WM-Teilnehmer Nigeria Meldung

Bei der U17-WM 2013 in den Vereinigten Arabischen Emiraten schlug Nigeria Mexiko mit 3:0 und holte den Titel. Die Teenies von heute sind die „Super Eagles“ von morgen: Beim Turnier in Russ­land steht die National­mann­schaft Nigerias vielleicht schon im Finale. Auch für die Wirt­schaft im Land verspricht die Jugend Schwung. Die Hälfte der Nigerianer ist unter 18 Jahre alt. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Nigeria in Zahlen*

WM-Teilnehmer Nigeria Meldung

Nigeria auf der Welt­karte

Nigeria auf der Welt­karte

  • Einwohner: 177 Millionen
  • Haupt­stadt: Abuja
  • Währung: Nigeria­nische Naira, 1 Euro = 222,57 Naira (Stand 1. Juli 2014)

Öl und Bier

Die Förderung von Öl ist der wichtigste Wirt­schafts­zweig Nigerias und sorgt nach Angaben des Auswärtigen Amtes für rund 80 Prozent der Staats­einnahmen. Die Regierung legt einen Teil der Einnahmen aus dem Ölexport beiseite, um zum Beispiel Reserven für schlechtere Zeiten anzu­legen. Außerdem will sie Teile des Geldes in die Infrastruktur stecken. Die nigeria­nische Wirt­schaft wächst seit drei Jahren mit Raten zwischen 6 und 7,5 Prozent pro Jahr. Gemessen an der gesamten Wirt­schafts­leistung ist Nigeria die dritt­größte Volks­wirt­schaft in Afrika nach Südafrika und Ägypten. Mit 177 Millionen Einwohnern ist der west­afrikanische Staat, in dem über 500 Sprachen gesprochen werden, allerdings auch das bei Weitem bevölkerungs­reichste Land Afrikas. Für Schwung sorgen außer der Ölför­derung auch der Bankensektor sowie die Tele­kombranche. Im Leit­index der nigeria­nischen Börse, dem NSE 30, sind unter anderem acht Banken, mehrere Brauereien, Energiekonzerne und eine Zucker­fabrik gelistet. Der Index hat in lokaler Währung in den vergangenen drei Jahren um 20 Prozent pro Jahr zugelegt (Stand 30. Juni 2014).

Oft ist Südafrika im Spiel

An den Aktienmärkten Afrikas bestimmt Südafrika das Geschehen. Im Index MSCI Emerging Frontier Markets (EFM) Africa beträgt sein Gewicht knapp 90 Prozent. Nigeria ist mit 5,8 Prozent die zweitgrößte Position im Index, gefolgt von Ägypten mit 2,4 Prozent. Eine bessere Streuung bietet der Index MSCI EFM Africa Top 50 Capped. Auch hier sind zahlreiche südafrikanische Aktien enthalten, allerdings geringer gewichtet. Mit der Zenith Bank und Nigerian Breweries stellt Nigeria die zwei größten Positionen und kommt auf ein Gesamt­gewicht im Index von 26 Prozent. Anleger finden auf diesen Index einen ETF – einen börsen­gehandelten Indexfonds – von db x-trackers. Anleger, die sich verstärkt für ein Investment in Nigeria interes­sieren, könnten auf den MSCI Emerging Frontier Markets Index setzen (mit dem Zusatz „ex South Africa“). Nigeria nimmt hier knapp die Hälfte des Indexes ein, Ägypten rund 20 Prozent. Nennens­wert gewichtet sind außerdem Marokko, Kenia und Mauritius. Einen ETF auf diesen Index gibt es von der Royal Bank of Scotland.

Große Unterschiede im Management

Anleger können afrikanische Aktien auch in Form gemanagter Fonds kaufen. Der Produktfinder Fonds führt eine eigene Gruppe Aktienfonds Afrika, die allerdings bislang keine Finanztest-Bewertungen enthält, weil die meisten Fonds dafür noch nicht lange genug am Markt sind. Von den älteren Fonds hat der Robeco Afrika die beste Fünf­jahres­rendite erzielt – mit einem Plus von 15,5 Prozent pro Jahr. Nigeria ist hier mit 20 Prozent vertreten. Die Unterschiede in dieser Gruppe sind erheblich, es gibt auch Fonds mit nied­riger einstel­liger oder negativer Fünf­jahres­rendite. Frontier Market heißt so viel wie „an der Schwelle zum Schwellen­land“. Wer sich für ein Investment in Afrika-Fonds interes­siert, sollte nur einen kleinen Teil seines Geldes dort anlegen und höhere Schwankungen sowie eventuelle Rück­schläge einplanen.

Die Jugend ist die Zukunft

Noch ist die Armut in Nigeria groß. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung von weniger als einem Dollar pro Tag, betroffen sind Millionen Kinder. Die FIFA unterstützt in Nigeria die soziale Initiative „Search and Groom“, die mit Straßenfuß­ball Jugend­lichen hilft, mit ihrem Leben besser zurecht­zukommen. Das nigeria­nische Onlinemagazin Business Day schreibt schon heute, dass die Jugend, mehr als das Öl, das Pfund sein könnte, mit dem Nigeria in Zukunft wuchert – voraus­gesetzt sie ist gut ausgebildet und findet Jobs.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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