WM-Teilnehmer Ecuador Meldung

Es geht aufwärts. Nachdem sich das National­team Ecuadors jahr­zehnte­lang nicht für die Endrunden der Welt­meisterschaften qualifiziert hatte, sind die Südamerikaner nach 2002 und 2006 jetzt zum dritten Mal dabei. Auch den Menschen in Ecuador geht es besser. Die Konjunktur brummt, die Armut sinkt. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Ecuador in Zahlen*

WM-Teilnehmer Ecuador Meldung

Ecuador auf der Welt­karte

Ecuador auf der Welt­karte

  • Einwohner: 15,6 Millionen
  • Haupt­stadt: Quito
  • Währung: US-Dollar, 1 Euro = 1,36 US-Dollar

Das Öl schmiert die Räder der Konjunktur

Ecuadors Wirt­schaft hängt am schwarzen Gold. Die Ausfuhr von Öl macht rund die Hälfte der Export­erlöse aus und sorgt für sprudelnde Staats­kassen. Das Geld pumpt der Staat in die Wirt­schaft, zum Beispiel für den Ausbau der Infrastruktur. Mit Auswirkungen auf das Wachs­tum: Im Jahr 2011 stieg das Brutto­inlands­produkt (BIP) um 7,8 Prozent, 2012 um 5,1 Prozent und 2013 um weitere 4 Prozent. Die Arbeits­losenquote beträgt nach offiziellen Angaben nur noch 5 Prozent. Einigen hat der Aufschwung aus der Armut geholfen, die Unterschiede zwischen nied­rigen und hohen Einkommen sind kleiner geworden. Trotzdem ist Ecuador immer noch eines der ärmsten Länder Südamerikas.

Mit dem Dollar kam der Aufschwung

Die Wirt­schaft hat seit Beginn des neuen Jahr­tausends an Stabilität gewonnen, seit Ecuador den US-Dollar einge­führt hat – als Antwort auf die durch eine Bankenkrise ausgelöste hohe Inflation. Von 2002 bis 2006 wuchs die Wirt­schaft durch­schnitt­lich mit 4,3 Prozent pro Jahr, der höchste Fünf­jahres­schnitt in 25 Jahren. Einen Rück­schlag gab es im Oktober 2008, als Ecuador Anleihen von mehr als 3 Milliarden US-Dollar nicht bezahlte.

Investitionen aus China und Europa

In Ecuador gibt es zwei große Börsen. Die eine liegt auf 2 850 Metern Höhe in der Haupt­stadt Quito, die andere im Geschäfts­zentrum Guayaquil am pazi­fischen Ozean. 2,3 Millionen Menschen leben hier, 700 000 mehr noch als in Quito. An den interna­tionalen Anleihemarkt ist Ecuador noch nicht wieder zurück­gekehrt. Geld vom Ausland gibt es trotzdem. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes hat etwa die Europäische Investitions­bank (EIB) 250 Millionen US-Dollar an Ecuador ausgeliehen, für den Bau der Metro in Quito. Größter Investor ist allerdings China.

Zuhause stärker als alle anderen

Rück­schläge gibt es immer wieder. Bei der WM in Deutsch­land, ihrer zweiten über­haupt, erreichten die Ecuadorianer gleich das Achtel­finale. Vier Jahre später verpatzten sie die Qualifikation. Ob es diesmal zu mehr als der Vorrunde reicht, ist fraglich. Immerhin konnten “La Tri“ im Vorfeld der WM in Brasilien sogar den Geheimfa­voriten Chile besiegen. Wenn die WM im eigenen Land statt­finden würde, wären die Andenbe­wohner wahr­scheinlich unbe­zwing­bar: In der Höhen­luft von Quito verlor Ecuador kein einziges Qualifikations­spiel – auswärts konnten sie kein einziges gewinnen.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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