WM-Teilnehmer Russ­land Meldung

Russ­land ist das größte Land der Welt. Und zwar mit Abstand: Es erstreckt sich über 17 Millionen Quadratkilo­meter und ist damit ungefähr doppelt so groß wie Brasilien. Brasilien ist dafür größer im Fußball. An den Kapitalmärkten finden sich die beiden vereint in der erfolg­reichen Einheit BRIC, gemein­sam mit Indien und China. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Russ­land in Zahlen*

WM-Teilnehmer Russ­land Meldung

Russ­land auf der Welt­karte.

Russ­land auf der Welt­karte.

  • Einwohner: 142,5 Millionen
  • Haupt­stadt: Moskau
  • Währung: russischer Rubel, 1 Euro = 45,96 russische Rubel

Russ­land im Kreis der „aussichts­reichen Vier“

Die BRIC-Staaten bilden keine Wirt­schafts­gemeinschaft. Das Kürzel fasst lediglich vier aussichts­reiche und – zumindest zurzeit seiner Entstehung 2001 – ähnlich starke Schwellenländer zusammen. Stand heute ist Russ­land im Aktien­index MSCI BRIC das kleinste Land mit einem Anteil von 12,8 Prozent. Zwar wuchs die russische Wirt­schaft nach Angaben des World Factbook der CIA zwischen 1998 und 2008 um durch­schnitt­lich 7 Prozent pro Jahr. Doch der Rück­schlag durch die von der Finanz­krise ausgelöste Welt­wirt­schafts­krise traf das Land umso härter. In den vergangenen drei Jahren ging es wieder aufwärts: 4,3 Prozent im Jahr 2011, 3,4 Prozent im Jahr 2012 und 1,3 Prozent im Jahr 2013.

Energiekonzerne Gazprom und Lukoil im Index vorn

Wohl und Wehe der russischen Wirt­schaft ist stark abhängig vom Öl- und Gasgeschäft. Russ­land ist einer der größten Energieproduzenten der Welt und verfügt nach Angaben des Auswärtigen Amtes über 17,6 Prozent der Welt­gasreserven sowie 5,2 Prozent der Welt­ölreserven. 2012 lag Russ­land nach Saudi-Arabien an Platz zwei der Ölförderländer und nach den USA auf Platz zwei der welt­größten Gasproduzenten. So nimmt die staatliche Firma Gazprom, die rund drei Viertel der russischen Gasvorkommen kontrolliert, dann auch die stärkste Position im Index für den russischen Markt ein. Gazproms Anteil im MSCI Russia beträgt rund 23 Prozent. Und auf dem zweiten Platz folgt der Ölkonzern Lukoil mit einem Gewicht von 14 Prozent.

Der Krisen-Einbruch ist fast über­wunden

Nach Jahren des Zuwachs brachen die Aktien­kurse in Russ­land in diesem Früh­jahr um ein Viertel ein, ausgelöst durch die Krise in der Ukraine. Inzwischen stehen sie aber fast wieder auf Jahres­anfangs­niveau. Wen die Krise nicht abschreckt, kann auf unterschiedliche Arten in den russischen Markt investieren: So gibt es Aktienfonds Russ­land, die sich nur auf dem russischen Markt bewegen. Die Finanztest-Bestbewertung von fünf Punkten haben die Fonds Parvest Equity Russia Opportunities und Raiffeisen Russland-Aktien. Weit weniger spekulativ, wenn auch immer noch riskant, ist der Kauf von Aktienfonds BRIC, die eine breitere Streuung anbieten. Auch für diese Gruppe finden Anleger Bewertungen im Produktfinder Fonds. Eine weitere Anlage­möglich­keit bieten Aktienfonds Osteuropa, in denen Russ­land oft ein hohes Gewicht einnimmt. Auch hier verteilt sich das Geld der Anleger aber auf mehrere Länder, was das Risiko reduziert.

Auf dem Fußball­platz als Sowjet­union erfolg­reicher

Als Sowjet­union hat Russ­land im Fußball größere Erfolge gefeiert als heut­zutage: 1960 wurde die Mann­schaft Europameister, bei drei Welt­meisterschaften erreichte sie das Viertel­finale, einmal schaffte sie es sogar auf den vierten Platz. 2006 und 2010 hatten sich das russische Team nicht qualifiziert und bei der laufenden WM in Brasilien ist nach der Vorrunde Schluss. Wirt­schaftlich betrachtet ist die Entwick­lung entgegen­gesetzt. Da läuft es heute runder als früher.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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