WM-Teilnehmer Japan Meldung

Die Namen japa­nischer Fußball­spieler sind allenfalls einge­fleischten Bundes­ligabe­obachtern geläufig. Dass das Frauen-National­team Welt­meister ist, wissen auch nicht viele. Aber Toyota, Honda, Canon und Sony kennt jeder. Sie zählen laut einer Studie der Agentur Interbrand zu den besten Marken der Welt. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Japan in Zahlen*

WM-Teilnehmer Japan Meldung

Japan auf der Welt­karte

Japan auf der Welt­karte

  • Einwohner: 127 Millionen
  • Haupt­stadt: Tokio
  • Währung: Japa­nischer Yen, 1 Euro = 138,62 (Stand 18. Juni 2014)

Japan: Volks­wirt­schaftlich auf Platz 4 gerutscht

Lange war Japan nach den USA die zweitgrößte Volks­wirt­schaft der Welt, mitt­lerweile haben China und Indien das Land der aufgehenden Sonne über­holt. Nach dem Megaboom in den acht­ziger Jahren litt Japan mehr als 20 Jahre unter Stagnation. Die Wirt­schaft kam kaum noch voran, gleich­zeitig sanken flächen­deckend die Preise – was weiterem Wachs­tum auch nicht zuträglich ist. Seit einiger Zeit läuft es wieder runder. Zur unerwarteten Blüte kam es durch den neuen Premier­minister Shinzo Abe, der sich für lockere Geld­politik und milliarden­schwere Konjunktur­programme stark machte – bekannt unter dem Begriff „Abenomics“. So richtig angeknüpft an alte Zeiten hat Japan damit dennoch nicht: Zum Jahres­wechsel 1989/90 stand der Aktien­index Nikkei bei knapp 40 000 Punkten. Jetzt liegt er ungefähr bei 15 000.

Mit Indexfonds an die Tokioter Börse

Wer auf börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) setzen will, hat die Wahl zwischen Fonds auf den Nikkei225, den MSCI Japan oder den Topix. Der Nikkei hat 225 Titel, der MSCI Japan listet 320 Werte und der Topix alle auf dem japa­nischen Haupt­markt notierten Stamm­aktien – insgesamt mehr als 1 500. Den Nikkei gibt es mit Original­titeln von iShares und mit künst­licher Nach­bildung (Swaps) beispiels­weise von comstage. Den Topix können Anleger zum Beispiel mit einem ETF von Lyxor kaufen. Um die Wechsel­kurs­schwankungen gegen­über dem Yen abzu­mildern, verfolgt Lyxor eine Währungs­sicherungs­strategie. Was auch geht: Anleger können von vorn­herein auf den in Euro abge­sicherten Index setzen, den Topix (Euro hedged daily). Dieser Index zählt nur die Kurs­bewegungen der Aktien, Währungs­gewinne oder Währungs­verluste bleiben außen vor. Einen solchen ETF gibt es zum Beispiel von Amundi.

Der Yen macht Anlegern einen Strich durch die Rechnung

Den Topix – oder einen anderen Index – währungs­gesichert zu kaufen, ist nicht dumm: In der Regel leidet die japa­nische Wirt­schaft unter einem starken Yen. Steigen an der Börse die Kurse, geht das oft mit einer Yen-Schwäche einher. Für deutsche Anleger bleibt nach Abzug der Währungs­verluste von den Aktiengewinnen sonst nicht viel übrig. In zwei Jahren ist der MSCI Japan um mehr als 30 Prozent pro Jahr gestiegen – in Yen (Stichtag 30. Mai 2014). In Euro gerechnet steht nur ein Plus von 10,5 Prozent pro Jahr zu Buche.

Fifa-Sponsor Sony macht Druck

Sony ist einer der Haupt­sponsoren der Fifa. Auch aus Angst um ihr eigenes Image haben die Japaner den Welt­fußball­verband aufgefordert, die Bestechungs­vorwürfe in Bezug auf die WM-Vergabe nach Katar angemessen zu unter­suchen. Doch jetzt steht erst einmal der Sport im Mittel­punkt. Vielleicht gelingt es dem Team rund um Keisuke Honda, Shinji Kagawa und Atsuto Uchida, das Achtel­finale zu erreichen – oder noch mehr.

Tipp: Alle Portraits der WM-Teilnehmerländer sammeln wir auf der Themenseite Fußball.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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