Anleihen tut Absicherung gut

Rentenfonds sind anfäl­liger für Wechsel­kurs­risiken als Aktienfonds. Während Währungs­schwankungen die Auswirkungen schwankender Aktien­kurse sogar abschwächen können, erhöhen sie bei Rentenfonds in der Regel die Risiken für die Anleger.

Sicherer ist es in Euro

Eine Geld­anlage in Anleihen läuft in der Regel so ab: Es gibt regel­mäßig Zinsen und am Ende der Lauf­zeit zahlt der Emittent zu 100 Prozent den Nenn­wert zurück. Für eine Euro-Anleihe stimmt das, kauft er dagegen eine Dollar-Anleihe, passt es nicht mehr unbe­dingt. Ist der Dollar im Laufe der Jahre um 10 Prozent gefallen, gibt es auch 10 Prozent weniger Geld zurück. Nicht von ungefähr empfehlen die Finanztest-Experten als Sicher­heits­baustein fürs Depot Rentenfonds, die nur erst­klassige, und zwar vorwiegend in Euro notierte Staats­anleihen kaufen. Anleger finden sie im Produktfinder in der Gruppe Rentenfonds Staats­anleihen Euro­land (Euro). Die Angabe in Klammern bezeichnet die Währung, in der die Anleihen notieren. Ebenfalls als Sicher­heits­baustein geeignet sind Rentenfonds Welt (Euro), die außer in Staats- auch in Unter­nehmens­anleihen und in Pfand­briefe investieren. Auch diese Fonds kaufen vorwiegend auf Euro lautende Papiere. Größere Bestände an Fremdwährungs­anleihen sichern sie in Euro ab.

Welt­weit aufgestellt, aber abge­sichert

Ein solcher Rentenfonds Welt (Euro) ist zum Beispiel der mit der Finanztest-Bestbewertung von fünf Punkten ausgezeichnete Fonds Goldman Sachs Global Fixed Income Plus Portfolio (Hedged). Der Fonds hat rund 40 Prozent seines Vermögens in amerikanische Anleihen investiert, einen Teil in britische und japa­nische Papiere, und nur 40 Prozent in Euro­land. Die ausländischen Anleihen sind aber alle in Euro abge­sichert, weshalb für Anleger kein Währungs­risiko besteht.

Risiko doppelt so hoch

Währungs­schwankungen können das Gesamt­risiko von Rentenfonds verdoppeln. Das zeigt ein Beispiel: Der Renten­index Barclays US Credit, der über­wiegend amerikanische Unter­nehmens­anleihen nach­zeichnet, wies in den vergangenen fast 14 Jahren eine Schwankungs­breite von rund 5 Prozent auf. Zum Vergleich: Die weit riskanteren Aktien schwanken in Größen­ordnungen von um die 20 Prozent. Wenn nun nicht ein amerikanischer, sondern ein deutscher Anleger in den Barclays US Credit Index investieren würde, dann käme zu den Anleiherisiken noch das Wechsel­kurs­risiko dazu. Das erhöht die Schwankungs­breite, die Volatilität, von 5 auf 10 Prozent – doppelt so viel. Ohne Wechsel­kurs­risiko, das heißt abge­sichert, lägen die Schwankungen dagegen wieder bei 5 Prozent.

Wer will, kann auch spekulieren

Ein steigender Dollar ruft natürlich auch Anleger auf den Plan, die genau davon profitieren wollen. Auch für ihre Zwecke gibt es Fonds. Sie nehmen für die höheren Renditen, die sie sich dadurch erhoffen, höhere Risiken bewusst in Kauf. Wer auf den Dollar setzen will, hat die Wahl zwischen Rentenfonds Staats­anleihen USA (US-Dollar), die nur amerikanische Staats­papiere kaufen, und Rentenfonds Welt (US-Dollar), die verschiedene Arten von Anleihen erwerben, auch von Emittenten außer­halb der Vereinigten Staaten. Es gibt außerdem Rentenfonds, die Anleihen in Britischen Pfund kaufen: Rentenfonds Groß­britannien (Britische Pfund). Sie haben in den vergangenen fünf Jahren in der Spitze Renditen von mehr als 11 Prozent pro Jahr erzielt. Auch auf den Franken können Anleger setzen. Die besten Rentenfonds Welt (Schweizer Franken) brachten trotz des nied­rigen Zins­niveaus in der Schweiz Fünf­jahres­renditen von rund 9 Prozent pro Jahr.

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