Wäschetrockner Test

Wäschetrockner ersparen mühsames Auf- und Abhängen der Wäsche, machen sie auch ohne Weichspüler flauschig und selbst bei Regenwetter schnell trocken. Doch welche Geräte sind die besten? Und was kostet dieser Komfort?

Stromfresser nennen umweltbe­wusste Verbraucher die elektrisch beheizten Trockner. Viel besser sei es, Wäsche an der frischen Luft in der Sonne zu trocknen. Nun hat aber längst nicht jeder ein Haus mit Garten, in dem er seine Wäsche aufhängen kann. Und bei ausgedehnten Regenperioden hilft der auch nicht weiter. In engen Stadtwohnungen aber wird das Wäschetrocknen schnell zum Problem, wenn der aufgeklappte Wäscheständer im Wohnzimmer im Wege steht oder Wäscheleinen über der Badewanne den Zugang zur Dusche versperren. Besonders Mehrperso­nenhaushalte wissen den unauffälligen Komfort elektrischer Wäschetrockner zu schätzen. Doch welcher ist der beste?

Wir haben ein Dutzend Geräte getestet – entsprechend ihrer Marktbedeutung überwiegend feuchtegesteuerte Kondensationstrockner, ergänzend zwei Ablufttrockner, die ebenfalls feuchtegesteuert sind, und ein preiswertes zeitgesteuertes Abluftmodell.

Das wichtigste Qualitätsmerkmal eines elektrischen Wäschetrockners besteht darin, dass er den gesamten Wäscheposten gleichmäßig trocknet und bei Erreichen der vorgewählten Endrestfeuchte rechtzeitig abschaltet. Bei den feuchtegesteuerten Modellen wird sie durch elek­tronische Fühler ermittelt.

Mit unterschiedlicher Beladung überprüften wir jeweils die Programme für Baumwolle schranktrocken und bügelfeucht sowie für pflegeleichte Wäsche. Ihr bestes Ergebnis zeigten die meisten Wäschetrockner bei den Programmen Baumwolle schranktrocken (mit voller Beladung) und pflegeleicht.

Das Programm Bügelfeuchte Wäsche bekamen nur der Miele T 273 C und der AEG Lavatherm 57760 „gut“ hin.

Bei den Ablufttrocknern liegt der leisere und besser zu bedienende Miele Novotronic T 263 (Note 2,4) nur mit knappem Vorsprung vor dem Whirlpool AWZ 2412 (Note 2,5). Der hat dafür einen anderen wesentlichen Vorteil: Er kostet fast zwei Drittel weniger als das Miele-Gerät.

Einige brauchen halb so lange

Wäschetrockner Test

Nicht optimal: Beim Säubern des Hoover-Flusensiebs sind die Stege und Noppen im Wege.

Im Prüfpunkt „Trocknen“ haben wir auch die Programmdauer mitbewertet. Am längsten liefen Quelle (schranktrocken, 126, bügelfeucht 105 Minuten) und Otto Hanseatic (pflegeleicht, 61 Minuten). Die Ablufttrockner brauchen kaum mehr als die Hälfte der Zeit: Whirlpool (schranktrocken, 78 Minuten) und Miele Novotronic T 263 (pflegeleicht, 33 Minuten).

Die gemessenen Zeiten beziehen sich auf einen 16-Ampere-Anschluss. Bei den Siemens- und Bosch-Geräten kann auf eine niedrigere Anschlussleistung umgeschaltet werden, sodass eine 10-Ampere-Absicherung ausreicht. Dabei verlängern sich freilich die Trockenzeiten.

Über 500 Euro Stromkosten

Wäschetrockner Test

Auf die Knie: Der Wassertank des Otto Hanseatic befindet sich nah am Boden und lässt sich schlecht herausziehen.

Umweltbewusste Verbraucher achten beim Kauf von Kühl-, Spül- oder Waschgeräten zunehmend auf den Energieverbrauch, sprich die Energielabel. Die Händler versehen die im Laden ausgestellten Geräte mit diesen Aufklebern, damit der Kunde auf den ersten Blick die Geräte der Klasse A mit den günstigsten Verbrauchswerten erkennt. Die geprüften Wäschetrockner haben jedoch nur Klasse C zu bieten. Im Laufe von zehn Jahren verursachen sie in einem Durchschnittshaushalt mit vier Personen Stromkosten zwischen 500 und 600 Euro.

Um den Stromverbrauch von elektrischen Wäschetrocknern signifikant zu senken, müssten neue Technologien eingeführt werden. Erste Modelle, die den Energieverbrauch durch eine eingebaute Wärmepumpe glatt halbieren, konnten sich wegen des hohen Preises bisher noch nicht am Markt durchsetzen.

Einfacher zu realisieren wären Sparmaßnahmen durch eine geänderte Programmsteuerung: Mehr Luft, weniger Heizung lautet das Rezept, das jedoch mit einer dramatischen Verlängerung der Laufzeit einherginge. Bei mehreren Stunden Programmdauer würde wegfallen, was der Verbraucher so schätzt: Die Wäsche schnell wieder zur Verfügung zu haben. Schnell und sparsam arbeiten auch gasbeheizte Wäschetrockner. Diese sind aber recht teuer und setzen die erforderliche Gasinstallation voraus.

