Zusammenveranlagte Eheleute sollten ihren Steuerbescheid genau prüfen, wenn ein Partner für Kranken-, Renten- und Lebensversicherungsbeiträge (Vorsorgeaufwendungen) allein aufkommen muss wie Selbstständige oder Nichtberufstätige und der andere sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.

Bis 2000 berechnete das Finanzamt für jeden einzeln den Sonderausgabenabzug. Seit 2001 geht die Behörde vom zusammengerechneten vollen Arbeitslohn beider Ehepartner aus und kürzt entsprechend bei beiden den Vorwegabzug, obwohl nur einer vom Arbeitgeber steuerfreien Beitragszuschuss zum Beispiel zur gesetzlichen Rentenversicherung erhalten hat. Das benachteiligt meist den Ehepartner, der seine Vorsorgeaufwendungen allein bezahlen muss.

Tipp: Die Behörde will zwar den ­Steuerbescheid per Vorläufigkeitsvermerk offen halten, aber die höhere Steuer erst mal kassieren. Betroffene sollten das nicht gleich zahlen. Der Bundesfinanzhof hat die Kürzung des Vorwegabzugs bereits in einem Beschluss angezweifelt (Az. XI B 226/02). Darauf sollten Sie verweisen und gegen Ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen. Zugleich beantragen Sie Ruhen des Verfahrens sowie Aussetzung der Vollziehung.

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