Währungs­risiko Special

Schwächelt der Euro noch länger? Wie entwickelt sich der Schweizer Franken? Was macht der Dollar? Die einen spekulieren bewusst – mal auf fallende, mal auf steigende Kurse. Andere wollen mit den Kapriolen am Devisenmarkt nichts zu tun haben und suchen nach Produkten, die währungs­gesichert sind. Solche Angebote gibt es sowohl bei Fonds als auch bei Zertifikaten. Doch so sinn­voll das klingt – nicht immer ist die Absicherung nötig.

Währungs­risiken stehen auch Chancen gegen­über

Banken müssen ihre Kunden im Beratungs­gespräch auf Währungs­risiken hinweisen. Wer sein Geld beispiels­weise in interna­tionale Aktienfonds steckt, kauft auch an ausländischen Börsen ein. Die Aktien an der New York Stock Exchange oder der Computerbörse Nasdaq notieren in Dollar, in London gelistete Papiere lauten auf Pfund, japa­nische Aktien in Tokio wechseln in Yen ihren Besitzer. Aktienfonds sind per se eine riskante Geld­anlage, die Kurse schwanken mitunter stark, manchmal können Anleger sich längere Zeit über zwei­stel­lige Gewinne freuen, doch es gibt auch Jahre, in denen sie nur Verluste sehen. Das Währungs­risiko, auf das die Bank­berater ihre Kunden hinweisen, bedeutet aber nicht unbe­dingt ein zusätzliches Risiko. Im Gegen­teil: Kurs­schwankungen von Aktien und Währungs­risiken gleichen sich zum Teil sogar aus. Im Übrigen haben Anleger nicht nur ein Verlustrisiko mit ausländischen Währungen. Wenn es gut läuft, können sie ihre Rendite auch steigern.

Währungs­risiko Special

Von Aktien bis Zertifikate

Dieses Währungs-Special beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken von Wechsel­kurs­entwick­lungen für verschiedene Geld­anlageformen. Ob eine Absicherung der Währungs­risiken sinn­voll ist, hängt wesentlich davon ab, ob ein Anleger in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe investiert.

Der Kauf von Gold etwa ist ein klassisches Beispiel für Geld­anlagen mit Währungs­risiken. Der Preis für eine Fein­unze wird in Dollar fest­gestellt, hiesige Gold­anleger müssen daher immer den Wechselkurs des Dollar zum Euro berück­sichtigen, wenn sie wissen wollen, wie sich ihr Investment entwickelt hat. Wem es allein auf die Entwick­lung des Gold­wertes ankommen würde, der bräuchte eine Währungs­absicherung.

Bei Aktienfonds haben Anleger die wenigsten Risiken mit breit gestreuten Fonds – auch wenn die Fonds in ausländische Aktien investieren. Länderfonds sind oft riskanter, selbst wenn sie nur deutsche Aktien kaufen, die gar kein Währungs­risiko bergen. Die Absicherung bei Aktien ist oft unnötig.

Wichtig ist hingegen die Währungsabsicherung bei Rentenfonds – für Sparer, die einen sicheren Grund­baustein fürs Depot suchen und ihre Risiken minimieren wollen, geradezu ein Muss. Wer jedoch spekulieren will, für den eignen sich Rentenfonds, die Fremdwährungs­anleihen kaufen, besonders gut.

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