WM-Teilnehmer Kamerun Meldung

Kameruns „unbe­zähm­bare Löwen“ wären diesmal schon mit dem Einzug ins Achtel­finale zufrieden. Schwer genug in der Gruppe mit Brasilien, Kroatien und Mexiko. Wirt­schaftlich zeigen sich die Afrikaner ambitionierter: Mit der „Vision 2035“ hat sich das Land ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Armut zu über­winden. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Kamerun in Zahlen*

WM-Teilnehmer Kamerun Meldung

Kamerun auf der Welt­karte

Kamerun auf der Welt­karte

  • Einwohner: 23 Millionen
  • Haupt­stadt: Jaunde
  • Währung: CFA-Franc (BEAC), 1 Euro = 655,957 CFA-Franc (fix)

Schwellen­land bis spätestens 2035

Kamerun gehört wirt­schaftlich zwar zu den stärksten unter den zentral­afrikanischen Staaten, ist aber trotzdem arm. Gemessen am BIP pro Kopf, der Wirt­schafts­leistung im Verhältnis zur Einwohnerzahl, gehört das Land zu den 20 Prozent schwächsten der Welt. Das soll sich ändern. Kamerun hat sich mit der „Vision 2035“ ein lang­fristiges Entwick­lungs­konzept über­legt mit dem Ziel, bis 2035 Schwellen­land­status zu erreichen. Beispiels­weise soll das BIP pro Kopf von jetzt 2 400 US-Dollar auf mehr als 3 700 US-Dollar steigen.

Wirt­schaftlich kurz­fristige Ziele

Zusätzlich hat Kamerun ein Strategiepapier für Wachs­tum und Beschäftigung verabschiedet, berichtet das Auswärtige Amt. Danach soll die Wirt­schaft zwischen 2010 und 2020 um durch­schnitt­lich mindestens 5,5 Prozent im Jahr wachsen – was in den Jahren 2011, 2012 und 2013 zumindest fast geklappt hat: 2011 stieg das BIP nach Informationen aus dem World Factbook der CIA um 4,1 Prozent, in den beiden darauf­folgenden Jahren um 4,6 Prozent. Als einen weiteren Schwer­punkt führt das Strategiepapier die Verbesserung der Infrastruktur auf. Kamerun gibt schon jetzt viel Geld dafür aus. In Kribi, einer Stadt am Golf von Guinea, soll zum Beispiel ein Tief­seehafen entstehen. Auch die Energieversorgung im ganzen Land wird verbessert.

Sport­liche Erfolge der Vergangenheit

Auch sport­lich treibt Kamerun der Ehrgeiz: Trainer der Kameruner ist Volker Finke – übrigens schon der dritte deutsche Trainer nach Winfried Schäfer und Otto Pfister. Vielleicht kann er mit der Mann­schaft wieder an vergangene Erfolge anknüpfen. 1990, bei der WM in Italien, erreichten die „unbe­zähm­baren Löwen “ das Viertel­finale. Sie waren schon viermal Afrikameister und 2000 in Sydney Olympia­sieger. Dass Finke mit vermeintlichen Underdogs umzu­gehen versteht, zeigt das Beispiel des SC Freiburg. Der stieg mit Finke zum ersten Mal in seiner Vereins­geschichte in die Bundes­liga auf.

In Afrika gibt es noch Franc-Scheine

Übrigens: Wenn Volker Finke in Jaunde Kaffee trinken geht, bezahlt er womöglich noch mit Franc-Scheinen. In Kamerun gilt nämlich der CFA-Franc der Banque des Etats de l’Afrique Centrale (BEAC). Die Bank ist für sechs zentral­afrikanische Staaten zuständig – außer für Kamerun noch für Gabun, den Tschad, die Zentral­afrikanische Republik, Äquatorialguinea und die Republik Kongo. Der Wechselkurs zum Euro ist fest­geschrieben, die Länder können daher keine eigene Geld­politik betreiben. Der CFA-Franc stammt noch aus Kolonial­zeiten.

Tipp: Alle Portraits der WM-Teilnehmerländer sammeln wir auf der Themenseite Fußball.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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