WM-Teilnehmer Schweiz Meldung

Die Schweiz hat ungefähr genauso viele Traditionen wie Berge. Dass der Fußball eine lange Tradition im Alpen­land hat, wissen dabei die wenigsten. Bei den Banken weiß es die ganze Welt. Die Finanz­branche gilt seit Jahr­zehnten als eine der wichtigsten Säulen des Wachs­tums. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Die Schweiz in Zahlen*

WM-Teilnehmer Schweiz Meldung

Die Schweiz auf der Karte.

Die Schweiz auf der Karte.

  • Einwohner: 8,1 Millionen
  • Haupt­stadt: Bern
  • Währung: Schweizer Franken, 1 Euro = 1,21 Schweizer Franken (Stand 1. Juli 2014)

Banken mächtiger als die Schweizer Wirt­schaft

Der Finanzsektor trägt mit über 10 Prozent zur Wert­schöpfung bei. 6 Prozent der Beschäftigten arbeiten hier. Nach Angaben des Eidgenössischen Depart­ments für Auswärtige Angelegenheiten verwalteten Schweizer Banken Ende 2011 Vermögen im Wert von 5,3 Billionen Franken. Ende 2008 hatten die Schweizer Banken nach Angaben der Schweizerischen National­bank zusammen eine Bilanz­summe von drei Billionen Franken, davon entfielen mehr als die Hälfte auf Groß­banken wie UBS oder Crédit Suisse. Die Schweizer Wirt­schafts­leistung, das BIP, betrug zur selben Zeit nur ungefähr ein Fünftel. Kein Wunder, dass die gewichtige Rolle der Banken während der Finanz­krise Ängste schürte. Mitt­lerweile ist die Krise so gut wie über­standen. Der Leit­index der Schweizer Börse, der Swiss Market Index (SMI), lag zuletzt bei rund 8 600 Punkten (Stand 1. Juli 2014) und zählt damit das Doppelte wie im Früh­jahr 2009. Sein Allzeit­hoch von vor der Finanz­krise – 9 500 Punkte – hat der SMI aber noch nicht wieder erreicht.

Die härteste Währung der Welt

Krisengewinner, wenn man so will, war der Schweizer Franken. Traditionell als sicherer Hafen in schweren Zeiten angesteuert, brachten auch während der globalen Finanz­krise zahlreiche Investoren ihr Geld in der Schweiz in Sicherheit. Der Franken stieg und stieg. Gab es im Sommer 2007, vor Ausbruch der Krise, noch 1,65 Franken für einen Euro, waren es zwei Jahre später nur noch rund 1,50 Franken. Als der Euro in die Krise rutschte, stieg der Franken noch weiter. Im Sommer 2010 stand er bei 1,30. Ein Jahr später, als dann auch die USA vor der Schuldenklippe stand, kam es zur Parität: Am 9. August gab es für einen Euro noch 1,01 Schweizer Franken. Am nächsten Tag schritt die Schweizer National­bank ein. Sie verkündete ein Kurs­ziel von 1,20. Seither bewegt sich der Kurs um diesen Dreh.

Pharma, Uhren und Nahrungs­mittel

Die Kehr­seite der Medaille: Der Schweizer Export­wirt­schaft nützt ein starker Franken nichts, im Gegen­teil. Er erschwert den Verkauf ihrer Waren auf dem Welt­markt. Pharma­produkte etwa, produziert von Novartis oder Roche. Nahrungs­mittel von Nestlé, Saat­gut von Syngenta oder Uhren von Swatch. Sie alle zählen zum SMI, der die 20 größten Schweizer Firmen enthält. Doch die hoch­technologisierte Schweizer Wirt­schaft besticht mit Know How und Inno­vations­kraft. Die Gewinner an der Börse in den vergangenen zwölf Monaten waren der Biopharma­konzern Actelion, der neue Behand­lungs­methoden erforscht, der welt­weit tätige Personal­dienst­leister Adecco sowie der Sanitär­technikkonzern Geberit. Anleger, die sich für Schweizer Aktien interes­sieren, finden im Produktfinder Fonds eine eigene Gruppe mit Aktienfonds Schweiz. Mit der Bestbewertung von fünf Punkten ausgezeichnet sind die Fonds Falcon Swiss Equity und UBAM Swiss Equity. Den Leit­index bilden der Fonds von iShares, comstage und db x-trackers ab.

Die Nati noch ohne Titel

Im Fußball gilt die Schweiz als Pioneer­land. Eng­lische Studenten auf Schweizer Privatschulen sollen die ersten Mann­schaften aufgestellt und im Jahr 1860 den Lausanne Football & Cricket Club ins Leben gerufen haben – der Münchner Verein TSV 1860 hat seine Fußball­abteilung erst später, im Jahr 1899, bekommen. Die Schweiz war Austragungs­ort der Welt­meisterschaft 1954, bei der Deutsch­land gewann. Ihre eigene National­mann­schaft, die Nati, hat noch keine Titel geholt. Außerdem ist die Schweiz Gründungs­mitglied und Haupt­sitz der FIFA, die ihrer­seits eine milliarden­schwere Wirt­schafts­macht ist.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

Dieser Artikel ist hilfreich. 6 Nutzer finden das hilfreich.