Vorsorgevoll­macht, Patienten­verfügung, Betreuungs­verfügung, Organspende: So sorgen Sie recht­lich vor

Vorsorgevoll­macht, Patienten­verfügung, Betreuungs­verfügung, Organspende - So sorgen Sie recht­lich vor

Mit der Unter­schrift ist eine Patienten­verfügung oder Vorsorgevoll­macht gültig. Es ist sinn­voll, einen Vordruck oder ein Formular zu verwenden. Das ist jedoch keine Pflicht – hand­schriftlich verfasste Dokumente sind genauso gültig.

Mit Vorsorgevoll­macht und Patienten­verfügung können Sie regeln, wer für Sie handeln darf – wenn Sie es selbst nicht können. Alle Infos zum Thema recht­liche Vorsorge.

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Special Vorsorgevoll­macht, Patienten­verfügung, Betreuungs­verfügung, Organspende 20.04.2021
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Vorsorgevoll­macht: Bestimmen, wer entscheiden darf

In einer Vorsorgevollmacht beauftragt der Voll­macht­geber einen anderen Menschen, als Vertreter in seinem Interesse zu handeln, falls er selbst nicht mehr entscheiden kann. Sie ist sinn­voll für jeden Erwachsenen, für Minderjäh­rige entscheiden ohnehin die gesetzlichen Vertreter. Meist sind das die Eltern. Auch für Ehe- und Lebens­partner ist eine Vorsorgevoll­macht unver­zicht­bar, denn sie dürfen – anders als viele glauben – im Notfall nicht auto­matisch füreinander handeln. Liegt keine Voll­macht vor, bestimmt ein Gericht, wer für den Betroffenen entscheiden darf. Das kann ein Angehöriger sein, aber auch ein Berufs­betreuer.

Wichtigste Voraus­setzung: Vertrauen

Die wichtigste Voraus­setzung für eine Vorsorgevoll­macht ist, dass der Bevoll­mächtigte das Vertrauen des Voll­macht­gebers hat. Er muss unter Umständen wichtige Entscheidungen treffen, zum Beispiel in medizi­nische Behand­lungen einwilligen, ein Pfle­geheim auswählen oder sich um die Konto­über­weisungen und das Bank­depot kümmern. Dem Bevoll­mächtigten sollte klar sein, dass die Aufgabe mit erheblichem Zeit­aufwand verbunden sein kann.

Patienten­verfügung: Die eigenen Vorstel­lungen vom Lebens­ende

Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutsch­land hat nach eigenen Angaben eine Patientenverfügung, in der er schriftlich für bestimmte Behand­lungs­situationen fest­gelegt hat, in welche medizi­nischen Maßnahmen er einwilligt und welche er ablehnt. Die Angaben sollten so konkret wie möglich sein. Das hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) in einem Gerichts­urteil klar­gestellt (Az. XII ZB 61/16). Laien ohne medizi­nische Fachkennt­nis fühlen sich schnell über­fordert, wenn sie eine Patienten­verfügung erstellen wollen. Musterformulare, die den Anforderungen des BGH entsprechen, finden Sie in unserem Vorsorge-Set.

Recht­lich vorsorgen – so hilft die Stiftung Warentest

Die wichtigsten Infos zum Thema recht­liche Vorsorge finden Sie hier im kostenlosen Bereich des Specials. Vertiefende Informationen, Fall­beispiele und Formulare bieten die folgenden Produkte:

Heft-Artikel aus Finanztest. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie das 12-seitige PDF „Vorsorgevoll­macht: So können andere im Notfall für Sie entscheiden“ aus Finanztest 7/2020 (Schwer­punkt: „Immobilien­über­tragung zu Lebzeiten des Voll­macht­gebers“ sowie das 10-seitige PDF „Patienten­verfügung: Keine Angst vorm Fest­legen“ aus Finanztest 12/2020 (Schwer­punkt: „Palliativ­versorgung am Lebens­ende“) (zu den PDF).

Ratgeber in Buch­form. Patienten­verfügung, Vorsorgevoll­macht, Betreuungs­verfügung: Das Vorsorge-Set informiert umfassend. Es erklärt auch, was beim Verfassen eines Testaments zu beachten ist und wie Sie Ihren digitalen Nach­lass regeln. Es enthält die wichtigsten Formulare zum Heraus­trennen und Abheften. Das Vorsorge-Set der Stiftung Warentest: 144 Seiten, 14,90 Euro (kostenlose Lieferung). Die PDF/E-Book-Version kostet 11,99 Euro.

