Jeder Sechste der 20- bis 40-Jährigen will sich in Zukunft selbstständig machen. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage. Auch die Informationsmöglichkeiten zum Thema werden besser: Wirtschaftsminister Wolfgang Clement hat ein neues Gründerportal freigeschaltet, dessen Herzstück ein Expertenforum sein soll.

Im Osten schreckt das Risiko

Laut der im Auftrag der Gothaer Versicherung entstandenen Umfrage gibt es auch Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern: Wollen sich demnach im Westen gut 16,5 Prozent der Befragten in den nächsten drei bis fünf Jahren selbstständig machen, sind es in den östlichen Ländern nur 8,9 Prozent. Das Risiko einer Gründung wird hier erheblich höher eingeschätzt. Dementsprechend gilt im Osten „hohe Risikobereitschaft“ auch als zweitwichtigste Charaktereigenschaft eines Neu-Unternehmers. Im Westen dagegen rangiert dieser Wesenszug erst auf Platz fünf. Grundsätzlich sieht auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) die wachsende Gründerbereitschaft als positives Signal: „Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben besonderen Anteil an der Wirtschaftsleistung Deutschlands“, schreibt das Ministerium. Zudem schafft jeder Gründer neue Arbeitsplätze.

Wo lauern die Gefahren?

Ihre Startbedingungen sehen die Firmenchefs in spe durchaus realistisch. Als „wichtigste Voraussetzungen“ gelten laut Umfrage eine „gute Geschäftsidee“, „hohe fachliche Qualifikation“ und „ausreichendes Eigenkapital“. Und auch die Gefahren, die auf ein neues Unternehmen lauern, werden erkannt: Die Befragten nannten vor allem Arbeitsunfähigkeit, Krankheit und Unfall - Risiken wie Ertragsausfall durch Brand, Einbruch oder Betriebsunterbrechung fürchten sie weniger. Wie unsicher der Sprung in die Selbstständigkeit sein kann, zeigt ein Blick auf die Pleite-Statistik: Im Jahr 2002 mussten nach Angaben der Gothaer Versicherung fast 37 600 Betriebe Insolvenz anmelden - die meisten davon fielen in die Kategorie Einzelunternehmer, Kleingewerbe und freie Berufe.

Wirtschaftsminister schaltet Gründerportal frei

Als neue Informationsquelle rund um die Themen Existenzgründung und Mittelstand hat Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) jetzt das neue Gründerportal www.existenzgruender.de freigeschaltet. Sein „Herzstück“, so das Ministerium, ist ein Expertenforum, in dem sich Gründer und junge Unternehmer bei mehr als 25 Spezialisten per E-Mail Rat holen können. Zudem finden sich Infos, Checklisten und Tests für eine strukturierte Gründungsplanung, eine Adressdatenbank sowie zahlreiche Online-Recherchehilfen, beispielsweise zu Förderprogrammen und Gründersoftware. Zusätzlich hat das BMWA zum Thema unter der Rufnummer 01805 - 615 001 (12 ct./min) auch ein Info-Telefon eingerichtet.

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