Können Arbeitnehmer ihre Vorsorgeaufwendungen künftig voll absetzen? Der Bundesfinanzhof will klären, ob die jetzige Besteuerung geändert werden muss. Bisher lohnt es sich für die meisten Arbeitnehmer kaum, Vorsorgeaufwendungen - beispielsweise Beiträge für Haftpflicht-, Kranken-, Lebensversicherungen oder private Altersvorsorge - in der Steuererklärung anzugeben.

Nur in sehr engen, kompliziert berechneten Grenzen werden solche Kosten anerkannt. Der Nachweis lohnt sich, wenn der Jahresarbeitslohn unter 37.500 Mark (Ehepaare: 75.000 Mark) liegt. Etwas besser stehen Beamte da, die bis zu 3.915 (Ehepaare: 7.830 Mark) als Sonderausgaben angeben können.

Bis Klarheit herrscht, sollte jeder seine Aufwendungen in der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben, auch wenn die Beträge die jetzt gültigen Grenzen deutlich überschreiten. Dazu gehören vor allem:

- Sozialversicherungsbeiträge (Krankenversicherung, Renten-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung),

- Kapitallebensversicherungen mit mindestens zwölf Jahren Laufzeit und fünf Jahren Beitragszahlung und mindestens 60 Prozent Todesfallleistung.

- aufgeschobene Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht (mit Wahlrecht nur bei mindestens zwölf Jahren Laufzeit und fünf Jahren Beitragszahlung),

- Sofortrenten gegen Einmalbeitrag,

- Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen,

- Dread-Disease-Policen,

- private Krankenversicherungen inklusive Auslandsschutz und Tagegeldversicherungen,

- freiwillige Pflegeversicherungen,

- Haftpflichtversicherungen,

- Risikolebensversicherungen,

- Unfallversicherungen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 233 Nutzer finden das hilfreich.