WLan-Verstärker

WLan-Verstärker: Top-Geräte für lückenlosen Empfang

29.08.2018
WLan-Verstärker - Top-Geräte für lückenlosen Empfang
Auf der Suche. Löcher im WLan treiben so manchen Nutzer um. © Getty Images

Drei unterschiedliche Techniken sollen schwächelnde WLan-Netze in Wohnungen und Einfamilien­häusern aufpeppen. Das beste Gesamt­paket im Test bietet ein WLan-Repeater für 67 Euro.

WLan-Verstärker Testergebnisse für 12 WLAN-Ver­stärker 09/2018

Anzeigen
Inhalt

Funk­löcher im Heimnetz sorgen für schlechte Laune. Die Kinder maulen in ihrem Zimmer unterm Dach, weil die Videos aus dem Internet ruckeln. Im Hobby­keller spielt die Musik vom Streaming­dienst nicht. Manch einer muss in der Küche umher­laufen, um endlich guten WLan-Empfang zu finden.

Unser Rat

Die drei geprüften Techniken haben das gleiche Ziel: Sie sollen den WLan-Empfang in der Wohnung oder im Einfamilien­haus verbessern.

Das beste Gesamt­paket bietet der AVM FritzWLan Repeater 1750E (67 Euro). Er über­trägt die Daten insgesamt gut, ist sehr leicht zu installieren und verbraucht recht wenig Strom. Der TP-Link AC2600 kostet mit 123 Euro deutlich mehr, funkt zusammen mit einem weiteren Repeater aber auch über mehrere Etagen gut.

Für sehr dicke Wände, Beton­decken und größere Distanzen empfehlen sich Powerline-Adapter. Sie über­tragen Daten per Stromleitung. Ihre Über­tragungs­leistung hängt aber stark von der genutzten Stromleitung ab. Auch verbrauchen sie mehr Strom als Repeater. Das AVM FritzPowerline 1260E WLan Set ist mit 135 Euro das beste und güns­tigste geprüfte Powerline-Set im Test.

Die stark beworbene Mesh-Technik stellt kaum Vorteile unter Beweis. Die geprüften Produkte sind nicht schneller, aber deutlich teurer als die Konkurrenz. Sie haben auch einen recht hohen Strom­verbrauch von bis zu 24 Euro pro Wohnung im Jahr.

Drei Systeme im Vergleich

Unterschiedliche Techniken können die WLan-Versorgung verbessern. Drei haben wir geprüft. Da sind als Erstes die klassischen WLan-Verstärker, eng­lisch: Repeater. Sie erweitern ein vorhandenes Funk­netz, indem sie die Signale des WLan-Routers verstärken und weiterleiten. Die zweite Technik ist noch relativ jung: Mesh-Systeme kommunizieren wie Repeater per Funk. Sie erweitern aber nicht ein vorhandenes Funk­netz, sondern ersetzen es durch ein neues, intelligenter aufgebautes. Das eng­lische Wort Mesh bedeutet Netz, Gewebe oder Masche. Die dritte Technik heißt Powerline (oft auch: Power-Lan). Die geprüften Powerline-Adpater nutzen die Stromleitungen im Haus, um Daten über weitere Stre­cken oder mehrere Etagen zu über­tragen, und leiten sie erst dann per WLan-Funk weiter.

Stopfen die Techniken tatsäch­lich Funk­löcher? Was kostet ihr Einsatz? Wir haben für den Test zwei Beispiel­szenarien aufgebaut: Eins simuliert eine große Etagenwohnung, das andere ein mehr­stöckiges Einfamilien­haus. In beiden Prüf­aufbauten haben wir die Daten­rate an bis zu 13 Punkten gemessen. Bewohner von Maisonette-Wohnungen, die WLan-Löcher stopfen wollen, sollten sich eher die Ergeb­niszeile „Haus“ ansehen.

Ein guter, preis­werter Problemlöser ist der FritzWLan Repeater 1750E der Firma AVM – besonders in Kombination mit einem aktuellen Router desselben Anbieters. Für eine große Wohnung reicht meist ein Exemplar für 67 Euro, für Einfamilien­häuser empfehlen sich zwei für dann 134 Euro.

Wer mehrere Etagen oder sehr große Distanzen über­brücken muss, greift tiefer in die Tasche und kauft Powerline-Adapter, zum Beispiel den befriedigenden, aber besten im Test: das WLan-Set AVM Fritz Powerline 1260E, das für die Wohnung 135 Euro kostet und fürs Haus 221 Euro. Diese Lösung verbraucht aber deutlich mehr Strom als ein WLan-Repeater: bei den AVM-Geräten für 34 statt 12 Euro im Jahr.

Am besten mit aktuellem Router

WLan-Verstärker - Top-Geräte für lückenlosen Empfang
Unkompliziert. Die WLan-Adapter brauchen eine möglichst freiliegende Steck­dose als Stand­ort. © Stiftung Warentest / Michael Haase

Für alle geprüften Produkt­gruppen ist der zu Hause vorhandene Router die zentrale Ausgabestelle für die Internet­daten. Von ihm gehen die Daten an die geprüften Zusatz­geräte. Vor allem WLan-Repeater können ihre Vorzüge am besten mit einem aktuellen Router mit der neuesten Betriebs­software ausspielen. In vielen Fällen lohnt es, ein älteres Gerät durch ein neueres zu ersetzen, zum Beispiel durch den Testsieger aus dem Router-Test, AVM FritzBox 7580.

