WM-Teilnehmer USA Meldung

Jürgen Klins­mann hat die USA in eine Soccer-Mania gestürzt. Nicht einmal, als die WM (1994) im eigenen Land statt­fand, war die Begeisterung so groß. Bis die USA zu einer Welt­macht im Fußball aufsteigen, dürfte es allerdings noch dauern. Wie in Südafrika 2010 war auch in Brasilien 2014 im Achtel­finale Schluss. Wirt­schaftlich gibt’s keine Frage: Die USA sind die unangefochtene Nummer eins der Welt. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

USA in Zahlen*

WM-Teilnehmer USA Meldung

USA auf der Karte.

USA auf der Karte.

  • Einwohner: 319 Millionen
  • Haupt­stadt: Washington D.C.
  • Währung: amerikanischer Dollar, 1 Euro = 1,36 Dollar (Stand 3. Juli 2014)

Immer die Nummer 1 – fast immer

Die USA hat mit Abstand das größte Brutto­inlands­produkt (BIP) der Welt: Insgesamt 16,7 Billionen US-Dollar beträgt die Wirt­schafts­leistung der Amerikaner. 16 700 000 000 000. Eine ganz schön große Zahl. Nur China, wo viermal mehr Menschen leben als in den USA, kann einigermaßen folgen – mit 13,4 Billionen Dollar. Auf Platz 3 liegt Indien mit knapp fünf Billionen Dollar, dahinter Japan mit 4,7 Billionen. Zum Vergleich: Das deutsche BIP beträgt 3,2 Billionen Dollar. Auch die welt­größten Unternehmen stammen aus den USA: Apple, Exxon Mobil und Microsoft. Das sind die drei Top-Titel im Welt­aktien­index MSCI. Außerdem in den Top Ten: General Electric, Chevron, Procter&Gamble. Unter den zehn größten Werten finden sich dort über­haupt nur amerikanische Firmen – mit zwei Ausnahmen: Nestlé und Roche aus der Schweiz.In einer Statistik allerdings müssen sich die USA ausgerechnet den Kleinsten geschlagen geben: beim BIP pro Kopf, das die erbrachte Wirt­schafts­leistung je Einwohner misst. Hier liegen Länder wie Katar, Liechten­stein und Macau auf den Plätzen eins bis drei, die USA sind nur Nummer 14.

Der berühmte Dow

Recht­zeitig zum Nationalfeiertag am 4. Juli knackte der berühmte Dow-Jones-Index zum ersten Mal die 17 000-Punkte-Marke. Den Index gibt es schon seit 1896. Charles Dow war es, der die Idee hatte und die Unternehmen zusammen­stellte – General Electric war übrigens damals schon dabei. Der Dow Jones Industrial Average, wie der Index offiziell heißt, listet 30 Unternehmen und ist ein Preis­index. Das heißt, dass er – anders als zum Beispiel der Dax – für die Punktebe­rechnung keine Dividenden mitzählt. Der Dow gilt als der wichtigste Index und beein­flusst die Börsen welt­weit. Und das, obwohl er nicht nach den üblichen Kriterien aufgebaut ist – beispiels­weise finden sich keine Aktien von Apple im Index, obwohl das die Firma mit dem größten Börsen­wert ist. Der Börsen­wert spielt auch keine Rolle bei der Gewichtung der Gesell­schaften im Index: Größter Wert ist Visa, gefolgt von IBM und Gold­man Sachs. Anleger bekommen börsen­gehandelte Indexfonds, ETF, zum Beispiel von comstage, iShares und Lyxor. Übrigens: Bei ETF bekommen Anleger die Dividenden immer, auch wenn es sich um einen Preis­index handelt. Entweder werden sie ausgeschüttet oder im Fonds behalten (thesauriert).

USA ist die halbe Welt

Der Dow Jones ist als Investment allerdings nicht die erste Wahl. Eine besser gestreute Variante finden Anleger mit dem Index S&P 500 von Stan­dard & Poor’s. Der Index listet 500 führende Unternehmen aus den wichtigsten Branchen der USA. Apple hat einen Anteil von 3 Prozent, Exxon kommt auf 2,9 Prozent, General Electric auf 1,7 Prozent. Es gibt zahlreiche ETF auf diesen Index, der von iShares ist der bislang einzige, der älter als fünf Jahre ist. Er hat die Finanztest-Bestbewertung von fünf Punkten. Noch breiter aufgestellt ist mit 617 Werten der Index von MSCI für die USA. Auch hierfür finden Anleger eine größere Auswahl an ETF im Produktfinder Fonds. Fünf Punkte haben die ETF von Amundi, comstage, db x-trackers, Lyxor und UBS. Die Fonds­gruppe Aktienfonds USA bietet auch eine große Auswahl an gemanagten Fonds. Die Fonds eignen sich ähnlich wie Aktienfonds Welt als Grund­baustein fürs Depot, gemischt allerdings mit Aktienfonds Europa und Asien. Anleger, die bereits einen Aktienfonds Welt besitzen, sollten wissen, dass sie damit schon einen hohen Anteil amerikanischer Aktien in ihrem Depot liegen haben. Im Index MSCI World zum Beispiel hat der US-Markt einen Anteil von mehr als 50 Prozent. Die Aufteilung gemanagter Fonds kann davon abweichen.

Das Runde gehört über­all hin

Normaler­weise schwappen Trends von den USA nach Europa herüber. Coca Cola, Burger, High Tech Elektronik, Klamotten. Gute Wirt­schafts­daten wie kürzlich die erfreulichen Zahlen vom amerikanischen Arbeits­markt beflügeln nicht nur die amerikanische Börse, sondern auch die Märkte hier­zulande. Mit dem Fußball ist es umge­kehrt: Stars wie einst Franz Beckenbauer bei Cosmos New York, David Beck­ham bei Los Angeles Galaxy und jetzt Jürgen Klins­mann als Nationaltrainer haben die Lust am Spiel mit dem runden (!) Ball von Europa aus über den großen Teich gebracht.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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