WM-Teilnehmer Elfen­beinküste Meldung

Nach dem WM-Aus folgt für das Team der Elfen­beinküste der Neubeginn. Einige Ivorer wie Stürmer­star Didier Drogba sind schon über 30 und werden wohl keine weitere Welt­meisterschaft mehr spielen. Was die Wirt­schaft angeht, ist der Neustart schon gelungen. Nach langen Jahren der Rezession ist die Konjunktur wieder angesprungen. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Elfen­beinküste in Zahlen*

WM-Teilnehmer Elfen­beinküste Meldung

Elfen­beinküste auf der Welt­karte

Elfen­beinküste auf der Welt­karte

  • Einwohner: 22,8 Millionen
  • Haupt­stadt: Yamoussoukro
  • Währung: CFA-Franc (BCEAO), 1 Euro = 655,957 CFA-Franc (fix)

Arbeit in der Land­wirt­schaft

Millionen Deutsche kommen täglich mit der Elfen­beinküste in Berührung – wenn sie Schokolade naschen. Die wird vor allem aus ivor­ischen Kakao­bohnen hergestellt, was eine gute und eine schlechte Seite hat: Für das Land ist der Export von Kakao ein wichtiger Wirt­schafts­zweig – zwei Drittel der Menschen arbeiten in der Land­wirt­schaft. Aber die Arbeitsbedingungen sind oft schlecht. Außer Kakao exportieren die Ivorer Kaffee und Palmöl. Sie holen Gold aus der Erde und fördern Öl. Im Golf von Guinea sind ausländische Firmen auf ein größeres Ölfeld gestoßen.

Wachs­tum nach Jahren der Krise

Um 8 Prozent wuchs die ivor­ische Wirt­schaft 2013, im Jahr 2012 waren es sogar 9,8 Prozent. Nahezu schwindel­erregend, solche Steigerungs­raten. Die Elfen­beinküste liegt damit auf dem zwölften Platz welt­weit. Die Europäische Union liegt in diesem Ranking aus dem World Factbook der CIA auf Platz 193. Zugegeben, der Vergleich hinkt. Die Elfen­beinküste gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Vor dem Aufschwung der vergangenen zwei Jahre verharrte das Land in jahre­langer Stagnation und Krise. Infolge der Präsident­schafts­wahlen 2010 kam es zu kriegerischen Auseinander­setzungen im Land.

Über­bleibsel der Kolonial­zeit

Ihre Unabhängig­keit von Frank­reich erlangten die Ivorer 1960. Doch nach wie vor zahlen sie mit der alten Kolonialwährung, dem CFA-Franc (BCEAO). Die Abkür­zung BCEAO steht für Franc de la Communauté Financière d’Afrique und gilt außer für die Elfen­beinküste auch für die umliegenden Länder Benin, Burkina Faso, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo. In Kamerun, ebenfalls ein WM-Teilnehmer, gilt der CFA-Franc (BEAC). Der Umrechnungs­kurs zum Euro ist derselbe, aber es sind jeweils andere Zentral­banken zuständig. Viel Spielraum bei der Geld­politik haben diese zwar nicht – schließ­lich ist der Wechselkurs fix. Aber anderer­seits stellen sie den Mitglieds­staaten eine zuver­lässige Währung zur Verfügung. Den Firmen der Elfen­beinküste hilft das bei der welt­weiten Vermarktung ihrer Exporte.

Sport­licher und wirt­schaftlicher Zukunfts­motor ist Abidjan

Viele der Stars von heute lernten ihre Techniken und Tricks in der Fußball­akademie in Abidjan, die beiden Brüder Yaya und Kolo Touré etwa waren dort. Die 3,7 Einwohner zählende Hafen­stadt ist auch das ökonomische Zentrum des Landes. Hier wurden die Weichen auf Erfolg gestellt. Anfang des Jahres zum Beispiel lud die Stadt interna­tionale Geschäfts­leute und Entwick­lungs­partner zur Investoren­konferenz. Das Ziel der Ivorer ist, das wirt­schaftliche Zentrum der Region zu werden, das Tor West­afrikas gewissermaßen. Und bis zum Jahr 2020 schließ­lich will die Elfen­beinküste den Status Schwellen­land erreicht haben.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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