WLan Meldung

Rund eine halbe Million WLan-Router von o2 und Alice haben eine gravierende Schwach­stelle, über die Internetkriminelle in das Heimnetz­werk von Nutzern eindringen und Daten stehlen können. Das hat der Netz­betreiber auf seiner Internetseite erklärt. Betroffene Kunden sollten daher schnell ihr WLan-Pass­wort ändern.

Wer ist betroffen?

Nicht jeder o2-Kunde muss aktiv werden. Lediglich drei Router­typen weisen die Schwach­stelle auf. Sie tragen die Bezeichnungen 6431, 4421 oder 1421. Welches Modell sie haben, erkennen Kunden am Etikett auf der Rück­seite des Routers. Dort steht neben dem Begriff „o2 Box“ oder „Alice Box“ eine vierstel­lige Zahl – die Typen­nummer. Etwas darunter finden sie auch das voreinge­stellte 16-stel­lige WLan-Pass­wort, das auf dem Etikett häufig als „WPA2-Schlüssel“ angegeben wird. Ändern müssen Nutzer das Pass­wort nur, wenn sie diesen voreinge­stellten Schlüssel derzeit nutzen. Wer das Pass­wort bereits zu einem anderen Zeit­punkt geändert hat, braucht nichts unternehmen.

o2 will Sicher­heits­lücke stopfen

o2 informiert alle Betroffenen per E-Mail oder Brief. Für den Router­typus 6431 erarbeiten o2 und der Geräte­hersteller aktuell ein Firmware-Update, das die Sicher­heits­lücke stopfen soll. Dies wird auto­matisch aus der Ferne einge­spielt. Ein genauer Zeit­punkt dafür steht aber noch nicht fest. Warten sollten Kunden darauf nicht, sondern das Pass­wort umge­hend selbst ändern.

Tipp: Ähnliche Schwach­stellen gab es in letzter Zeit auch bei Routern anderer Anbieter. Nutzer sollten über­prüfen, ob ihr Gerät betroffen ist und ob sie den Router bereits abge­sichert haben. Hinweise dazu geben unsere Meldungen zu Sicher­heits­lücken bei Routern von AVM (Fritzbox) und bei Routern von D-Link.

Wie funk­tioniert die Pass­wort-Änderung?

Das Pass­wort können Nutzer im Konfigurations­menü Ihres o2- oder Alice-Routers verändern. Das Menü rufen sie über ihren Internet­browser auf. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet o2 auf seiner Home­page. Das Unternehmen empfiehlt zudem, möglichst lange Pass­wörter mit mindestens 20 Zeichen zu verwenden und dabei eine Mischung aus Groß- und Klein­buch­staben, Zahlen und Sonderzeichen zu wählen. Vom Gebrauch persönlicher Daten wie Name und Geburts­datum rät o2 ab, da diese oft leicht zu erraten seien.

Tipp: Wie Sie Ihr WLan-Netz effektiv schützen, erklärt der jüngste Router-Test der Stiftung Warentest. Wichtig: Ihr neues WLan-Pass­wort sollten Sie unbe­dingt aufschreiben – für den Fall, dass Sie es vergessen. Bewahren Sie es so auf, dass Fremde es nicht finden können. Sie brauchen das Pass­wort, damit Sie sich mit Ihrem PC, Smartphone oder Tablet in Ihr WLan-Netz einwählen können.

Wo gibt es Hilfe?

o2 hat eine Telefonhotline einge­richtet. Unter 09 11/47 87 50 10 helfen Kunden­betreuer täglich von 8 bis 23 Uhr beim Ändern des Pass­worts. Der Anruf erfolgt zu Fest­netz­konditionen. Wer eine Fest­netz­flatrate hat, kann die Hotline also ohne Zusatz­kosten nutzen.

Wie gefähr­lich ist die Sicher­heits­lücke?

Laut dem Onlineportal Heise.de, das zuerst über die Schwach­stelle berichtet hatte, kursieren im Internet bereits Angaben, wie die Sicher­heits­lücke auszunutzen ist. Eindringlinge können damit persönliche Daten der Nutzer erbeuten. Sobald sie das Pass­wort knacken, haben sie potenziell Zugriff auf alle in das Netz­werk einge­bundenen Geräte sowie auf die darauf befindlichen Daten. Deshalb gilt: Nicht zögern und das Pass­wort sofort ändern.

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