Wäschetrockner Test

Kuschelig weich kommen Handtücher aus dem Trockner – Weichspüler überflüssig.

Vieles spricht für Geräte mit Wärmepumpe: Beim Trocknen sind sie spitze. Und was der Kunde bei der Anschaffung zuzahlt, spart er später bei den Stromkosten.

Bürger aus Remscheid können sich freuen. Beim Kauf eines stromspa­renden Wäsche­trockners mit Wärmepumpe bekommen sie 150 Euro von ihrem Stromversorger EWR (Energie und Wasser für Remscheid), wenn sie das Gerät bis Ende des Jahres anschaffen. Einzige Bedingung: Sie müssen für ein weiteres Jahr Kunde bei EWR bleiben.

Die Anschaffung lohnt sich aber auch ohne Förderung – finanziell und qualitativ. Das zeigt diese Untersuchung. Die Kondensationstrockner mit Wärmepumpe von AEG-Electrolux und Blomberg sind Testsieger, gleichauf mit Miele T 7744C, einem Kondensationstrockner mit herkömmlichem Wärmetauscher (Näheres zur Technik siehe „Kondensationstrockner mit Wärmepumpe“). Doch spitze ist auch ihr Preis. Das Modell von Blomberg kostet knapp 800 Euro, der AEG-Trockner sogar 910 Euro. Die hohen Anschaffungskosten schrecken auf den ersten Blick ab. Sie rechnen sich aber langfristig. Denn Wärmepumpentrockner sparen rund 40 Prozent Energie gegenüber den besten klassischen Kondensationstrocknern. So kostet das Trocknen aus dem Netz mit ihnen pro Jahr im Schnitt 30 Euro. Eine Ladung „Baumwolle schranktrocken“ zum Beispiel ist damit für etwa 40 Cent statt 65 Cent zu haben. In zehn Jahren spart das einige Hundert Euro Betriebskosten, was den Aufschlag beim Kauf größtenteils wieder wettmacht und natürlich auch die Umwelt schont. Zum Vergleich: Die ebenfalls „guten“ Kondensationstrockner ohne Wärmepumpentechnik kosten zwischen 380 und 770 Euro und brauchen jährlich Strom für rund 50 bis 60 Euro.

Nasse Wäsche an der frischen Luft zum Nulltarif zu trocknen, ist für Portmonee und Umwelt natürlich noch besser. Doch nicht jeder hat ein Haus mit Garten und Trockenboden oder einen großen überdachten Balkon. In der engen Mietwohnung stören aufgeklappte Wäscheständer und vollgehängte Leinen über der Badewanne nun einmal. Besonders Familien mit Kindern wissen den Komfort des elektrischen Trocknens deshalb zu schätzen. Außerdem werden Handtücher auf diese Art schön flauschig und T-Shirts angenehm weich. Auf umweltbelastende Weichspüler lässt sich getrost verzichten.

Ablufttrockner brauchen einen Abzug

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Unpraktisch: Nur mit Werkzeug (gelb) kommt man an den Wärmetauscher heran (Miele T7744C). Zum Glück ist das nur selten nötig.

Ob es ein preisgünstiger Ablufttrockner oder ein problemlos anschließbarer Kondensations­trockner sein soll, hängt in erster Linie von den örtlichen Gegebenheiten ab. Vor- und Nachteile haben beide. Wer den feuchten Dampf problemlos ins Freie leiten kann, zum Beispiel durch ein geöffnetes Fenster oder einen Mauerdurchbruch, kann einen Ablufttrockner anschließen. Der entzieht der Wohnung aber im Winter warme Raumluft und treibt so die Heizkosten in die Höhe. Außerdem muss der Aufstellort ausreichend belüftet sein, damit kein Unterdruck entsteht. Das ist besonders wichtig, wenn in der Nähe eine Gastherme, eine Öl- oder Kohlefeuerung steht.

Kondensationstrockner sind praktisch

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Praktisch: Der Schlauch zum Ableiten des Kondenswassers in den Abfluss ist mit dabei (Miele T 7744C). Meist muss er extra gekauft werden.

Die meisten Käufer entscheiden sich aber für einen Kondensationstrockner. Der braucht nur eine Steckdose, was ihn gerade für Etagenwohnungen prädestiniert. Die entzogene Feuchtigkeit kondensiert und sammelt sich in einem Behälter, den man nach jedem Trocknen entleeren muss. Oder das Kondensat wird über einen Schlauch direkt in den Abfluss abgeleitet. Kondensationstrockner pusten ständig aufgewärmte Kühlluft in den Raum. Willkommen im Winter, weil es in Bad oder Küche Heizkosten spart. Im Sommer ist zusätzliche Wärme eher unangenehm.

