WM-Teilnehmer Algerien Meldung

Algerien ist das größte Land Afrikas und hat gemäß Fifa-Welt­rangliste die derzeit beste Fußball­national­mann­schaft des Kontinents. In dieser Liga spielt die Wirt­schaft noch nicht: Sie wächst zwar, die Algerier schöpfen ihre Möglich­keiten jedoch längst nicht aus. test.de zeigt jeden Tag einen WM-Teilnehmer von seiner wirt­schaftlichen Seite.

Algerien auf der Karte*

WM-Teilnehmer Algerien Meldung

Algerien auf der Welt­karte

Algerien auf der Welt­karte

  • Einwohner: 39 Millionen
  • Haupt­stadt: Algier
  • Währung: Algerischer Dinar, 1 Euro = 107,52 Algerische Dinar (Stand 13. Juni 2014)

Öl bringt Geld ins Land

Öl und Gas bilden das Rück­grat der algerischen Wirt­schaft. Dank der hohen Preise fielen die Export­erlöse zuletzt üppig aus. Die algerische Wirt­schaft wächst schon seit mehreren Jahren hinter­einander, die Staats­verschuldung liegt nahe Null. Zehn Prozent der Algerier, vor allem junge Leute unter 30, sind arbeitslos. In der Ölbranche sind die Arbeits­plätze rar gesät. Um mehr Menschen in Lohn und Brot zu bringen, mahnt der Interna­tionale Währungs­fonds IWF Reformen an. Das Land täte gut daran, seinen Markt zu öffnen, andere Industrie­zweige zu stärken und private Investitionen zu fördern. Auch die Banken bräuchten Reformen.

Börse im Aufbau

Der Kapitalmarkt spiegelt das noch nicht ausgeschöpfte Potenzial wider. Die algerische Börse umfasst einen Blue-Chips-Markt mit derzeit vier Aktien: Das sind der Pharma­konzern Groupe Saidal, das Touristik-Unternehmen EGH El Aurassi sowie der Versicherer Alliance Assurances und der Nahrungs­mittel­erzeuger NCA Rouiba. Noch für das Jahr 2014 sind weitere acht Börsengänge ins Auge gefasst. Es handelt sich dabei vor allem um Teilprivatisierungen staatlicher Firmen. Nach Angaben von Maghreb Emergent, einer Internetseite mit Wirt­schafts­nach­richten aus Nord­west­afrika, wollen zum Beispiel die Bank Crédit Populaire d’Algérie, das Mobil­funk­unternehmen Mobilis, der Baukonzern Cosider und der Versicherer CAAR einen Teil ihres Kapitals an die Börse bringen.

Opfer eines Nicht­angriff­pakts

Algerien war der Leidtragende eines Skandal­spiels bei der WM 1982 in Spanien, das in Deutsch­land auch unter dem Namen „Die Schande von Gijón“ bekannt wurde. Die Algerier hatten in der Vorrunde gegen Deutsch­land 2:1 gewonnen und wenige Tage später auch Chile besiegt. Trotz der beiden Siege mussten sie aber nach Hause fahren. Denn einen Tag nach dem letzten Gruppen­spiel der Algerier standen sich in Gijón Deutsch­land und Österreich gegen­über. Schon in der 10. Minute schoss Kopf­ballungeheuer Horst Hrubesch (HSV) das 1:0. Weil klar war, dass mit diesem Ergebnis sowohl die Deutschen als auch die Österreicher in die nächste Runde einziehen würden, schoben sich die beiden Mann­schaften bis zum Schluss­pfiff nur noch den Ball zu. Das hatte Folgen: Seither werden die letzten Gruppen­spiele zeitgleich angepfiffen

Tipp: Alle Portraits der WM-Teilnehmerländer sammeln wir auf der Themenseite Fußball.

* Quellen: The World Factbook, Thomson Reuters

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