Warum dauert Waschen immer länger? Was ist besser: Pulver oder flüssige Mittel? Was hilft gegen Wäschemief? Gibt es das Socken­monster wirk­lich? Mehr als 2 000 Fragen haben die Nutzer von test.de den Wäsche-Experten der Stiftung Warentest gestellt. Hier sind ihre Antworten.

Ein Wasch­mittel ist nicht genug

Wäsche waschen Special

Mehr als jeder Fünfte benutzt nur ein Wasch­mittel. Für eine optimale Wäschepflege ist das zu wenig. Bunte Textilien brauchen ein Color­wasch­mittel ohne Bleiche. Das schont Farben. Weißes bleibt mit einem Voll­wasch­mittel weiß. Das enthält Bleiche und optische Aufheller. Als Drittes empfiehlt sich ein Woll­wasch­mittel. Es enthält keine Protease, ein Enzym, das Wolle und Seide angreifen kann. Ein Wasch­mittel ist nicht genug, doch vielen genügt es. So lautet eine der Erkennt­nisse aus unserer Umfrage zum Wäschewaschen. Von Mitte Mai bis Anfang Juni haben 8 827 Personen, davon zwei Drittel Frauen, im Internet einen Fragebogen ausgefüllt und selbst mehr als 2 000 Fragen gestellt. Repräsentativ für ganz Deutsch­land sind die Ergeb­nisse nicht. Sie zeigen aber: Waschen ist eine Haus­arbeit, die Fragen aufwirft. Eine Auswahl:

Stimmt es, dass Wasch­maschinen Socken „fressen“?

Über einen Spalt zwischen Trommel und Gummi­dichtung wandern häufiger Kleinteile ins Innere der Maschine. Dann hilft nur noch der Monteur. Oder vorher ein Wäschenetz. Kommen Dessous und Socken da hinein, leiden sie beim Waschen nicht und können kein Unheil anrichten.

Wie spar­sam ist das Kurz­programm?

Kurz­programme sparen vor allem Zeit. Pro Kilogramm Wäsche brauchen sie oft aber mehr Strom und Wasser als Spar­programme, auch Eco genannt. Die waschen rund zwei­einhalb bis drei Stunden. So lange wollen viele nicht warten. Sie stellen lieber ein Kurz­programm ein und glauben, damit zu sparen. Das ist ein Trug­schluss. Kurz­programme sind für starken Schmutz und zum Energiesparen unge­eignet.

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Warum dauern Spar­programme lange?

Hier ist Stromsparen die Devise. Da das Aufheizen der Lauge am meisten Strom kostet, sind die Wasch­temperaturen herunter­geregelt, dafür verlängert sich die Wasch­dauer. Hintergrund: Entscheidend für das Ergebnis sind Wasch­mittel, Trommelbewegungen, Temperatur und Wasch­dauer. Wird an einem dieser vier Faktoren gespart, muss ein anderer zulegen.

Spülen neue Maschinen wirk­lich schlechter als alte?

Unsere Tests zeigen: Viele neue Geräte spülen in den normalen Stan­dard­programmen bestenfalls mittel­mäßig. Erst bei geringer Beladung sind bessere Ergeb­nisse möglich. Der Grund: In die Trommel passt mehr hinein als früher. Das ist gut fürs Energiee­tikett, weil der Strom- und Wasser­verbrauch pro Kilogramm Wäsche dafür mitentscheidet. Schlecht ist es fürs Spülen. Pro Kilo Wäsche fließt nun weniger Wasser durch die Maschine. Das Spül­ergebnis leidet. Abhilfe: Entweder weniger Wäsche einfüllen oder einen zusätzlichen Spülgang wählen – was aber das Portmonee wieder belastet.

Was hilft gegen weiße Flecke auf dunklen Sachen?

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Helles und Dunkles zusammen? Besser nicht.

Weiße Flecke oder Streifen kommen meist von Wasser­enthärtern (Zeolithe) im Wasch­pulver. Sie sollten eigentlich mit dem Spül­wasser im Abfluss landen. Das klappt nicht immer. Oft lassen sich die unschönen Rück­stände nach dem Trocknen ausbürsten, abklopfen oder feucht abwischen. Oder man gönnt der Wäsche ausnahms­weise einen Extraspülgang. Auch eine Lösung: flüssige Wasch­mittel statt feste. Die enthalten keine festen Enthärter, belasten aber in der Regel die Gewässer mehr. Dunkle Teile prinzipiell auf links waschen.