Ratgeber als Sonder­heft. Wenn Sie sich nur um die Patienten­verfügung kümmern wollen, hilft das Finanztest Special Patientenverfügung mit allen Formularen und Infos: 112 Seiten, 12,90 Euro (kostenlose Lieferung). Die PDF-E-Book-Version kostet 11,99 Euro.

Betreuungs­verfügung: Ergän­zung zur Vorsorgevoll­macht

In einer Betreuungsverfügung legt ein Mensch fest, wer ihn im Notfall vertreten soll. Ein Gericht entscheidet, ob der einge­setzte Betreuer geeignet ist (Gericht ordnet Betreuung an). Eine Betreuungs­verfügung kann eine Alternative oder eine Ergän­zung zu einer Vorsorgevoll­macht sein.

Konto­voll­macht: Banken verwenden oft eigene Formulare

Sollen Dritte Zugriff aufs Bank­konto haben, reicht eine einfache Vorsorgevoll­macht meist nicht aus. Banken und Sparkassen bieten hierfür eigene Formulare an, die Voll­macht­geber und Bevoll­mächtigter gemein­sam unter­schreiben (Bankvollmacht).

Öffent­liche Beglaubigung durch die Betreuungs­behörde

Für eine Vorsorgevoll­macht oder Patienten­verfügung muss niemand zum Notar. Es reicht, wenn die Dokumente schriftlich vorliegen, mit Datum und Unter­schrift. In einigen wenigen Fällen reicht jedoch eine „einfach“ unter­schriebene Vorsorgevoll­macht nicht aus, etwa wenn der Voll­macht­geber einen Bevoll­mächtigten beauftragt, zu seinen Lebzeiten eine Immobilie zu über­tragen. Die Unter­schrift unter der Vorsorgevoll­macht muss in diesem Fall öffent­lich beglaubigt sein. Dann erkennt sie in der Regel auch das Grund­buch­amt an (Immobilie übertragen). Grund­sätzlich sind Notare für öffent­liche Beglaubigungen zuständig. Jedoch dürfen seit dem Jahr 2005 auch Betreuungs­behörden und -stellen eine Unter­schrift unter einer Vorsorgevoll­macht öffent­lich beglaubigen (Kosten: maximal 10 Euro).

Tipp: Wollen Sie die Unter­schrift unter einer Vorsorgevoll­macht beglaubigen lassen und suchen Ihre zuständige Betreuungs­behörde oder -stelle? Nutzen Sie unseren Betreuungs­behördenfinder!

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Zum Notar nur in besonderen Fällen

Sinn­voll kann auch eine von einem Notar beur­kundete Vorsorgevoll­macht sein, wenn es um eine Immobilien­über­tragung, Geschäfts­vermögen oder komplizierte Familien­verhält­nisse geht. Eine notariell beur­kundete Voll­macht bietet eine hohe Rechts­sicherheit. Auch Banken erkennen sie in der Regel an. Soll der Bevoll­mächtigte einen Kredit aufnehmen dürfen, ist eine notariell beur­kundete Vorsorgevoll­macht Pflicht.

Zentrales Vorsorgeregister

Vorsorgevoll­macht, Patienten­verfügungen und Betreuungs­verfügung können im Vorsorgeregister bei der Bundes­notarkammer registriert werden (Vorsorgeregister: So melden Sie Verfügungen und Vollmachten). Dort fragen Gerichte im Notfall nach, welche Dokumente es gibt und wer ­Bevoll­mächtigter ist, bevor sie einen Betreuer einsetzen. Die Voll­machten selbst werden nicht hinterlegt. Rund 4,7 Millionen Menschen nutzen aktuell diesen Service. Die Online­registrierung kostet einmalig 13 Euro oder mehr – je nach Umfang. Kontakt: Tel. 0 800 / 3 55 05 00 (kostenfrei) oder unter www.vorsorgeregister.de.

Dieses Special ist erst­mals am 17. Dezember 2013 auf test.de erschienen. Es wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 10.11.2020.

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