Wärmeschutzfenster Meldung

Moderne Fenstersysteme sparen nicht nur teure Heizenergie, sie steigern auch das Wohlbefinden. Ein Austausch lohnt deshalb für Eigenheimbesitzer und Mieter.

Die Geschichte der Architektur ist die Geschichte des Fensters“, hatte Le Corbusier, einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhun­derts, einmal gesagt. Der Mensch sehnt sich nach Licht und Luft, und so baut er immer größere Fenster. Doch lange Zeit waren sie eines der größten Wärmelöcher im Haus. Durch Fenster mit Einfachverglasung geht vier- bis zehnmal so viel Energie verloren wie durch moderne Fenster mit Wärmedämmglas. Auch „alte“, vor 1995 eingebaute Isolierglasfenster sind wärmetechnisch lange überholt. Ihr Energieverlust gegenüber neuen Wärmedämmfenstern ist doppelt bis dreimal so hoch. Mit der Entwicklung moderner Fenstersysteme ist unangenehme Zugluft in Fensternähe kein Problem mehr.

Verglasung, die es in sich hat

Gut dämmende Scheiben haben im Winter auf der Innenseite eine Temperatur, die nur knapp unter der Raumlufttemperatur liegt. Beschlagene Scheiben gehören damit der Vergangenheit an.

Der Grund für wärmere Fensteroberflächen sind insbesondere die Verglasungen. Ihre Wärmedämmung wurde in den letzten 20 Jahren immer weiter verbessert. Einen großen Fortschritt brachte eine hauchdünne Beschichtung, die auf die Scheiben aufgedampft wird. Sie lässt die kurzwelligen Lichtstrahlen von außen in den Wohnraum hinein und reflektiert die langwelligen Wärme­strahlen aus dem Wohnraum wieder nach innen.

Unterstützt wird dieser Effekt durch eine Edelgasfüllung wie Argon, Krypton oder Xenon im Scheibenzwischenraum. Dieses „Gaspolster“ sorgt für die Dämmwirkung. Moderne Zweischeiben-Verglasungen verringern so den Wärmeverlust deutlich. Noch höhere Dämmwerte lassen sich mit Dreischeiben-Wärmeschutzverglasungen erzielen.

Tipp: Die Dämmwerte eines Fensters können Sie an dem vom Hersteller angege­be­nen U-Wert (früher k-Wert) erkennen. Faustregel: Je niedriger der U-Wert, desto weniger Wärme geht verloren.

Immer dickere Rahmen

So gut die Verglasung auch sein mag, ohne einen gut dämmenden Fensterrahmen nutzt sie wenig. Denn die höchsten Wärmeverluste treten am Rahmen auf. Die technische Entwicklung der Rahmenkonstruktionen blieb lange hinter dem Fortschritt bei den Verglasungen zurück. Erst Ende der neunziger Jahre konnten die Dämmwerte der Rahmen deutlich verbessert werden.

Fensterrahmen mit hohem Wärme­schutz sind inzwischen für alle Materialien verfügbar. Weit verbreitet sind Fenster aus PVC. Sie sind nahezu wartungsfrei. Rahmen aus Holz müssen dagegen regelmäßig gepflegt werden, gelten aber als besonders wohnlich. Gedämmte Rahmen aus einer Kombination von Holz und Aluminium verbinden zwei Vorteile: die Wohnlichkeit von Holz auf der Innenseite mit der Witterungsbeständigkeit auf der Rahmenaußenseite.

Tipp: Achten Sie beim Fensterkauf nicht nur auf die Wärmedämmung, sondern bedenken Sie auch weitere, für Sie wichtige Aspekte. Zum Beispiel gibt es Verglasungen mit einem besonders guten Sonnenschutz: Je kleiner der sogenannte g-Wert, desto größer der Sonnenschutz. Oft ist es auch ratsam, Fenster mit einem erhöhten Schallschutz oder einem verbesserten Einbruchschutz zu wählen.

Schritt für Schritt modernisieren

Der Ersatz alter Fenster ist meist nur ein Schritt von vielen zur Modernisierung im Altbau. Neue Fenster allein verbessern die Situation nicht grundlegend, denn die anderen Wärmebrücken bleiben erhalten. Das heißt, an zahlreichen Stellen, zum Beispiel an den Wänden, treten nach wie vor derart niedrige Oberflächentemperaturen auf , dass sich dort die Luftfeuchtigkeit aus dem Raum absetzt. Und das birgt das Risiko der Schimmelbildung. Diese Situation verstärkt sich noch, wenn alte, undichte Fenster durch wärmegedämmte Fenster ersetzt werden, aber Dämmmaßnahmen an der Außenwand zunächst ausbleiben. Regelmäßiges Stoßlüften ist dann besonders wichtig. Wenn das für die Bewohner nicht möglich ist, sollte ein Lüf­tungs­system diese Aufgabe übernehmen – am besten eines, das die Wärme zurückgewinnt. Für einzelne Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit kann schon ein dezentrales Lüftungssystem helfen, die Gefahr der Schimmelbildung zu reduzieren.

Ist im Zuge der Sanierung auch geplant, die Heizanlage zu erneuern, sollten diese Arbeiten möglichst vor oder gleichzeitig mit dem Fensteraustausch durchgeführt werden. Verringert sich der Wärmebedarf des Hauses, hat das auch Einfluss auf die Größe der Heizung.

Tipp: Einen Überblick über energiesparende Maßnahmen gibt das test Spezial Energie.

Zuschüsse nutzen

Ein gut gedämmtes Fenster, das dem heutigen Wärmeschutzstandard entspricht und mit dem sich im Altbau bereits deutliche Energieeinspareffekte erzielen lassen, kostet rund 250 Euro pro Quadratmeter. Für Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung und besser gedämmtem Rahmen ist etwa das Doppelte zu zahlen. Diese Mehrkosten lohnen sich vor allem, wenn das Haus auch sonst gut gedämmt ist oder dies geplant ist.

Tipp: Die KfW vergibt für Energiesparmaßnahmen Zuschüsse und zinsgünstige Kredite: www.kfw.de, Tel. 0 180 1/33 55 77.

Was Mieter tun können

Mieter können über den Austausch alter Fenster nicht selbst entscheiden. Sie haben aber ein Recht auf Mängelbeseitigung, wenn es durch das Fenster zieht oder Feuchtigkeit eindringt. Ob es noch repariert werden kann oder ausgetauscht werden muss, hängt vom Ausmaß des Mangels ab. Entscheidet sich der Vermieter für neue Fenster, kann er elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen – jedoch abzüglich der Kosten, die für eine Instandsetzung fällig gewesen wären und abzüglich möglicher öffentlicher Fördermittel.

Die höhere Miete zahlt sich aber auch für Mieter aus: erstens durch eingesparte Heizkosten und zweitens durch ein gesteigertes Wohlbefinden.

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