Wäschetrockner im Test

Trock­nerwissen – von Flusenfilter bis Wärmepumpe

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Wäschetrockner im Test - Preis und Leistung in trockenen Tüchern
Wäsche trocknen ganz einfach. Unser Trockner-FAQ bringt Sie auf den Stand der Technik. © Thinkstock / R. Klotz

Wärmepumpen machen Wäschetrockner spar­samer. Hier lesen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Anschaffung, Technik, Verbrauch und Pflege von Wäschetrock­nern.

Wäschetrockner im Test Testergebnisse für 88 Wäschetrockner

Inhalt

Wäschetrockner: Ihre Fragen, unsere Antworten

Was sagt mir das Energielabel auf der Maschine?

Mit A+++ gekenn­zeichnete Wäschetrockner brauchen am wenigsten Energie − rund ein Viertel weniger als A++-Modelle. Wer auf den Euro achtet: Die getesteten A++-Geräte sind in den meisten Fällen billiger als Geräte mit einem Plus mehr. Doch ihr höherer Strom­verbrauch kann sie auf zehn Jahre Betrieb gerechnet teurer machen als markengleiche Modelle aus der höchsten Energies­park­lasse − vor allem, wenn der Strom­preis schnell steigt.

Ökologisch ist die Rechnung noch eindeutiger. Fachleute kalkulieren: Würden ein Jahr lang sämtliche Kunden A+++-Modelle statt A++-Trockner kaufen, brächte das jähr­lich grob über­schlagen eine Ersparnis von etwa 16 Gigawatt­stunden Strom – das ist so viel, wie eine Klein­stadt mit etwa 10 000 Einwohnern im Jahr verbraucht. Fürs Klima rentieren sich die Mehr­ausgaben für spar­same Trockner also durch­aus.

Tipp: Test­ergeb­nisse zu 88 Wäschetrocknern zeigt unser Trockner-Test.

Warum gibt es für Wäschetrockner noch Energielabel mit A+++, für Wasch­maschinen aber nicht mehr?

Die Europäische Kommis­sion arbeitet an einem neuen Energielabel für Wäschetrockner. Wie bei Waschmaschinen oder Geschirrspülern soll die Skala dann von A bis G reichen, Klassen wie A++ und A+++ werden abge­schafft. Ein Gerät in der heutigen Klasse A+++ wird dann nicht auto­matisch zu A, sondern auf dem neuen Label wahr­scheinlich tiefer abrutschen. Das soll die Hersteller moti­vieren, noch spar­samere Wäschetrockner zu bauen. Mit der Einführung des neuen Energielabels für Wäschetrockner rechnen wir nicht vor 2024.

Ist es immer spar­samer, die Wäsche auf der Leine trocknen zu lassen?

Nicht unbe­dingt. Im Sommer an der frischen Luft ist die Wäscheleine die beste Variante: Das Trocknen im Freien kostet nichts und schont die Umwelt. Im Winter aber geht die Rechnung oft nicht auf. Steht der Wäsche­ständer in der beheizten Wohnung, sinkt durch das Trocknen die Raum­temperatur, sodass die Heizung stärker gefordert ist. Außerdem muss man dann häufiger lüften, um die Feuchtig­keit aus dem Raum zu bekommen. Sonst droht Schimmel. Das kostet insgesamt so viel Energie, dass ein moderner Wäschetrockner spar­samer sein kann.

Kann ich die Wäsche auch im Winter an der frischen Luft trocknen?

Ja, sogar bei Minusgraden geht das. Die Feuchtig­keit in der Wäsche gefriert erst und geht anschließend in den gasförmigen Zustand über. Der Nachteil dabei: Durch den Frost ist die Wäsche steif und nicht so fluffig wie aus dem Trockner. Am besten trocknen viel Wind und trockene Luft die Wäsche.

Erhöht ein Trockner die Gefahr, dass es im Aufstell­raum schimmelt?

Gute Wärmepumpentrockner geben so wenig Feuchtig­keit in den Raum ab, dass dies kaum Einfluss auf Schimmel­bildung hat. Trotzdem sollten Sie Bad oder Wasch­küche häufig lüften, vor allem wenn dieser Raum klein ist. Am besten jeden Tag Stoß­lüften bei weit geöff­netem Fenster.

Muss ich die Flusenfilter und Flusensiebe tatsäch­lich so oft reinigen?

Ja. Waschen Sie die Flusen- und Wärmepumpensiebe am besten nach jedem Trockengang aus. Anhaftende Flusenreste entfernen sie am besten durch Absaugen mit dem Staubsauger. Werden die Filter nicht regel­mäßig gereinigt, können sich Trocken­zeit und Energieverbrauch mit der Zeit erheblich verlängern und die Geräte Schaden nehmen.

Einige Trockner haben selbst­reinigende Wärmetauscher. Doch einen Arbeits­gang können auch diese ihren Nutze­rinnen und Nutzern nicht abnehmen: Das Flusensieb im Bereich der Tür muss nach jedem Durch­lauf von Hand gesäubert werden.

Wird die Wäsche im Wäschetrockner auch ohne Weich­spüler weich?