Wo bleibt das Wasser?

Wäschetrockner Test

Hier stimmt die Höhe: Aber der Schieber zum Ausgießen des Wassers ist beim AEG Lavatherm schwergängig.

Die aus der Wäsche entzogene feuchte Luft entweicht bei den Ablufttrocknern durch einen Schlauch ins Freie. Der Weg bis dorthin sollte so kurz wie möglich sein und der Schlauch darf keine Knicke haben. Meist befinden sich seitlich und hinten am Gerät mehrere Schlauchanschlüsse, von denen der benutzt werden soll, der die direkteste Ableitung ermöglicht. Die nicht benutzten Anschlüsse müssen verschlossen sein. Eine gute Belüftung des Raums wirkt sich günstig auf Trockenzeit und -ergebnis aus.

Soll ein Wäschetrockner in einem Raum betrieben werden, der weder Fenster noch Abluftkanal hat, kommt nur ein Kondensationstrockner infrage. Er verflüssigt den Wasserdampf in einem Wärmetauscher und fängt das Kondensat in einem Sammelbehälter auf. Da die Gehäuse der Maschinen nie ganz dicht sind, entweicht ein meist geringer Teil der Feuchte in die Raumluft. Die beste Kondensationswirkung im Test boten mit rund 95 Prozent Miele und Bauknecht. Beim Otto Hanseatic landen dagegen nur 66 Prozent des Kondensats im Auffangbehälter, der Rest entweicht in die Umgebung. Das kann in engen, schlecht belüfteten Räumen bereits zu einem starken Anstieg der Raumluftfeuchte und in der Konsequenz zur Schimmelbildung an den Wänden führen.

Die Kondenswasserbehälter in den Trocknern fassen rund drei Liter, müssen also regelmäßig entleert werden, damit die Geräte richtig funktionieren. Meist ist der Wassertank oben in die Bedienblende integriert. Das Herausnehmen und Entleeren haben die Hersteller unterschiedlich gelöst. Manchmal ist es auch bei ansonsten guten Maschinen unnötig erschwert. Zum Beispiel beim Kondenswassertank des AEG-Modells: Die Ausgießöffnung ist mit einem schwergängigen Schieber verschlossen und befindet sich unerwartet nicht am hinteren Ende, sondern vorn hinter der Griffblende. Auf die Knie, heißt es beim Otto Hanseatic, wenn der Wassertank geleert werden muss. Er ist nämlich nah am Boden hinter der Sockelblende versteckt. Die lässt sich je nach Bodenbelag und Stellung der Schraubfüße kaum weit genug aufklappen, um den Behälter an dem unpraktischen Griff mühelos herausziehen zu können. Er ist leichter zu erreichen, wenn der Trockner nicht am Boden, sondern auf der Waschmaschine steht. Mit den Abmessungen 60 x 60 x 85 Zentimeter sind Trockner so groß wie die handelsüblichen Frontlader-Waschautomaten, mit denen sie zu Platz sparenden Wasch-Trocknen-Säulen gestapelt werden können. Das ermöglichen fast alle Geräte – nur in der Betriebsanleitung des Otto Hanseatic fanden wir keinen Hinweis darauf, ob das geht. Sind Waschautomat und Wäschetrockner von verschiedenen Anbietern, ist die – zwingend notwendige – sichere Verbindung nicht immer gewährleistet. Wird der Trockner hochgebaut, ist wiederum die Leerung der oben eingebauten Kondensatbehälter unpraktisch. In diesem Fall kann ein direkter Wasserablauf installiert werden. Das Kondensat läuft dadurch, wie die Lauge aus der Waschmaschine, direkt in den Abfluss.

Bedienen und reinigen meist einfach

Die Wäschetrockner zu handhaben, bereitet kaum nennenswerte Probleme. Durch die großen Einfüllöffnungen an der Vorderfront lassen sie sich einfach be- und entladen. Die Bedienblenden sind meist übersichtlich, nur beim Otto Hanseatic finden sich die beschrifteten Programme nicht direkt neben dem Schalter. Beim Whirlpool ist der Bedienknopf – den man schließlich auch einmal mit feuchten Fingern drehen muss – wenig griffig gestaltet.

Die meist in der Türinnenseite angebrachten Flusensiebe lassen sich leicht herausnehmen. Sie sind überwiegend glattflächig und nach jedem Trockengang deshalb problemlos zu reinigen. Allein das aufgeklappte Sieb der Hoover ist durch Noppen und Stege auf der Siebfläche etwas unpraktisch zu säubern.

Auch die Siebe, die sich bei einigen Trocknern unten im Bereich der Einfüllöffnung befinden, sollten grundsätzlich nach jedem Trockengang abgewischt werden. Beim Herausziehen der Wäschestücke über den Trommelrand könnten sonst Flusen vom vorherigen Trockengang an der Wäsche kleben bleiben. Das ist besonders unangenehm, wenn nacheinander dunkle und helle Wäschestücke getrocknet wurden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2479 Nutzer finden das hilfreich.