WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina Meldung

Bosnien-Herzegowina hat sich zum ersten Mal für eine WM-Endrunde qualifiziert. Auch ökonomisch geht es aufwärts in dem 3,9 Millionen Einwohner zählenden Land – ein Weg, der allerdings von herben Rück­schlägen begleitet war. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Bosnien-Herzegowina in Zahlen*

WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina Meldung

Bosnien-Herzegowina auf der Welt­karte

Bosnien-Herzegowina auf der Welt­karte

  • Einwohner: 3,9 Millionen
  • Haupt­stadt: Sarajewo
  • Währung: Konvertible Mark, 1 Euro = 1,95583 Konvertible Mark (fix)

Viele Arbeits­lose, stabile Banken

Gut lief es in Bosnien-Herzegowina vor allem zwischen 2004 und 2008. Da wuchs die Wirt­schaft nach Angaben des Auswärtigen Amtes mit durch­schnitt­lich 5 Prozent pro Jahr. Die Finanz­krise stürzte das Land jedoch in eine Rezession, aus der es sich nur lang­sam erholt. 2013 stieg das Brutto­inlands­produkt (BIP) leicht um 0,8 Prozent. Die Arbeits­losenquote ist enorm hoch, nach offiziellen Berechnungen liegt sie bei 28 Prozent. Betroffen sind vor allem junge Leute, von denen viele das Land verlassen. Viele Bosnier und Herzegowiner finden Arbeit bei kleineren und mitt­leren Unternehmen, die als Zulieferer für Betriebe etwa aus West­europa arbeiten. Gut geht es dem Bankensektor, der über­wiegend in ausländischer Hand ist, unter anderem in österrei­chischer.

Tourismus mit Potenzial

Im Vergleich mit dem Nach­barland Kroatien trägt der Tourismus – noch – wenig zur Wirt­schafts­leistung bei. Bosnien-Herzegowina hat nur wenige Kilo­meter Küsten­linie, dafür aber einige Sehens­würdig­keiten im Landes­inneren, wie die berühmte Brücke von Mostar. Winter­sportler aus der Region zieht es in die olympischen Skigebiete. Sarajewo war Austragungs­ort der Winterspiele von 1984. Ein Problem – nicht nur für entdeckungs­lustige Reisende – sind jedoch Land­minen aus dem Krieg. Sie liegen in den Böden oder werden – wie nach der großen Flut im Früh­jahr – frei­gespült.

Kleine Rolle in den Fonds

In hiesigen Investmentfonds spielt Bosnien-Herzegowina bisher kaum eine Rolle. Bosnische Wert­papiere finden sich, wenn über­haupt, unter den kleineren Positionen beispiels­weise in Rentenfonds Emerging Markets. Das sind Fonds, die Anleihen aus Schwellenländern kaufen. Auch der Aktienmarkt ist noch klein, seit vier Jahren gibt es jedoch einen Index von MSCI. Der liegt über drei Jahre betrachtet leicht im Minus, ist seit einem Jahr jedoch um knapp 12 Prozent gestiegen. Der Leit­index an der Börse Sarajewo Stock Exchange, SASX-10, listet zehn Unternehmen. Die größten Positionen sind die BH Telecom, der Energieversorger JP Elektroprivreda BiH und der Pharma­konzern Bosnalijek.

Tolle Einzel­spieler, mäßige Mann­schafts­leistung

Bosnien-Herzegowina hat einige hervorragende Einzel­spieler, beispiels­weise die beiden Torjäger Edin Dzeko (jetzt Manchester City, früher Wolfs­burg) oder Vedad Ibisevic (Stutt­gart). Auch Torwart Asmir Begovic ist stark. Im Vorfeld des Turniers hatten einige die Bosnier als zweitstärkstes Team in Gruppe F mit Argentinien, Iran und Nigeria auf dem Zettel. Doch daraus wurde nichts. Nach zwei Nieder­lagen war schon vorzeitig Schluss. Rück­schläge gibt es immer wieder, das ist wie mit der Konjunktur.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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