Besonders ältere Leute fürchten sich vor der Situation, dass sie aufgrund von Krankheit nicht mehr selbst über ihre Dinge entscheiden können. Das machen sich Abzo­cker zu Nutze. Auf Friedhöfen suchen Sie nach Opfern, die Sie mit vermeintlich professioneller Beratung zur Vorsorgevoll­macht übers Ohr hauen können.

Ältere Leute als Opfer

Friedhöfe sind für manche Abzo­cker das ideale Terrain. Dort können sie sich in aller Ruhe an alte, einsame Leute heran­schleichen – Menschen, die sich sorgen, demnächst wegen Krankheit oder Demenz nicht mehr selbst entscheiden zu können. „Sie brauchen eine Vorsorgevoll­macht“, heißt es dann. Da sei man Experte, könne beraten und die Voll­macht sicher in einem Archiv verwahren.

Beratung zur Vorsorgevoll­macht muss nichts kosten

test warnt: So etwas kostet eine Stange Geld. Das bayerische Justiz­ministerium warnt vor Firmen und selbst­ernannten Experten, die gegen hohe Honorare Beratung und die Verwahrung in gewerb­lichen Registern anbieten. In vielen Städten gibt es Betreuungs­ver­eine, die gratis beraten. Und für die Verwahrung bietet sich das zentrale Vorsorgeregister der Bundes­notarkammer an. Da kostet es im Regelfall weniger als 20 Euro.

Voll­macht ist Vertrauens­sache

Vorsorgevoll­machten sind wie ein Selbst­bedienungs­laden für Erbschleicher. Der Bevoll­mächtigte kann später in Ihrem Namen entscheiden. Er wird von keinem Gericht kontrolliert, es sei denn das Gericht erfährt von Unregelmäßig­keiten. Wählen Sie daher niemals einen Fremden als Bevoll­mächtigten aus, sondern nur jemand, dem Sie absolut vertrauen. Es ist auch möglich, zusätzlich einen Kontroll­bevoll­mächtigten einzusetzen, der den Bevoll­mächtigten bei allen wichtigen Entscheidungen beaufsichtigt.

Tipp: Ausführ­liche und kostenlose Informationen erhalten Sie in unserem aktuellen Special zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

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