Wenn Sie Ihre Wäsche im Trockner trocknen, können Sie oft auf den Einsatz von Weichspüler verzichten. Im Vergleich zum Aufhängen auf der Leine bietet der Trockner den Vorteil, dass die Wäsche in der Trommel permanent in Bewegung ist und dabei gleich­zeitig von warmer Luft durch- und umströmt wird.

Je nach Material und Verarbeitung gelangt Luft zwischen die Fasern, sodass die Textilien flauschig werden. Auf der Leine geschieht dies primär in einer Richtung, je nachdem, wie der Wind gerade weht. Im Trockner hingegen erfolgt die Durch­strömung ständig aus einer anderen Richtung, was das Einlagern von Luft erleichtert.

Auch die Reibungs­vorgänge der Wäsche­stücke unter­einander tragen dazu bei, dass die Wäsche weich wird. Allerdings tritt dieser Effekt nicht bei allen Textilien gleich auf.

Wie trockne ich mit Daunen gefüllte Textilien am besten im Trockner?

Mit Daunen gefüllte Textilien wie Jacken, Mäntel oder Kissen sollten immer im Trockner getrocknet werden, da die Federn beim Trocknen auf der Leine leicht verkleben. Wichtig ist, den Textilien genug Platz in der Trommel zu lassen, damit sie Bewegung haben. Die Trommel sollte also nicht prall gefüllt sein.

Geben Sie außerdem drei, vier Tennis­bälle dazu. Da die einzelnen Daunen sehr leicht sind, lösen sie sich ohne äußere Einwirkung nur sehr schwer wieder aus einem Klumpen. Die Tennis­bälle sorgen für eine entsprechende mecha­nische Einwirkung von außen.

Wie funk­tioniert ein Trockner mit Wärmepumpe?

Wärmepumpentrockner arbeiten sehr effizient, da sie einiges an Wärme mithilfe eines Kälte­mittel­kreis­laufs im Gerät halten, unsere Grafik zeigt, wie das funk­tioniert:

Warme Luft strömt durch die Trommel mit der nassen Wäsche Ziffer-1-t202109054sb10.png und nimmt Feuchtig­keit auf. Die feucht-warme Luft wird in den Verdampfer der Wärmepumpe Ziffer-2-t202109054sb10.png geleitet. Dort nimmt ein Kälte­mittel Wärme aus der Luft auf. Weil die Luft sich abkühlt, kondensiert enthaltener Wasser­dampf. Das Wasser wird aufgefangen. In einem Kompressor Ziffer-3-t202109054sb10.png wird das Kälte­mittel verdichtet. Es heizt sich dadurch weiter auf und gelangt in den Verflüssiger der Wärmepumpe Ziffer-4-t202109054sb10.png. Hier gibt das Kälte­mittel Wärme an die nun entfeuchtete Luft ab und kühlt ab. Die erhitzte Luft wird darauf­hin wieder in die Trommel geleitet – wo der Kreis­lauf von vorn beginnt. Das abge­kühlte Kälte­mittel gelangt über ein Ventil Ziffer-5-t202109054sb10.png in den Verdampfer und dehnt sich aus.

Wäschetrockner im Test - Preis und Leistung in trockenen Tüchern
© Axel Kock

Wärmepumpentrockner arbeiten mit Kälte­mittel. Warum kann das klima­schädlich sein?

Für den geringen Energieverbrauch sorgt die Wärmepumpe. Die benötigt für ihren Betrieb aber Kälte­mittel. Dabei handelt es sich teil­weise um Tetrafluorethan (R134a). Dieser Fluorkohlen­wasser­stoff ist ein starkes Treib­hausgas. Sein Treib­haus­potenzial beträgt 1 430, das bedeutet, im Lauf von 100 Jahren wärmt Tetrafluorethan die Erde 1 430 Mal so stark auf wie die gleiche Menge Kohlen­dioxid.

Solange dieses Kälte­mittel nicht in die Umwelt gelangt, ist es unpro­blematisch – weiter unten finden Sie Informationen zur richtigen und einfachen Entsorgung von alten Trock­nern. Eine für die Umwelt nicht so schädliche Alternative ist Propan als Kälte­mittel. Dessen Treib­haus­potenzial liegt bei 3. Die Hersteller der seit 2020 von uns getesteten Trockner setzen über­wiegend dieses Gas ein, vielen auch als Bestand­teil von Campinggas bekannt.

Ist Propangas nicht gefähr­lich?

Trockner mit Propan als Kälte­mittel enthalten maximal 150 Gramm des Gases. Das ist so wenig, dass kein gefähr­liches Gas-Luft-Gemisch entsteht, wenn das Gas entweichen sollte. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, sollte eine Mindest­größe für den Aufstell­raum haben. BSH Hausgeräte etwa empfiehlt einen Kubik­meter pro 8 Gramm Propan. Das erfordert 19 Kubik­meter Raumgröße, was etwas mehr als 2 mal 3 mal 3 Metern entspricht. Die Angaben finden sich in der Gebrauchs­anleitung und auf dem Typenschild.

Wie kann ich Trockner umwelt­gerecht und einfach entsorgen?