13 Kondensationstrockner und 3 Ablufttrockner standen zum Probetrocknen parat. Die meisten überzeugten mit „guter“ Qualität. Drei Modelle (Whirlpool, Indesit und der Ablufttrockner von Bauknecht) kamen nur auf ein „Befriedigend“. Sie sind entweder recht laut oder „fressen“ vergleichsweise viel Strom. Geräuschvoll sind die beiden Wärmepumpentrockner übrigens auch, einziger Wermutstropfen dieser Technik.

Alle Trockner bieten diverse feuchtegesteuerte Programme. Man kann wählen zwischen extra- und schranktrocken, bügel- und mangelfeucht, zwischen Baumwolle, Pflegeleichtem, Jeans und Mischgewebe. Dabei messen elektronische Fühler in der Trockentrommel, wie nass die Wäsche ist, und schalten automatisch ab, sobald das Programm den gewünschten Trockengrad erreicht hat.

Eine Norm legt fest, wie viel Feuchtigkeit die Textilien nach dem Trocknen noch haben dürfen. Schranktrockene Handtücher, Bettwäsche und Tischwäsche aus Baumwolle zum Beispiel sollen maximal drei Prozent Wasser enthalten, bügelfeuchte Teile 8 bis 16 Prozent.

Die Standardprogramme „Baumwolle schranktrocken“ und „Pflegeleicht schranktrocken“ bewältigten alle Geräte mit Bravour. Soll die Trommelladung zum Bügeln noch etwas feucht bleiben, trocknen einige Maschinen aber zu stark. Bei Whirlpool AWZ 7813 war der Wäscheposten unter Testbedingungen fast schon schranktrocken. Das macht unnötig Arbeit, weil die Teile zum Plätten wieder angefeuchtet werden müssen.

Je trockener die Wäsche ist, umso eher legt sie sich in hartnäckige Knitterfalten – ärgerlich besonders bei Hemden, Blusen, Röcken und Tischwäsche. Andererseits bleiben manche Teile an Doppelnähten, Kragen oder Bündchen aber auch noch klamm. Doch deshalb der ganzen Ladung ein stärkeres Programm zu verpassen, macht wenig Sinn. Dann lieber nachtrocknen. Alle Modelle haben dafür mindestens ein Zeitprogramm.

Mehr Falten bekommt die Wäsche auch, wenn man sie nach Programmende nicht gleich aus der Trommel nimmt, aufhängt oder warm glattstreicht und zusammenlegt. Obwohl alle Maschinen eine Knitterschutzphase haben – dabei dreht sich die Trommel während des Erkaltens ab und zu, damit sich Falten nicht ins Gewebe „eingraben“ –, verschwinden die Falten, die schon drin sind, dadurch auch nicht. Also die Wäsche möglichst schon davor aus dem Trockner holen.

Rund drei Liter Kondensat auskippen

Nicht nur die Wäsche braucht Pflege, die Maschine auch. Das Flusensieb muss jedes Mal von Flusen befreit, die rund drei Liter Kondensat müssen ausgekippt werden. Und auch der Wärmetauscher beziehungsweise der Filter vor der Wärmepumpe verflust. Hier ist nur etwa alle drei Monate eine Säuberung fällig. In der Regel sind diese Handgriffe kein Akt.

Die Kondenswasserbehälter oben an der Front lassen sich meist leicht herausnehmen, um das Wasser am Waschbecken auszukippen. Ärgerlich sind nur zwei Dinge: Den Behälter des Miele-Kondenstrockners kann man nicht herausziehen, wenn die Trommeltür weit offen steht. Und bei Whirlpool AWZ 7813 muss man sich bücken, weil der Kondenswasserbehälter unten im Sockel steckt. Das ist nur praktisch, wenn das Gerät auf der Waschmaschine steht.

Die Flusensiebe sind unterschiedlich platziert. Sitzen sie in der Tür, lassen sie sich bequem herausnehmen und von Flusen befreien. Nur beim Gorenje muss man dazu erst eine Klappe öffnen. Etwas umständlicher lassen sich die Siebe reinigen, die im Türrahmen stecken (Bauknecht, Bosch, Indesit, Siemens, Whirlpool).

Apropos Flusen: Die meisten entstehen durch das Tragen, die wenigsten durchs Trocknen. Viele Flusen im Sieb bedeuten nicht, dass die Trommel die Wäsche zu stark beansprucht. Es sieht nur so viel aus, weil das Gewebe durch die Luft schön aufgebauscht, sprich flauschig, wird.

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