Wäschetrockner Test

Es hat sich herumgesprochen, dass Wärmepumpentrockner Strom sparen. Jetzt steigt die Nachfrage und das An­gebot wächst. Wir haben die neuen Modelle getestet.

Die Erfolgsgeschichte der Wärmepumpentrockner begann vor ein paar Jahren. So überzeugten in unserem letzten Wäschetrocknertest (test 10/06) die beiden einzigen Modelle mit Wärmepumpentechnik auf ganzer Linie. Damals waren die Geräte von AEG-Electrolux und Blomberg beim Trocknen spitze und sie verbrauchten rund 40 Prozent weniger Strom als die herkömmlichen Kondensationstrockner. Heute setzt sich die Erfolgsgeschichte fort. Denn die neuen Geräte funktionieren noch besser und werden immer sparsamer.

Besser mit Wärmepumpe

Wäschetrockner Test

Der Kondensationstrockner mit Wärmetauscher pustet erwärmte Kühlluft in den Raum (linke Grafik). Beim Gerät mit Wärmepumpe bleibt ein Großteil der Energie für den Trocknungsprozess erhalten (rechte Grafik).

Auch bei anderen Markenfirmen wie Miele, Bosch, Siemens und dem Versandhaus Quelle ist die Wärmepumpentechnik inzwischen angekommen. Immer mehr Kunden erwärmen sich nämlich für die sparsamere Brise aus der Steckdose. Eine kluge Entscheidung, denn die Qualität der neuen Technik stimmt, wie diese Untersuchung bestätigt. Alle sieben Wäschetrockner mit Wärmepumpe schneiden „gut“ ab und sind somit besser als die herkömmlichen Kondensationstrockner mit ihrem deutlich höheren Stromverbrauch. Für sie heißt es deshalb nur „befriedigend“.

Zwischen 825 und etwa 1 230 Euro müssen Käufer für die sparsame Technik investieren. Auf den ersten Blick mögen diese hohen Anschaffungskosten abschrecken. Doch langfristig zahlt sich der höhere Preis aus. Denn die Geräte mit Wärmepumpe im Test brauchen nur noch bis zu etwa der Hälfte Energie gegenüber den klassischen Modellen. Trocknet eine Familie beispielsweise einen Berg von 580 Kilogramm Wäsche im Jahr, kostet das mit einem Wärmepumpentrockner durchschnittlich rund 30 Euro Betriebskosten, mit einem herkömmlichen Kondensationstrockner etwa 60 Euro, das Doppelte. Eine Ladung im stromzehrenden Programm „Baumwolle schranktrocken“ schlägt bei ihm im Schnitt mit 81 Cent statt 44 Cent zu Buche.

Mehrere Hundert Euro sparen

Verrichtet der Wärmepumpentrockner zehn Jahre lang brav seine Dienste, entlastet das die Haushaltskasse um einige Hundert Euro. So macht der Kunde den Aufschlag beim Kauf größtenteils wieder wett. Vergleicht er einen teuren Kondensationstrockner mit einem billigen „guten“ Wärme­pumpenge­rät, sieht die Rechnung sogar günstiger aus. Kaufpreis plus Betriebskosten für zehn Jahre addieren sich beim herkömmlichen Trockner T 8823 C von Miele auf zirka 1 500 Euro; beim preisgünstigsten Trockner mit Wärmepumpe TKF 7350 von Blomberg zahlt er rund 350 Euro weniger. Auch wem das Beste gerade gut genug ist, der hat mit der Wärmepumpentechnik noch die Nase vorn. Spitzenreiter Bosch WTW 86560 und das baugleiche Siemens-Modell sind zwar über den Daumen 100 Euro teurer als der beste Kondensationstrockner, verursachen aber rund 300 Euro weniger Betriebskosten. Selbst bei diesem Vergleich bleiben also noch 200 Euro auf der Plusseite. Ganz klar: Wenn schon Wäschetrockner, dann einer mit Wärmepumpe.

Zum Nulltarif trocknet die Wäsche nur an der frischen Luft. Wer weder die Natur noch einen Dachboden oder Heizungsraum zur Verfügung hat, der liebäugelt schnell mit einem elektrischen Wäschetrockner. Gerade Familien mit Kindern wissen den Trockenwind aus der Steckdose zu schätzen. Handtücher werden schön flauschig und T-Shirts angenehm weich, umweltbelastender Weichspüler ist überflüssig.

Wäschetrockner Test

Die Flusensiebe in Tür und Trommelöffnung müssen jedes Mal von Flusen befreit werden.

Praktischer als ein Ablufttrockner, dessen feuchtwarme Ausdünstungen ins Freie geleitet werden müssen, sind Kondensationstrockner wie die im Test. Für sie reicht eine Steckdose. Die entzogene Feuchtigkeit – je nach Restfeuchte der geschleuderten Wäsche und dem gewünschten Trockengrad bis zu etwa drei Liter pro Ladung – kondensiert und sammelt sich in einem Behälter, den man nach jedem Trocknen entleeren muss. Oder das Kondensat rinnt über einen Schlauch direkt in den Abfluss.

Auch das Flusensieb, meist in der Tür angebracht, braucht jedes Mal die reinigende Hand. Kompliziert ist das nicht, nur etwas umständlich, wenn sich das Sieb hinter einer nur von unten zu öffnenden Klappe versteckt wie beim Gorenje-Trockner. Die Wärmetauscher der konventionellen Geräte sind unten am Sockel angebracht. Um da heranzukommen, muss man in die Hocke gehen. Zudem sind die Filter manchmal gleich durch mehrere Klappen abgeschirmt, was das Säubern unnötig erschwert (Gorenje) – erst recht, wenn zum Öffnen ein mitgeliefertes Plastikteil erforderlich ist (Miele T 8823 C).

Pflege brauchen auch die Filter, die die Wärmepumpe vor Schmutz und Flusen schützen. Eine Anzeige signalisiert, wann das Reinigen fällig ist – wie oft, ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Im Verflusungstest mit je 40 Ladungen (etwa 1 000 Frotteehandtücher) musste der Filter vom Miele-­Gerät T 8626 WP zum Beispiel nur ein einziges Mal gereinigt werden, diejenigen von AEG-Electrolux und Quelle nach jedem fünften Trocknen. Dafür war das Säubern bei Miele sehr aufwendig. All das ersparen sich Käufer des Bosch-Wärmepumpentrockners. Der putzt sich von allein mit einem Teil des Kondenswassers. Nach dem Test war von Flusen nichts zu sehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1418 Nutzer finden das hilfreich.