Bezahlen per Bankeinzug ist einfach, bequem und meist auch sicher. Grundlage ist in der Regel eine Einzugsermächtigung. Gut für Verbraucher: Kontobelastungen aufgrund einer solchen Einzugsermächtigung können mindestens sechs Wochen lang widerrufen werden. Doch Vorsicht: Manche Anbieter verwenden keine Einzugsermächtigung, sondern lassen sich so genannte Abbuchungsaufträge unterschreiben. Abbuchungen können dann nicht nachträglich widerrufen werden. Häufige Folge: Das Geld ist weg, obwohl der Verbraucher es eigentlich zurückbekommen müsste. test.de erklärt, wie Sie bequem bezahlen, ohne auf Sicherheit zu verzichten.

Glücksspiel mit Verlust

Aktuelles Beispiel: die dubiose Tippgemeinschaft Deutsche System Lotto. Die Einsätze fürs Glücksspiel sollten vom Konto der Spieler abgebucht werden. Als einige Spieler doppelte Abbuchungen bei der Bank stornieren lassen wollten, scheiterten sie. Dabei klang die Klausel, die sie unterschrieben hatten, ganz harmlos: „Hiermit bitte ich, meine monatlichen Spieleinsätze, die von der Deutschen System Lotto für uns bei Ihnen eingehenden Lastschriften (Abbuchungsauftrag) zu Lasten meines Kontos mit der Nummer ... bei der Bank ... (Bankleitzahl...) einzulösen.“, stand in den System Lotto-Unterlagen. Doch der Passus hat unangenehme Folgen für Kunden: Sie können ihr Geld nur noch direkt von System Lotto zurückfordern. Abgebuchte Beträge über die Bank zurückzurufen ist ausgeschlossen. Ob bei der dubiosen Tippgemeinschaft noch etwas zu holen ist, erscheint zweifelhaft: Die Verantwortlichen sitzen wegen Betrugsverdacht in Untersuchungshaft, der Geschäftsbetrieb ist eingestellt.

Zahlung mit doppeltem Boden

Mit einer Einzugsermächtigung wäre das anders gelaufen: Nach jeder einzelnen Abbuchung hat der Kontoinhaber sechs Wochen Zeit zu widerrufen. Gründe muss er nicht angeben. Wenn er widerruft, muss die Bank die Buchung ohne weitere Prüfung rückgängig machen. Das Unternehmen, das die Abbuchung veranlasst hat, kann gegen die Stornierung nichts machen. Auf diese Weise hätten viele System Lotto-Spieler ihr Geld zumindest teilweise retten können. Auch korrekte Abbuchungen per Einzugsermächtigung können per Widerruf gestoppt werden. Allerdings hat der Vertragspartner dann in der Regel Anspruch auf Schadenersatz.

Achten auf Ansprechpartner

Einschlägige Klauseln müssen nicht unbedingt ausdrücklich als „Abbuchungsauftrag“ einerseits oder als „Einzugsermächtigung“ andererseits bezeichnet sein. Tückische Abbuchungsvereinbarungen sind an Formulierungen zu erkennen, mit denen der Unterzeichner sich an die Bank wendet. Ein Abbuchungsauftrag liegt vor, wenn der Kontoinhaber die Bank auffordert, etwaige Lastschriften einzulösen. Bei Einzugsermächtigungen dagegen erhält der Vertragspartner lediglich das Recht, die Kontobelastung bei der Bank zu veranlassen. Eine Anweisung an die Bank enthalten sie nicht. Tipp: Fragen Sie im Zweifel bei ihrer Bank nach, wie die Klausel zu verstehen ist. Bestehen Sie Vertragspartnern gegenüber darauf, nur eine Einzugsermächtigung und keinen Abbuchungsauftrag zu erteilen.

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