Wann ist die Trommel voll?

„Ich brauche nicht zu wiegen, da ich fast von jedem Kleidungs­stück das Gewicht kenne“, verblüfft uns ein männ­licher Umfrage­teilnehmer. Ein anderer meint gelassen: „Je nachdem was gerade an Wäsche anfällt, kommt in die Trommel.“ Viele richten sich auch nach der Regel: „Passt eine geballte Faust waagerecht zwischen Wäsche und Trommelrand, ist die Maschine voll.“ Das ist ein weit­verbreiteter Irrtum. Klar ist: Nur voll beladen wäscht die Maschine ökonomisch. Wobei die optimale Füll­menge vom Programm abhängt. Wie viel das bei welchem Wasch­gang ist, steht in der Anleitung. Um ein Gefühl für die richtige Menge zu bekommen, hilft es, einmal eine Ladung Trocken­wäsche zu wiegen. Ist ein 10-Liter-Eimer locker gefüllt, sind das etwa 2,5 Kilogramm Schmutz­wäsche. Maximal beladen ist die Wasch­maschine, wenn die Wäsche mit etwas Druck in die Trommel passt.

Wäscht das 60-Grad-Programm tatsäch­lich mit 60 Grad?

Nein, im vergangenen Wasch­maschinentest (alle Test­ergeb­nisse im großen Produktfinder Waschmaschinen) stimmte die Angabe bei fast keinem Gerät, jedenfalls im Energiespar­programm. Meist lag die Temperatur zwischen 40 und 55 Grad. Sauber wurde die Wäsche trotzdem.

Was ist besser: Flüssige Wasch­mittel oder Pulver?

Pulver für Weißes entfernt Schmutz und hartnä­ckige Flecken besser. Bei Voll­wasch­mitteln sind flüssige zweite Wahl. Pulver schützt die Wäsche auch eher vor dem Vergrauen. Mit flüssigen Voll­wasch­mitteln lauert der Grau­schleier. Bei Color­wasch­mitteln für Buntes sieht das anders aus. Gute flüssige waschen fast so sauber wie Pulver. Sie belasten die Gewässer auch nicht mehr so stark wie früher.

Tipp: Welche Wasch­mittel gut sind, lesen Sie in den Waschmitteltests der Stiftung Warentest.

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Wie dosiere ich Wasch­mittel richtig?

Die Dosierung richtet sich nach drei Dingen: Wie voll ist die Trommel, wie schmutzig ist die Wäsche und wie hart das Leitungs­wasser? Die richtige Menge steht auf der Verpackung, unterteilt in drei Kategorien: leicht, normal und stark verschmutzte Sachen. Leicht verschmutzt bedeutet: keine Flecke, verschwitzt, kurz benutzt. Normal umfasst sicht­baren Schmutz, wenige leichte Flecke, auch Bett­wäsche und Hand­tücher einer Woche. Stark verschmutzt entspricht vielen, auch hartnä­ckigen Flecken wie Gras und Erde sowie Berufs­kleidung, Küchen­hand­tücher und Putzlappen. Die Wasser­härte nennt das örtliche Wasser­werk. Vorsicht: Die Dosierung variiert von Produkt zu Produkt. Sie kann sich auch beim gleichen Wasch­mittel wegen einer neuen Rezeptur oder der Angleichung an größere Trommeln ändern.

Farbige Hand­tücher waschen - aber wie?

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Welches Wasch­mittel für farbige Hand­tücher?

Das kommt darauf an, was wichtiger ist: die Hygiene oder die schönen Farben. Ein Color­wasch­mittel schont die Farben besser und schützt vor Farb­über­tragungen. Es wirkt aber weniger gegen Keime. Hingegen greift ein Voll­wasch­mittel die Farben mehr an. Mit der Zeit können sie verblassen. Dafür wirkt die Bleiche im Voll­wasch­mittel auch gegen Keime und wäscht Flecken besser heraus. Das ist hygie­nischer. Günstig sind farb­echte Hand­tücher.

