WM-Teilnehmer Kroatien Meldung

Anpfiff! Im WM-Eröff­nungs­spiel spielt Kroatien gegen Brasilien. Die Fans von Hrvatska, wie Kroatien in Landes­sprache heißt, würden sich über einen Erfolg wie bei der WM in Frank­reich freuen, als ihr Team das Halb­finale erreichte. Von glück­licheren Zeiten träumen die Kroaten auch für ihren Alltag. Die wachs­tums­starken Jahre liegen lange zu­rück. Sorgt der Beitritt zur EU für entscheidenden Schwung? test.de zeigt jeden Tag die WM-Teilnehmer von ihrer wirt­schaftlichen Seite.

Kroatien in Zahlen*

WM-Teilnehmer Kroatien Meldung

Kroatien auf der Welt­karte

Kroatien auf der Welt­karte

  • Einwohner: 4,5 Millionen
  • Haupt­stadt: Zagreb
  • Währung: Kroatische Kuna, 1 Euro = 7,58 Kroatische Kuna (Stand 11.6.2014)

Zwei der früheren Teil­staaten bei der WM dabei

Der Krieg in den Neunzigern hat alles verändert. Die Fußball­national­mann­schaft Jugo­slawiens, die „Jugos“, gibt es nicht mehr. Sechs der früheren Teil­staaten treten nun unter eigener Flagge an. Zwei davon, nämlich Kroatien und Bosnien-Herzegowina, haben sich für Brasilien qualifiziert. Die Wirt­schaft Kroatiens hat noch lange unter den Zerstörungen gelitten, die das Auseinander­brechen des Vielvölker­staates und die anschließenden Feindselig­keiten ange­richtet haben.

Früher Berg­bau, jetzt Touristen

Früher war der Berg­bau einer der bedeutendsten Wirt­schafts­zweige in dem an Bodenschätzen reichen Land. Heute ist es der Dienst­leistungs­sektor, allen voran die Reisebranche. Die Finanz­krise 2008 bedeutete einen schweren Rück­schlag für die Ökonomie des Balkan­staates. Seither ist die Wirt­schafts­leistung jedes Jahr zurück­gegangen. Viele Menschen sind arbeitslos. Probleme bereitet der schwache Export. Neuen Schwung erhofft man sich durch die Europäische Union. Seit dem 1. Juli 2013 ist Kroatien dort Mitglied. Geschäftliche Beziehungen gibt es schon länger. Auto­zulieferer Ad Plastik zum Beispiel produziert unter anderem für Renault oder Peugeot-Citroen. Die Aktie findet sich im Danske Trans-Balkan-Fonds (LU0249704346), als eine von zweien aus Kroatien (Jahres­bericht 31.12.2013). Der Fonds der dänischen Gesell­schaft zählt zur Gruppe der Aktienfonds Osteuropa ex Russland. Kroatien ist in dieser Gruppe ein Exot und in den Fonds oft gar nicht vertreten.

Nur wenige Fonds zielen in den kroatischen Markt

Die meisten Fonds konzentrieren sich auf Polen, Tschechien und Ungarn. Ausnahmen sind zum einen der Fonds Qimco Balkan der österrei­chischen Erste Asset Management (AT0000A07HY5), der jedoch vor allem auf Serbien setzt, und zum anderen der Balkan Tiger von Swiss & Global Asset Management (LU0348123497). Hier sind kroatische Titel wie der Agrar­konzern Europlantaze oder die Firma Razvitak, die zum Beispiel Staubsaugerbeutel herstellt, mit einem Anteil von 45 Prozent vertreten.

Kroatien: 1998 auf WM-Platz 3

Wer der kroatischen Wirt­schaft Tigerkräfte zutraut und mit seinem Geld etwas riskieren kann, findet hier ein passendes Investment. Im vergangenen Jahr hat der Balkan-Tiger-Fonds entgegen dem Schwung in West­europa 2,3 Prozent verloren (Stichtag 31. März 2014). Doch Kroatien war, zumindest im Fuss­ball, schon einmal für eine Über­raschung gut. Bei ihrer ersten Welt­meisterschaft 1998 in Frank­reich kickten sich die Kroaten auf Platz drei – sie schmissen damals die Deutschen aus dem Rennen und gewannen im so genannten kleinen Finale gegen die Nieder­lande.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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