengen. Der Nutzen dieses Wassers ist wissenschaftlich nicht belegt, mögliche Nebenwirkungen sind nicht erforscht.

Wie lagert Wasser richtig?

Mineralwasser sollte kühl und vor Sonneneinstrahlung geschützt aufbewahrt werden. Zum Lagern eignen sich Glasflaschen besser. Aus PET-Flaschen kann Kohlensäure entweichen, Luft eindringen. Außerdem kann Acetaldehyd aus dem Kunststoff ins Wasser übergehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2599 Nutzer finden das hilfreich.