Das können Sie tun

Sie entdecken Mond­preise auf Ihrer Telefon­rechnung? Legen Sie Wider­spruch ein und kürzen Sie den Betrag. Problem: Der Weg zu Ihrem Recht ist mitunter steinig und lang. test.de gibt Tipps.

Rechnung prüfen

Prüfen Sie Ihre Telefon­rechnung und achten Sie auf Verbindungen, die auf Tipp­fehlern beruhen. Beispiel: 01011 statt 010011. Zur Prüfung benötigen Sie einen Einzel­gesprächs­nach­weis. Den bekommen Sie kostenlos von der Telefongesell­schaft, die Ihren Anschluss betreut. Für Call-by-Call-Telefonierer heißt das: Der Einzel­gesprächs­nach­weis kommt von der Deutschen Telekom. Wenn Sie noch keinen Einzel­gesprächs­nach­weis erhalten, beantragen Sie ihn.

Wider­spruch einlegen

Legen Sie Wider­spruch ein, wenn Sie falsche Posten auf der Telefon­rechnung entdecken. Schi­cken Sie ihren Wider­spruch schriftlich an die Deutsche Telekom und verlangen Sie die Korrektur der Rechnung. Geben Sie dabei genau an, welchem Posten der Rechnung Sie wider­sprechen.

Willens­erklärung anfechten

Für Call-by-Call-Verbindungen gilt: Der Kunde kann seine Willens­erklärung (die er durch die Eingabe der Spar­vorwahl bekundet hat) wegen Irrtums anfechten. Ein solcher Irrtum liegt vor, wenn anzu­nehmen ist, dass der Kunde seine Willens­erklärung bei Kennt­nis der Sachlage nicht abge­geben hätte. So steht es im Bürgerlichen Gesetz­buch § 119 BGB. Die Anfechtung macht das Rechts­geschäft nichtig (§ 142 BGB, Wirkung der Anfechtung). Schi­cken Sie Ihre Anfechtung direkt an den Call-by-Call-Anbieter dessen Netz Sie irrtümlich genutzt haben. Sofort, wenn Sie den Irrtum bemerken. Geben Sie den Brief unter Zeugen auf. Besser: Schreiben Sie per Einschreiben mit Rück­schein. Das erhöht allerdings ihre Kosten. Schi­cken Sie die Anfechtung zusätzlich per Fax oder Mail.

Last­schrift oder Über­weisung

Die meisten Kunden zahlen ihre Telefon­rechnung im Last­schrift­verfahren. Die Telekom zieht den Rechnungs­betrag auto­matisch ein. Prüfen Sie, ob Ihr Wider­spruch berück­sichtigt wird. Die Telekom sollte den bean­standeten Betrag mit der nächsten Rechnung korrigieren. Funk­tioniert das nicht, widerrufen Sie Ihre Last­schriftgenehmigung. In Zukunft zahlen Sie dann per Über­weisung. Durch die Über­weisung können Sie den Rechnungs­betrag selbst korrigieren. Vorsicht allerdings: Der Telefongesell­schaft wird das nicht gefallen. Mahn­gebühren und Inkasso­forderungen können folgen.

Last­schrift zurück­rufen

Wenn die Deutsche Telekom nicht auf Ihren Wider­spruch reagiert, können Sie die Last­schrift bei Ihrer Bank zurück­rufen. Die Bank schreibt darauf­hin den gesamten Rechnungs­betrag wieder ihrem Konto gut. Vorsicht aber: Die Bank kassiert dafür Verwaltungs­gebühren vom Auftrag­geber der Last­schrift, in diesem Fall von der Deutschen Telekom. Die Telekom wird die Gebühren von Ihnen zurück­fordern. Rufen Sie die Last­schrift deshalb erst zurück, wenn Sie alle anderen Mittel ausgeschöpft haben. Kündigen Sie den Rück­ruf der Last­schrift an und geben Sie der Telekom ausreichend Zeit, um durch eine Rück­zahlung zu reagieren. Die Last­schrift können Sie bei Ihrer Bank binnen sechs Wochen zurück­rufen.

Nicht auf Null kürzen

Wenn Sie Ihren Irrtum erst auf der Rechnung entdecken, haben Sie in der Regel eine Leistung in Anspruch genommen. Im Klar­text: Sie haben über das Netz des falschen Anbieters telefoniert. In diesem Fall empfiehlt es sich, den Rechnungs­betrag nicht auf Null zu kürzen, sondern auf einen Betrag, der der Leistung angemessen ist. Angemessen ist in diesem Fall der Preis, von dem Sie beim Telefonieren ausgingen. Beispiel: Wer durch die Vorwahl der 010011 einen Minuten­preis von 4,19 Cent erwartete, sollte diesen Minuten­preis auch für die irrtümliche Verbindung über die 01011 ansetzen. Das verbessert Ihre Chancen in einem Rechts­streit.

Verbraucherschützer informieren

Informieren Sie Verbraucherschützer, wenn Sie System hinter über­höhten Preisen sehen. Ansprech­partner sind:

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