WM-Teilnehmer England Meldung

Im Fußball kocht England sein eigenes Süpp­chen – genau wie Wales, Schott­land und Nord­irland. Wirt­schaftlich treten die vier gemein­sam an – zumindest solange Schott­land sich nicht abspaltet. Groß­britannien ist die acht­größte Volks­wirt­schaft der Welt und spielt eine gewichtige Rolle im interna­tionalen Finanz­system. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

England in Zahlen*

WM-Teilnehmer England Meldung

England auf der Welt­karte

  • Einwohner: 63,7 Millionen
  • Haupt­stadt: London
  • Währung: britisches Pfund, 1 Euro = 0,80 britische Pfund (Stand 19. Juni 2014)

Krise wirkt nach

Der Finanz­platz London ist nach New York der zweitwichtigste der Welt, und die Finanz­industrie bestimmt wie keine andere Branche die Wirt­schaft des gesamten Landes. Das war super, als die Kapitalmärkte boomten – und ein großes Problem nach der Finanz­krise 2007/2008. Trotz moderater Wachs­tums­raten hat sich die Wirt­schaft von dem Einbruch noch nicht voll­ständig erholt. Der Aktienmarkt allerdings steht derzeit höher als vor der Krise.

Britische Aktien fürs Depot

Anleger, die in Groß­britannien investieren wollen, können unter einer Vielzahl an Fonds auswählen. Zum einen können sie gemanagte Fonds kaufen, etwa den J O Hambro UK Opportunities, der in fünf Jahren einen jähr­lichen Zuwachs von 17,1 Prozent verzeichnet. Der Fonds ist mit fünf Punkten bewertet, das bedeutet „stark über­durch­schnitt­lich“. Ebenfalls fünf Punkte hat der Fonds Threadneedle Growth & Income bekommen, der mit 19,2 Prozent pro Jahr eine noch höhere Rendite erzielen konnte. Eine andere Möglich­keit, in britische Aktien zu investieren, sind börsen­gehandelte Indexfonds (ETF).

Banken und Öl

Der wohl bekann­teste Index ist der FTSE 100 (sprich: Futsie), der die größten Unternehmen am Aktienmarkt London listet. ETFs auf den FTSE 100 gibt es zum Beispiel von db x-trackers, von iShares und von UBS. Die fünf größten Unternehmen sind HSBC, BP, Royal Dutch Shell, GlaxoS­mith­Kline und British American Tobacco. Breiter aufgestellt ist der FTSE All-Share-Index, den zum Beispiel der db x-trackers FTSE All-Share Ucits ETF abbildet. Ebenfalls einen breiten Markt­zugang bietet der Index MSCI UK. Das Kürzel steht für United Kingdom. Anleger können ihn zum Beispiel bei Amundi kaufen. Bemerkens­wert ist die unterschiedliche Branchen­aufteilung: Im FTSE All-Share-Index haben Banken einen Anteil von gut 11 Prozent, im MSCI machen sie mit einem Anteil von 22 Prozent schon doppelt so viel aus. Das trifft vielleicht nicht jeden Geschmack.

Achtung, Wechsel­kurs­risiko!

Wer in Aktienfonds Groß­britannien investiert, kauft sich damit auch das Wechsel­kurs­risiko des britischen Pfundes ein. Steigt das Pfund gegen­über dem Euro, fällt ein mögliches Kurs­plus der Aktien noch größer aus. Fällt das Pfund, wird das Ergebnis schlechter. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Währung die Fonds­anteile ausgewiesen sind. Worauf es ankommt, ist der Inhalt des Fonds. Seit ungefähr einem Jahr hat das Pfund gegen­über dem Euro um rund 5 Prozent angezogen.

Gedulds­spiel

Ähnlich wie das Schick­sal der britschen Wirt­schaft am Finanzmarkt hängt, hat sich in der eng­lischen Fußball­national­mann­schaft zuletzt fast alles um Super­star Wayne Rooney gedreht. Auf die Auswirkungen der Krise hat die britische Regierung mit einem umfassenden Reformpaket reagiert. Beispiels­weise sollen die Banken mehr Eigen­kapital vorhalten – was sie widerstands­fähiger macht. Auch im Fußball stehen die Zeichen auf Erneuerung: Der eng­lische Trainer Roy Hodgson setzt auf junge Talente wie Raheem Sterling oder Danny Welbeck von Liverpool. Aber wie das so ist: Reformen brauchen Zeit.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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