Währungsspekulation Meldung

Die American Express Bank zahlt für Tagesgeld in polnischen Zloty 16 Prozent Zinsen pro Jahr. Als EU-Beitrittskandidat mit ansehnlichen Wachstumsraten zwischen 4 und 5 Prozent pro Jahr und der vergleichsweise geringen Staatsverschuldung von 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bietet Polen ein viel versprechendes Umfeld für Investitionen. Die hohen Zinsen sind weniger der mangelnden Zahlungsfähigkeit des polnischen Staats als den hohen Inflationsraten geschuldet.

Die Teuerung lag im vergangenen Jahr bei 10,1 Prozent und soll nach Einschätzungen der DG-Bank in diesem Jahr auf 7,3 und im kommenden Jahr auf 6 Prozent sinken. Dennoch bleibt die Gefahr der Währungsabwertung bestehen. Der Zloty hat seit seiner Freigabe im April 2000 gegenüber der Mark deutlich an Wert gewonnen. Grund waren die ausländischen Investitionen, die Polen als Beitrittskandidat angezogen hat. Das kann noch ein Weilchen weitergehen. Wahrscheinlicher ist, dass die Währung wegen der hohen Inflationsraten abgewertet wird.

Anleger, die sich für das Angebot der American Express Bank interessieren, sollten sich des Risikos bewusst sein und die Wechselkursentwicklung täglich beobachten. Der Zinspuffer ist nämlich nicht so dick wie er aussieht. Für ein Jahr bekommt ein Anleger zwar etwa 12 Prozent mehr Zinsen als hierzulande, das Polster für eine Dreimonatsanlage beträgt aber nur noch rund 3 Prozent. Der Zloty dürfte also höchstens 3 Prozent oder 1,5 Pfennig verlieren, damit der Anleger einen ähnlichen Ertrag wie mit Tagesgeld in Deutschland erzielt. Umgekehrt kann ein Anstieg des Zloty um wenige Pfennige die Rendite deutlich erhöhen.

Anleger können täglich über das Geld verfügen. Der Zinssatz ist garantiert bis 15. Juni 2001 und kann sich danach täglich ändern. Es müssen mindestens 1.000 Mark angelegt werden. Die American Express Bank gehört dem deutschen Einlagensicherungsfonds an. Einlagen sind bis zur Höhe von 3 Millionen Mark abgesichert.

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