Gold glänzt 2014 nur in Euro

Der Gold­preis ist dieses Jahr um knapp 4 Prozent gefallen. Die meisten Gold­käufer dürften trotzdem Plus gemacht haben – weil gleich­zeitig der Kurs des Dollar gestiegen ist. Das ist gut, doch so mancher Käufer hat sich gegen das Dollarrisiko abge­sichert – und steht jetzt im Minus. Gerade bei Gold oder Rohstoffen sind währungs­gesicherte Investments beliebt. Anleger wollen auf die reine Preis­entwick­lung der Metalle, von Öl, Gas und anderen Rohstoffen setzen – und nicht zugleich auch auf den Dollar spekulieren, in dem die meisten Rohstoffe gehandelt werden. Mitunter peppt der Wechselkurs ein Verlust­geschäft jedoch wieder auf, wie das Beispiel Gold zeigt.

Der Dollar reißt es raus

Der Preis für eine Fein­unze (31,1 Gramm) Gold wird traditionell zwei Mal täglich in London fest­gestellt – in Dollar. Anleger, die Gold als Münzen oder Barren kaufen, haben daher immer auch ein Währungs­risiko – oder eine Gewinn­chance, je nachdem. Steigt der Gold­preis beispiels­weise um 5 Prozent, während der Dollar um 4 Prozent fällt, bleibt unterm Strich nur rund 1 Prozent übrig. Zurzeit sieht die Lage freilich anders aus: Gold ist seit Anfang Januar um knapp 4 Prozent gefallen –- von 1224 Dollar auf rund 1182 Dollar je Fein­unze (Stand 30. November). Der Dollarkurs ist gleich­zeitig aber gestiegen. In Euro umge­rechnet kostete die Unze Gold am Jahres­ende mit 963 Euro sogar mehr als Anfang des Jahres, wo sie 888 Euro wert war. Hiesige Anleger haben daher trotz des gesunkenen Gold­preises 7 Prozent Plus gemacht. Es liegt auf der Hand – in diesem Jahr hätte eine Währungs­absicherung keine Freude gemacht. Doch der Trend kann auch wieder drehen.

Absicherung hat Rendite gekostet

Wer sein Gold­investment gegen Wechsel­kurs­risiken absichern will, kann zum Beispiel Zertifikate mit Absicherung kaufen. Die Absicherung gibt es aber nicht umsonst, wie ein Vergleich zweier Gold­zertifikate der Deutschen Bank zeigt. Das Gold X-pert-Zertifikat (Isin DE0007223737) zeichnet den Gold­preis nach, wird in Euro umge­rechnet und hat ebenfalls knapp 7 Prozent Plus gemacht. Das Gold X-pert-Zertifikat Quanto (DE000DB0SEX9) ist währungs­gesichert. Es soll hiesigen Anlegern die Wert­entwick­lung des in Dollar fest­gestellten Gold­preises bescheren. Mit anderen Worten: Wenn der Gold­preis (in Dollar) steigt, dann steigt auch das Zertifikat (in Euro). Wenn der Gold­preis (in Dollar) allerdings fällt, dann macht auch der Anleger in Euro Verlust – ganz egal, wie sich der Wechselkurs entwickelt. Konkret heißt das: Das Gold X-pert-Zertifikat Quanto hat in diesem Jahr über 5 Prozent verloren – das ist ein wenig mehr als der Gold­preis selbst, weil die Kosten für die Absicherung noch abge­zogen werden. Mehr über die Geld­anlage mit Rohstoff­zertifikaten finden Sie im Finanztest-Special Mit Zertifikaten Gold, Öl und Kaffee kaufen.

Rohstoff­preise pur

Es gibt auch zahlreiche Quanto-Zertifikate auf andere Rohstoffe. Wer dieser Tage auf einen steigenden Ölpreis spekulieren will, findet zum Beispiel bei der Commerz­bank ein Brent-Crude-Oil-Future-Zertifikat, das den Preis von Nordsee-Öl abbildet. Eine Variante notiert in Dollar (DE000CB77TJ8), die andere ist währungs­gesichert (DE000CB77TG4). Derzeit stehen wegen des Preis­verfalls von Öl beide Papiere im Verlust – die Dollar­variante allerdings weniger, weil Anleger auch hier vom Preis­anstieg der US-Währung gegen­über dem Euro profitieren.

Wer in Rohstoffe investieren will, kann auch Fonds kaufen. Es gibt zum einen Rohstof­faktienfonds. Sie kaufen die Aktien der Berg­bau­unternehmen. Zum anderen gibt es ETF, börsen­gehandelte Indexfonds, die einen Rohstoff­index abbilden und sich auf die Preise der Rohstoffe beziehen. Sie gibt es auch als währungs­gesicherte Variante. Ein Beispiel ist der db x-trackers DB Commodity Booster Bloomberg Ucits ETF, der einen Index mit 22 verschiedenen Rohstoffen abbildet.

Auch die Absicherung kann zum Vabanque-Spiel werden

Abge­sehen davon, dass die Rohstoff­preise derzeit tendenziell sinken, war es dieses Jahr lohnender, die Wechsel­kurs­risiken nicht abzu­sichern. Der starke Dollar trug dazu bei, dass die Verluste nicht noch höher ausfielen.

Wer über eine längere Zeit investiert bleibt, braucht eine Absicherung nicht unbe­dingt. Das zeigt ein Vergleich des Original-Gold­preises mit dem in Euro umge­rechneten Preis (siehe Grafik).

Währungs­risiko Special

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