Glossar

Sie wollen Ihre Heizungs­anlage erneuern, aber Ihnen schwirrt der Kopf vor lauter Fach­latein? Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe.

Bundes­amt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle (Bafa)

Das Bundes­amt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle fördert das Heizen mit erneuer­baren Energien und gibt Zuschüsse. Siehe auch www.bafa.de.

Erneuer­bare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG)

Wer neu baut, muss seinen Wärmebedarf anteilig aus erneuer­baren Energiequellen decken. Dazu können die erneuer­baren Energien mit Ersatz­maßnahmen kombiniert werden. In beiden Fällen gelten die Ober­grenzen verbindlich. Ein Haus darf zurzeit nur gebaut werden, wenn ein bestimmter Anteil des Wärmebedarfs aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden. Bei Solar­thermie sind dies 15 Prozent, bei Wärmepumpen 50 Prozent. Dies gilt nicht für Bestands­bauten – außer in Baden-Württem­berg.

Energiebedarf

Gibt die rechnerisch mit genormten Methoden ermittelte Energiemenge an, die für Heizung, Warm­wasser bzw. Strom benötigt wird. Meist wird die Angabe auf ein Jahr bezogen.

Energieverbrauch

Gibt die gemessene tatsäch­liche Menge der Energie an, die für Heizung, Warm­wasser bzw. Strom in einem bestimmten Zeitraum benötigt wurde. Meist wird die Angabe auf ein Jahr bezogen.

Endenergie

Entsteht bei der Umwandlung von Primär­energie in eine direkt verbrauch­bare Form, z.B. Erdgas am Wohnungs­zähler, Holz­pellets im Pellet­lager, Strom ab Stromzähler. Der Endenergieverbrauch wird am Zähler abge­lesen und dient zur Ermitt­lung der Energiekosten mittels der Preise der einzelnen Energieträger (Beispiel: Gaskosten = Gasverbrauch x Gaspreis).

Energie­einspar­ver­ordnung (EnEV)

Soll helfen, die klima­politischen Ziele der Bundes­regierung einzuhalten. Der Gebäude­bestand soll 2050 nahezu klima­neutral sein, Gebäude sollen also nicht mehr verbrauchen, als sie erzeugen. Eine erste Fassung trat 2002 in Kraft, seit 2016 gelten neue Anforderungen: Der Höchst­wert für den Jahres-Primär­energiebedarf liegt nun um 25 % nied­riger als bisher.

Gas-Brenn­wert­kessel

Brenn­wert­kessel nutzen neben der Wärme, die beim Verbrennen des Brenn­stoffs entsteht, auch noch die Wärme, die im heißen Abgas in Form von Wasser­dampf enthalten ist. Der Wasser­dampf wird durch Kühlung verflüssigt und die entzogene Wärme wird als Nutz­wärme verfügbar. Gasheizkessel – aber auch Ölheizkessel – im Neubau müssen durch erneuer­bare Energien unterstützt werden. Das regelt das → Erneuer­bare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG).

Heiz­stab

Bauteil im Heizungs­vorlauf oder im wasser­gefüllten Wärmespeicher, das den elektrischen Strom beispiels­weise aus der Photovoltaik-Anlage direkt in Wärme umwandelt. Der Heiz­stab wird meist elektrisch betrieben.

Holz­pelletkessel

Heizkessel, der Wärme durch Verbrennung von Holz­pellets erzeugt. Das sind kleine zylindrische Press­linge aus Sägemehl und –spänen. Erforderlich ist ein Lagerraum für Pellets, meist im Keller, von dem die Pellets zum Kessel gefördert werden. Geringer nicht erneuer­barer → Primär­energiebedarf, jedoch deutlich höhere Staub­emissionen als Gas- und Ölheizkessel.

Jahres­arbeits­zahl (JAZ)

Die JAZ gibt an, wie effizient eine Wärmepumpen­anlage übers gesamte Jahr betrachtet arbeitet. Je höher die JAZ, desto mehr Umwelt­wärme gewinnt die Wärmepumpe mit dem zum Betrieb der Anlage nötigen elektrischen Strom. Sole/Wasser-Wärmepumpen müssen eine JAZ von 3,8 oder höher erreichen, um vom → Bafa gefördert zu werden. Eine Jahres­arbeits­zahl von 3 bedeutet, das mit dem Einsatz einer Kilowatt­stunde Strom drei Kilowatt­stunden Wärme erzeugt werden.

