WM-Sparplan der DAB Bank Meldung

1 000 Kunden der DAB Bank schieben Frust. Vor vier Jahren lockte sie die Bank mit einem DAB dit WM-Sparplan 2006: „So sichern Sie sich schon jetzt die heiß begehrten WM-Tickets.“ Als Belohnung für den Kauf von dit-Fonds-Anteilen versprach die DAB jedem Kunden zwei WM-Tickets für ein Deutschlandspiel. Letzte Woche hat sich die DAB bei ihren Kunden mit einem Rundbrief entschuldigt. Der Bank falle es „unendlich schwer, das Versprechen zu halten.“ test.de sagt, ob die Kunden nun leer ausgehen.

Kaum noch Chancen

Offiziell hat die DAB ihren Kunden noch keine definitive Absage erteilt. „Wir unternehmen weiterhin alles Erdenkliche, damit Sie am Ende doch noch die WM bei einem Vorrundenspiel live erleben können.“ Bis 9. Juli haben sie damit theoretisch noch Zeit. Im Vertrag steht, dass die Anleger bis zum WM-Start ihre Tickets bekämen. Doch die Anleger haben praktisch keine Chance mehr. Es wäre nur noch für Sponsoren möglich, 1 000 Tickets zur Verfügung zu stellen. Und die DAB ist kein WM-Sponsor.

Verärgerte Kunden

Die frustierten Sparplaner wollen sich damit nicht abfinden. Die DAB schiebt die Schuld für die Pleite auf die Sponsoringagentur. Sie könne die Tickets nicht wie vereinbart beschaffen und soll jetzt verklagt werden. Doch den WM-Sparplan-Vertrag wurde mit der DAB abgeschlossen. Sie ist in der Pflicht. In Foren und auf Homepages machen nun die Betrogenen ihrem Ärger Luft. Besonders sauer auf die DAB sind Fußballfans, die bei der offiziellen Verlosung nicht teilgenommen haben, weil sie glaubten, zwei WM-Tickets sicher zu haben.

Versprechen gebrochen

Die DAB Bank hatte im August und September 2002 Werbung geschaltet mit dem Versprechen: „Schließen Sie jetzt den einzigartigen DAB dit WM-Sparplan ab. Damit kommen Sie ganz einfach und bequem an zwei Tickets für ein Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft oder ein Achtel-, Viertel- bzw. Halbfinalspiel. Garantiert!“. Kunden wurde dies nach Abschluss des Vertrags schriftlich bestätigt. Teilnahmebedingungen waren unter anderem: Eröffnung eines DAB Depotkontos, Einrichtung eines DAB dit WM Sparplans und monatlich fortlaufende Einzahlung von mindestens 50 Euro über mindestens 36 Monate.

Recht auf Schadensersatz

Die Rechtslage ist also klar: Die 1 000 betroffenen Kunden können Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen, wenn es der Bank nicht doch noch gelingt, die Tickets zu beschaffen. Offen ist, in welcher Höhe. Die Initiative wo-sind-meine-tickets.de fordert eine Entschädigung in Höhe von 2 500 Euro. Begründung: Wer etwa bei Ebay zwei Vorrundentickets mit deutscher Beteiligung ersteigert, bezahlt ungefähr diese Summe. Das ist allerdings illegal. Das WM-OK verkauft nur personalisierte Tickets, die nur mit einer Genehmigung des WM-OK getauscht werden dürfen. Wer also legal in einer Verkaufsphase ein Ticket erworben hat, bezahlt in der billigsten Kategorie für zwei Vorrunden-Tickets 70 Euro. Diese Summe müsste die DAB ihren Kunden also auf jeden Fall zahlen. Allerdings ist ja genau dieser Weg nicht mehr möglich.

Schlecht informiert

Die DAB hat den Ärger der Kunden offenbar unterschätzt. In der schriftlichen Absage empfiehlt sie den Kunden, am offiziellen Losverfahren der Fifa teilzunehmen. Doch das ist ziemlich aussichtslos. Die nächste Verkaufsphase startet zwar am 15. Februar. Doch dann gilt: First come, first serve. Das heißt: Die wenigen Tickets, die es dann noch gibt, werden an die ersten Bewerber verkauft. Das Losverfahren gibt es dann nicht mehr.

Rendite als Trost

Die DAB will sich zu diesem Thema nicht weiter äußern. Ein Pressesprecher verwies lediglich auf die späte Absage der Sponsoringagentur. Die hatte laut DAB erst Anfang 2006 mitgeteilt, dass sie die Tickets nicht liefern können. Dabei startete der Ticketverkauf schon vor knapp einem Jahr. Einen Trost haben die Kunden: Die beiden dit-Fonds Europazins und Vermögensbildung entwickelten sich gut.

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