Braucht die Maschine Entkalker?

Ist das Wasch­mittel richtig dosiert, braucht es nicht extra einen Entkalker, in Gegenden mit weichem Wasser schon gar nicht. Wasch­mittel enthalten bereits Substanzen zur Wasser­enthärtung. Nur wer nach dem Baukastenprinzip wäscht, muss ab Härte­bereich 2 Entkalker beigeben. Baukastenprinzip bedeutet: Jemand benutzt ein Basis­wasch­mittel ohne Bleiche nied­rig dosiert und gibt je nach Bedarf Bleich­mittel und Enthärter dazu. Das entlastet die Gewässer, macht aber den Wasch­gang nicht unbe­dingt billiger. Essig und Essig­essenz als Ersatz für Calgon und Co. können auf Dauer der Maschine schaden. Sie greifen möglicher­weise Gummi­dichtungen an.

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Was hilft gegen stinkende Wäsche?

Ein übler Geruch kann verschiedene Ursachen haben: nied­rige Wasch­temperatur, kurzes Wasch­programm, falsches oder zu wenig Wasch­mittel, lang­sam oder nicht voll­ständig getrocknet. Oder die Sachen lagen lange feucht in Sport­tasche oder Wäschekorb. Durch­geschwitzte Kleidung müffelt, weil Geruch hartnä­ckig und lange an den Fasern haftet. Tipp: Verschwitztes sofort waschen oder trocknen, bevor es zur Dreck­wäsche kommt; Voll­wasch­mittel (Pulver), eine möglichst hohe Temperatur, einen langen Wasch­gang benutzen. Schnell trocknen, am besten an der frischen Luft. Gelb­liche Flecken im Achselbereich kommen von aluminiumhaltigen Deos und lassen sich schwer entfernen. Manchmal hilft ein Bad in 5-prozentiger Zitronensäure.

Nützen Hygienespüler?

Die Keimbelastung in gewaschener Wäsche hängt von der Wasch­temperatur und dem Wasch­mittel ab. Wer ein bleichehaltiges Voll­wasch­mittel benutzt und mindestens 40 Grad wählt, braucht keinen Hygienespüler. Wer ohne Bleich­mittel, das heißt mit Color- und Fein­wasch­mitteln sowie flüssigen Voll­wasch­mitteln wäscht, kann die Keimzahl damit zusätzlich reduzieren. Bei Gesunden ist das aber nicht nötig.

Kommt der Mief von der Maschine?

Wenn die Wäsche übel riecht, kann das auch an der Wasch­maschine liegen. Darin bleibt Wasser zurück, Bakterien vermehren sich und bilden mit der Zeit einen geruchs­intensiven Biofilm. Deshalb sollte die Maschine möglichst einmal im Monat bei 60 Grad und mit einem Voll­wasch­mittel laufen, danach das Wasch­mittel­fach säubern. Bei starkem Geruch darf es auch ein Koch­programm sein. Außerdem: Tür und Wasch­mittel­kammer offen stehen lassen.

Wie ist es mit dem Weich­spüler: Nehmen oder nicht nehmen?

Manche Textilien mögen keinen Weich­spüler. Hand­tücher und Funk­tions­wäsche zum Beispiel büßen an Saug­fähig­keit ein. Weich­spüler können sogar schaden, wenn jemand auf deren Duft- und Konservierungs­stoffe mit einer Kontaktal­lergie reagiert (www.daab.de/haut/kontakt-allergie). Hingegen profitieren eventuell Menschen mit Neuroder­mitis. Weiche Wäsche reibt weniger auf der Haut. Der Umwelt schaden sie auf alle Fälle. Weich­spüler sind in letzter Zeit zwar verträglicher geworden, sie belasten die Gewässer aber dennoch zusätzlich (www.umweltbundesamt.de/chemikalien, Such­wort Weich­spüler).

Tipp: Im test.de-Chat am 22. August von 13 bis 14 Uhr antworteten unsere Experten auf weitere Fragen. Die Antworten finden Sie hier.

Die aktuellen Tests rund um die Wäsche:

Test Wäschetrockner
Test Waschmaschinen
Test Waschmittel
Test Fleckentferner

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