WM-Teilnehmer Italien Meldung

Auch wenn das etwas unglück­liche WM-Aus dagegen spricht: Normaler­weise ist Italiens Fußball äußerst effizient. Mit der Wirt­schaft oder der Politik ist das nicht immer so. Das schöne Land in Südeuropa gehört zu den größten Volks­wirt­schaften der Welt, ist jedoch hoch verschuldet. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Italien in Zahlen*

WM-Teilnehmer Italien Meldung

Italien auf der Karte.

Italien auf der Karte.

  • Einwohner: 62 Millionen
  • Haupt­stadt: Rom
  • Währung: Euro

Neue Regierung plant Reformen

Italien ist nach Deutsch­land und Frank­reich die dritt­größte Volks­wirt­schaft der Eurozone. Doch die Wirt­schaft schrumpft: Um 2,4 Prozent im Jahr 2012 und 1,8 Prozent im Jahr 2013. Noch liegt die gesamte Wirt­schafts­leistung gemessen am Brutto­inlands­produkt (BIP) um rund 8 Prozent nied­riger als vor der Finanz­krise. Schät­zungen zufolge soll das BIP dieses und nächstes Jahr aber wieder wachsen. Den größten Anteil am BIP hat der Dienst­leistungs­sektor, darunter die Tourismusbranche. 25 Prozent ist der Anteil der Industrie. Land­wirt­schaft – zum Beispiel der Wein­anbau oder die Produktion von Olivenöl – machen nur 2 Prozent der gesamten Wirt­schafts­leistung aus.

Der italienische Schulden­berg drückt

Der italienische Staat steckt tief in den Miesen. Der Schulden­berg ist nach Angaben von Eurostat Ende des dritten Quartals 2013 auf 132,9 Prozent des BIP gestiegen. Das liegt deutlich über dem Durch­schnitt der Euroländer. Trotzdem sind die Risiko­aufschläge für zehnjäh­rige italienische Staats­anleihen gesunken. Die Renditen lagen Anfang des Monats Juni bei rund 2,7 Prozent pro Jahr. Nied­rige Zinsen sorgen dafür, dass der Staat wieder mehr Spielraum für anderweitige Ausgaben hat. Gleich­zeitig nimmt allerdings auch der Druck ab, Reformen durch­zuziehen. Der neue Minister­präsident Matteo Renzi hat aber dessen ungeachtet ehrgeizige Pläne, um das Land aus der Krise zu führen – etwa durch die Privatisierung von Staats­betrieben.

Top-Fonds mit 40 Prozent Plus

Der Aktienmarkt zeigt sich opti­mistisch: Der Leit­index FTSE MIB hat im vergangenen Jahr um rund 26 Prozent zugelegt (Stichtag 30. Mai 2014). Das ist sogar mehr als der Dax, der 19 Prozent plus gemacht hat. Besonders gut liefen Bank­aktien mit einem Zuwachs von rund 50 Prozent und die Telecom Italia, die noch stärker performte. Der FTSE MIB Index listet die 40 größten und meist gehandelten Aktien Italiens. Börsen­gehandelte Indexfonds, ETF, auf den FTSE MIB gibt es von ishares und von db x-trackers. Der MSCI Italy listet nur 25 Werte und hat im vergangenen Jahr ein Plus von knapp 30 Prozent erreicht. Die beste Einjahres­rendite aller Aktienfonds Italien erzielte mit einem Plus von annähernd 40 Prozent der gemanagte Fonds Fidelity Italy (Stichtag 30. April 2014).

Knapp 4 Prozent mit Anleihen aus Euro­land

In einigen Rentenfonds mit Staats­anleihen aus Euro­land spielt Italien eine gewichtige Rolle. In dem Fonds db x-trackers iBoxx Sovereigns Eurozone ETF etwa haben italienische Anleihen einen Anteil von 25 Prozent, gefolgt von Frank­reich mit 24 und Deutsch­land mit 20 Prozent. Rentenfonds mit Staats­anleihen aus Euro­land eignen sich als sicherer Baustein fürs Depot. Anleger konnten durch­aus davon profitieren, dass die Krise sich zuletzt beruhigt hat: Der db x-trackers-Fonds hat in einem Jahr um 3,9 Prozent zugelegt (Stichtag 30. April 2014).

Offensivfuß­ball statt Caten­accio

Um von den Schulden herunter­zukommen, muss Italien sparen. Gleich­zeitig muss die Regierung Reformen anstoßen, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Vor allem im Süden des Landes ist die Zahl der Arbeits­losen groß, die Jugend­lichen sind besonders betroffen. Übrigens: Trainer Cesare Prandelli hat in der Squadra Azzura, wie das italienische National­team heißt, schon einiges an Reformen umge­setzt. Beispiels­weise hat er das System des „Caten­accio“ abge­schafft, die undurch­dringliche Abwehr­kette. Das Spiel der Italiener ist dadurch zumindest schöner geworden. Erfolg hatte Prandelli auch schon: 2012 ist das aktuell glück­lose Fußball-Team Italiens Vize-Europameister geworden.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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