Entweicht das Kälte­mittel Tetrafluorethan bei der Verschrottung unkontrolliert, ist es extrem klima­schädlich. Daher ist es wichtig, kaputte oder ausgediente Trockner korrekt zu entsorgen.

Kommunale Sammelstellen wie Recycling­höfe nehmen grund­sätzlich kostenfrei Elektroschrott an. Allerdings muss nicht jeder Recycling­hof alle Arten von Elektrogeräten akzeptieren. Es ist also sinn­voll, sich vorher zu erkundigen.

Wenn Sie einen neuen Trockner bei einem Händler mit einer Verkaufs­fläche für Elektrogeräte ab 400 Quadrat­meter kaufen, muss dieser Händler ein Altgerät annehmen und richtig entsorgen. Das Gleiche gilt für Onlineshops mit einer Versand- oder Lagerfläche von mindestens 400 Quadrat­metern. Allerdings dürfen die Online-Händler auch private Abgabe­partner vor Ort nennen.

Tipp: Erkundigen Sie sich vorher, ob der Onlineshop, bei dem Sie einen Trockner kaufen wollen, das alte Gerät kostenlos bei Ihnen abholt und entsorgt.

Wäschetrockner im Test Testergebnisse für 88 Wäschetrockner

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

AllDayPiano am 20.09.2022 um 20:20 Uhr
Und welche lassen sich extern einschalten?

Im Heft wird von Balkonkraftwerken gesprochen, und dass es nur dann sinnvoll ist, wenn man den Strom auch verbrauchen kann. Soweit, so klar.
Allerdings wäre dann auch gut, wenn bei weißer Ware getestet wird, ob sie bei einem Schalten in der Zuleitung (Zeitschaltuhr, Funksteckdose, WLAN-Steckdose) ihr Programm fortsetzen (wie unsere alte Miele), oder eben ein erneutes Drücken auf "Start" verlangen (wie unser Gorenje).

Merrill am 20.09.2022 um 14:28 Uhr
Wäscheschleuder als Energiespartipp

Leider erwähnen Sie wieder einmal nicht die Möglichkeit, vor Nutzung eines Wäschetrockners die Wäsche zusätzlich oder alternativ mit einer Wäscheschleuder zu trocknen.
Diese schleudern i.d.R. mit 2.800 bis 3.600 Umdrehungen/min und reduzieren kostengünstig, schnell und energiesparend die Restfeuchtigkeit deutlich.

Inis2105 am 31.08.2022 um 17:38 Uhr
Energie sparen durch Teil-Trocknen

Wir trocknen unsere Wäsche grundsätzlich nur 10 Minuten und hängen sie dann auf die Leine. Dadurch wird sie schön aufgelockert, aber der Stromverbrauch hält sich sehr in Grenzen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.04.2022 um 09:44 Uhr
Flusensiebe

@wernboeh: Es gibt generell immer mal wieder Flusensiebe, die in der Tat etwas schlecht sitzen. Bei solchen Geräten musss man sehr aufpassen, dass man das Flusensieb wirklich richtig einsetzt, damit es korrekt sitzt. Auch wenn es vereinzelt Geräte gibt, bei denen Dichtungen vorhanden sind, würden wir erst mal nicht davon ausgehen, dass der Anbieter eine Dichtung vergessen hat. Das wäre sehr ungewöhnlich. Sollte das in diesem Fall aber so sein, sollte doch der Kundenservice helfen können.
Wir gehen davon aus, dass es sich bei dem von Ihnen besagten Gerät um einen Trockner mit zwei Filterstufen handelt: Nach dem Flusensieb im Türausschnitt folgt noch ein Filterschwamm vor den Kondensatorlamellen. Das Flusensieb im Türausschnitt dient zunächst der Grobfilterung. Die feineren Flusen, die dort noch nicht „gefangen“ werden, bleiben dann im Filterschwamm hängen. Sollte also die erste Filterstufe durch einen schlechten Sitz des Siebes nicht richtig funktionieren, sollte bei diesem Gerät immer noch die zweite Stufe wirksam sein.
Vom Einbau eines selbstgebauten Flusensiebes raten wir ab. Die Filter sind auf das jeweilige Trocknermodell abgestimmt, so dass einerseits eine ausreichende Filterwirkung vorhanden ist, andererseits aber auch der Volumenstrom der Luft ausreichend groß ist. Zu grob- oder feinmaschige Filter können hier zu Problemen bzw. einer Beschädigung des Trockners führen.
Für zukünftige Tests werden wir dennoch ein stärkeres Augenmerk auf einen guten Sitz des Flusensiebes legen und dies in der Bewertung auch entsprechend berücksichtigen. Haben Sie daher vielen Dank für Ihren Hinweis.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.04.2022 um 14:23 Uhr
Typenbezeichnung

@dr.daniele: Leider ist das Erkennen, ob es sich bei einer Geräte-Bezeichnung um ein Nachfolgemodell handelt, nicht einfach. Einen direkten Tipp zur Systematik der Bezeichnungen können wir Ihnen leider nicht geben.
Hier ist das Nachfragen bei der Kundenhotline des Herstellers oft hilfreich.