Die WWN-Group, ein Finanzdienstleister aus Innsbruck, lädt derzeit Vermittler unter dem Motto: „Ein Leben lang stornofrei Geld verdienen!“ zu Seminaren in Deutschland ein. Dort wird ihnen erklärt, wie sie für die WWN langjährige Fondspolicen so verkaufen, dass die Kunden sie nicht bald wieder stornieren. Die Vermittler sollen Kunden Treuhandvereinbarungen aufschwatzen, die sie zur Zahlung von drei Jahresbeiträgen im Voraus verpflichten. Erst wenn der Kunde so viel gezahlt hat, bekommt der Vermittler die volle Provision.

Von der Treuhandvereinbarung profitieren die Bank Austria Creditanstalt Versicherung in Wien als Anbieter der fondsgebundenen ­Lebensversicherung „Life Invest“, die WWN-Group sowie der Ber­liner Notar Michael M. E. Wünsch, der die Verträge beurkundet.

Für den Kunden ist der Treuhandvertrag riskant. Er kann davon nicht zurücktreten, er kann ihn nicht widerrufen oder aufheben. Damit sichert sich die WWN die volle Provision für jede Fondspolice.

Hält der Kunde die Vorauszahlungsfrist für den dritten Jahresbeitrag nicht ein, fließt das Geld für den zweiten Beitrag vom Treuhandkonto nicht an die Versicherung, sondern direkt an die WWN Versicherungsvermittlung & Investmentmarketing GmbH. Zwar behauptet WWN-Geschäftsführer Manuel Thaler, dass diese später mit dem Kunden verrechnet werden. Im Vertrag steht das jedoch nicht.

Notar und WWN-Group argumentieren, dass durch den Stornoausschluss die Beiträge günstiger seien. Außerdem würden die Vorauszahlungen mit 5 Prozent verzinst. Doch Rabatte gibt es bei anderen Versicherern auch, wenn Beiträge im Voraus gezahlt werden.

Finanztest setzt die WWN-Group wegen dubioser Treuhandverträge auf die Warnliste.

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