Kumulierter Energie­aufwand (KEA)

Verfahren zur (teil­weisen) Ökobilanzierung der untersuchten Heizungs­systeme. Der KEA stellt den aufsummierten Primär­energie­verbrauch aus allen Lebens­phasen der Anlage von der Herstellung (Rohstoff­gewinnung und Fertigungs­prozesse) und deren Trans­port bis in den Heizungs­keller über den Betrieb (Strom, Brenn­stoffe, Wartung und Reparaturen) bis zur Entsorgung dar. Dabei werden auch die sogenannten Vorketten einbezogen, also Gewinnung, Trans­port und Aufbereitung von Rohstoffen für die Herstellung der Anlagen­teile sowie der Energieroh­stoffe für den Betrieb mit Strom und Brenn­stoffen – bis zum Zähler im Haus. Unterschieden wird in einen nicht-erneuer­baren und einen erneuer­baren Anteil. Der nicht-erneuer­bare Anteil des Primär­energie­verbrauchs ist ein Indikator für Umwelt­belastungen wie zum Beispiel Treib­hausgas-Emissionen und Luft­verschmut­zung.

Photovoltaik

Photovoltaik-Anlagen gewinnen elektrischen Strom aus Sonnen­strahlung. Zur Strom­erzeugung nutzt die Photovoltaik Solar­zellen, die in sogenannten Modulen zusammengefasst sind.

Primär­energie

Die in der Natur vorkommende Energie. Nicht erneuer­bare Primär­energieträger sind z.B. Erdgas, Erdöl, Kohle und Uran. Sie heißen „nicht erneuer­bar“, weil sie in sehr langen erdgeschicht­lichen Zeiträumen gebildet wurden und nach ihrem Verbrauch endgültig nicht mehr vorhanden sind. Erneuer­bare Primär­energieträger sind zum Beispiel Sonnen­strahlung, Erdwärme und Holz. Sie stehen, in der gegebenen Energiedichte, über beliebig lange Zeiträume zur Verfügung.

Primär­energie­faktor

Der Primär­energie­faktor gibt das Verhältnis von einge­setzter → Primär­energie zu abge­gebener Endenergie am Zähler an. Er zeigt, wie viel Energie von der Gewinnung des Energieträgers über die Aufbereitung und den Trans­port bis zur Verwendung als → Endenergie aufgebracht werden muss. Je kleiner der nicht erneuer­bare Primär­energie­faktor, desto weniger Umwelt­belastung ist mit der Nutzung verbunden. Holz hat zum Beispiel einen nied­rigen Wert von ca. 0,2. In der Energie­einspar­ver­ordnung werden Werte für Erdgas von 1,1 und für Strom von 1,8 genannt. Diese berück­sichtigen jedoch nicht den Aufwand für den Bau der Infrastruktur. Der tatsäch­liche Wert ist also höher. Aus unserer Ökobilanz mit der Software „ecoinvent“ ergibt sich für Erdgas ein Wert von 1,24 (Mittel­wert 2018 bis 2033). Besonders unsicher ist der Primär­energie­faktor von Strom. Ob er in den nächsten Jahren und Jahr­zehnten sinkt, hängt vor allem davon ab, wie schnell der Kohle­anteil im Strommix verringert werden kann. Deshalb haben wir – unter Berück­sichtigung der baulichen Infrastruktur, die größ­tenteils mit nicht-erneuer­barer Energie hergestellt wurde – zwei Szenarien gemittelt: Schneller und lang­samer „Kohle­ausstieg“. Als Mittel­wert für unseren Betrachtungs­zeitraum von 2018 bis 2033 erhalten wir so einen Primär­energie­faktor für Strom von 2,37.

Primär­energiebedarf

Der Primär­energiebedarf wird als das Produkt „Endenergiebedarf x Primär­energie­faktor“ berechnet. Falls der Primär­energiebedarf nicht schon bekannt ist, wird er mittels Ökobilanz-Software aus den einge­setzten Materialien und Prozess­schritten errechnet (→ Kumulierter Energie­aufwand KEA). Die → Energie­einspar­ver­ordnung (EnEV) setzt Ober­grenzen für den jähr­lichen Primär­energiebedarf von Neubauten fest.

Solar­thermie

Solar­thermie-Anlagen gewinnen Wärme aus Sonnen­strahlung. Zur Wärmeerzeugung nutzt die Solar­thermie sogenannte Sonnenkollektoren, durch die ein Wasser-Frost­schutz­mittel­gemisch fließt und sich dabei erwärmt.

Wärmepumpen

Heizgeräte, die meist mit Strom betrieben werden und Umwelt­wärme nutz­bar machen. Als Wärmequelle dient für private Einfamilien­häuser meist die Außen­luft oder das Erdreich. Die Effizienz einer Wärmepumpen­anlage wird durch die → Jahres­arbeits­zahl (JAZ) ausgedrückt. Das Umwelt­bundes­amt hat Messungen der Jahres­arbeits­zahl an vielen tatsäch­lich betriebenen Wärmepumpen­anlagen veröffent­licht.

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TestWärmepumpe, Pellets, Gastest 05/2018
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