Die noch recht jungen und stark beworbenen Mesh-Systeme sind beim Router weniger wählerisch. Sie bauen ihr eigenes Funk­netz auf. Die WLan-Funk­tion des Routers wird dann nicht mehr gebraucht. Mesh-Systeme sind dezentral aufgebaut: Die WLan-Knoten­punkte kommunizieren unter­einander. Sie sollen die Verbindungs­über­gabe der Endgeräte von einem zum anderen Zugangs­punkt besonders intelligent regeln: Geht der Nutzer durchs Haus, soll sich sein Tablet oder Notebook auto­matisch immer mit dem Mesh-Knoten verbinden, der das beste Signal bietet.

Störungs­freier im Mesh-System

Diesen Effekt konnten wir im Test nach­voll­ziehen: Wenn wir ein Notebook durch die beiden Prüfparcours bewegten und dabei ein hoch­auflösendes Video abspielten, lief es in den Mesh-Netzen störungs­freier als bei den meisten Repeatern und Powerline-Lösungen. Die Über­gabe von einem zum anderen Zugangs­punkt läuft offen­bar tatsäch­lich reibungs­loser.

Der Repeater und der Powerline-Adapter von AVM schneiden allerdings ähnlich gut ab. In Zusammen­arbeit mit einer aktuellen FritzBox desselben Anbieters gelingt es ihnen offen­bar, diesen Aspekt von Mesh-Systemen ziemlich gut nach­zubilden.

Ansonsten zeigen die Mesh-Lösungen im Test kaum Vorteile. Sie über­tragen Daten nicht schneller als die Repeater. Und sie sind ganz schön teuer: Das beste Mesh-System im Test kommt von Google und kostet mit zwei Mesh-Knoten 249 Euro (Wohnung), mit drei Knoten 360 Euro (Einfamilien­haus). Da Mesh-Systeme das vorhandene WLan nicht erweitern, sondern durch ein neues ersetzen, braucht man zudem mehr Geräte, um die gleiche Fläche zu versorgen. Entsprechend höher ist der Strom­verbrauch des Gesamt­systems.

WLan-Verstärker Testergebnisse für 12 WLAN-Ver­stärker 09/2018

Anzeigen

Powerline für größere Distanzen

Die dritte geprüfte Über­tragungs­technik arbeitet anders als Repeater und Mesh-Systeme nicht nur per Funk. Sie verteilt den Daten­strom vom Router zunächst über die Stromleitungen im Haus; er kann an jeder Steck­dose wieder entnommen werden – im Ideal­fall mit fast unver­minderter Geschwindig­keit. Powerline ist damit eine interes­sante Lösung für alle, die ihre Internet­verbindung über deutlich größere Distanzen verteilen wollen, als wir sie in den Szenarien geprüft haben. Wer etwa eine Daten­verbindung bis in die Gartenlaube oder vom Keller bis ins Dach­geschoss aufbauen will, sollte PowerLan wählen.

Die Sache mit dem Daten­strom aus der Steck­dose hat allerdings einen Haken: Wie gut die Über­tragung klappt, hängt stark davon ab, wie die Elektrik im Haus aufgebaut ist. Am besten funk­tioniert sie zwischen zwei Steck­dosen, die zum gleichen Strom­kreis gehören, also von einer gemein­samen Sicherung geschützt werden. Müssen zwei Powerline-Adpater dagegen einen Phasen­sprung über­winden oder sind andere Störquellen wie schlechte Netz­teile im Spiel, kann die Über­tragungs­geschwindig­keit drastisch abnehmen.

Solche Hinder­nisse können Laien im Vorfeld kaum erkennen. Da hilft oft nur ausprobieren. Weiterer Nachteil: Auch die Powerline-Lösungen im Test sind teurer und stromhung­riger als Repeater.

Hand­habung und Sicherheit

Die meisten geprüften Produkte aus allen drei Gruppen sind leicht zu installieren. In der Regel genügt es, die verschiedenen Adapter in die Steck­dose zu stecken, sie mit dem Router zu verbinden und in der Software am Rechner oder in der App auf dem Handy einige Einstel­lungen vorzunehmen. Der Repeater-Testsieger von AVM lässt sich sogar sehr gut hand­haben.

Ärgerlich beim Mesh-System von Google: Kunden können es nur mit einem Google-Account betreiben. Die anderen geprüften Produkte funk­tionieren ohne derartige Neugier.

29.08.2018
  • Mehr zum Thema

    Musik hören zu Hause So gestalten Sie Ihr Sound-Netz­werk

    - CD und Schall­platte war gestern. Heute kommt Musik vom Streamingdienst, von der Netzwerkfestplatte, vom Smartphone. Es gibt verschiedene Wege, sie von dort zum Gehör zu...

    Fritz-WLan-App im Test Messen, wo das WLan am besten ist

    - Viele Beschäftigte müssen derzeit wegen der Coronakrise zu Hause arbeiten. Bei der Einrichtung eines Arbeits­platzes in den eigenen vier Wänden ist es hilf­reich zu...

    Sicher­heits­software im Test Sechs Antiviren­programme schützen sehr gut

    - Antiviren­programme sind unver­zicht­bar: Sie schützen vor Schadsoftware, Daten­klau und Identitäts­diebstahl. Doch welche Sicher­heits­software schützt am besten?