WM-Teilnehmer Portugal Meldung

Für WM-Verlierer Portugal sollte sie etwas Besonderes werden, die WM im Bruder­land. Weil viele Brasilianer ihre Wurzeln in Portugal haben, dieselbe Sprache sprechen, und weil sich die Portugiesen sport­lich einiges versprachen. Auch ökonomisch sind die Verbindungen zwischen den beiden Ländern Portugal und Brasilien ausgeprägt. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Portugal in Zahlen*

WM-Teilnehmer Portugal Meldung

Portugal auf der Welt­karte

Portugal auf der Welt­karte

  • Einwohner: 10,8 Millionen
  • Haupt­stadt: Lissabon
  • Währung: Euro

Portugiesen in Übersee

Einige portugiesische Unternehmen sind außer im eigenen Land auch in ehemaligen Kolonien tätig, wie etwa die führende Privatbank Grupo Espirito Santo oder die Portugal Telecom, die inzwischen mit dem brasilia­nischen Pendant Oi zusammen­gegangen ist. Gemessen am gesamten Brutton­inlands­produkt (BIP) hat Brasilien Portugal längst über­holt. Gemessen am BIP pro Kopf, der Wirt­schafts­leistung umge­rechnet auf die Einwohnerzahl, liegt das kleinere Portugal mit Abstand vorn. Noch: Während in den vergangenen drei Jahren die brasilia­nische Wirt­schaft zugelegt hat, ist die portugiesische geschrumpft.

Spar­programm schnürte Wachs­tum ab

Grund für den Rück­gang des BIP ist die Schuldenkrise in Euro­land und die damit verbundenen Spar­anstrengungen. Dabei hatte alles so gut begonnen: Als Portugal 1986 der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) beitrat, wuchs die Wirt­schaft fast durch die gesamten 90er Jahre hindurch stärker als der EG-Durch­schnitt. Nach der Jahr­tausend­wende verlang­samte sich das Wachs­tum etwas. 2009 brach dann infolge der Finanz­krise die Konjunktur ein. Und im Mai 2011 schlüpfte Portugal unter den Rettungs­schirm von EU und Interna­tionalem Währungs­fonds (IWF).

Finanz­hilfen nicht mehr nötig

Drei Jahre später, im Mai 2014, hat Portugal den Rettungs­schirm offiziell abge­legt, nachdem das Land einen Monat zuvor zehnjäh­rige Anleihen am Markt platzieren konnte – und auf eine riesige Nach­frage stieß. Die Wirt­schaft sei wieder wett­bewerbs­fähig, verkündete die Regierung. An den Aktienmärkten hatte man die gute Entwick­lung geahnt: Von Mitte 2012 an ist der Leit­index des Landes, der PSI 20, zwischen­zeitlich um rund zwei Drittel gestiegen.

Länder­investment für Risikofreudige

Risikofreudige Anleger können börsen­gehandelte Indexfonds auf den PSI 20 kaufen, etwa von comstage. Wem das ein wenig zu spekulativ ist, stößt auf portugiesische Aktien auch in Aktienfonds Euro­land. In Rentenfonds Staats­anleihen Euro­land spielt Portugal dagegen kaum eine Rolle. Die Fonds, die sich als Sicher­heits­baustein fürs Depot eignen, kaufen nur Staats­anleihen mit sehr guten Noten von AAA bis BBB (Stan­dard & Poors). Portugal ist bei Stan­dard & Poors noch mit BB geratet, das reicht nicht.

Portugal und Brasilien auch sport­lich verflochten

Die Hoff­nungen Portugals auf einen guten Platz bei der WM in Brasilien haben sich nicht erfüllt. Das bisher beste Ergebnis war ein Dritter Platz bei der Endrunde in London 1966 – was übrigens auf den Einfluss eines Brasilianers zurück­zuführen war. Trainerlegende Otto Glória aus Rio de Janeiro hatte den portugiesischen Fußball revolutioniert und Stars wie Eusebio geformt. Und die zweit­beste Platzierung, den 4. Platz bei der WM 2006 in Deutsch­land, verantwortete mit Luiz Felipe Scolari ebenfalls ein Brasilianer.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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