Vorsicht, Lastschrift Meldung

Einzugsermächtigung oder Abbuchung – der Unterschied ist entscheidend, wenn man das Geld zurückholen will.

Urteil: Egal ob Einzugsermächtigung oder Abbuchung, für die meisten Leute ist es dasselbe – anschließend ist weniger Geld auf dem Konto. Beides sind Lastschriften, doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. Das hat der Bundesge­richtshof jetzt erneut deutlich gemacht (Az. III ZR 330/07).

Klausel: Ein Sportstudio hatte die Klausel verwendet: „Das Mitglied erteilt die Berechtigung, den Beitrag per Bankeinzug abzubuchen.“ Damit könne nur die allgemein gebräuchliche Einzugsermächtigung gemeint sein, fanden die Richter. Und die sei okay, denn sie habe für beide Seiten Vorteile. Die Firmen sparen Kosten, und der Kunde kann nach dem Einzug sechs Wochen lang bei seiner Bank Widerspruch einlegen, ohne Gründe dafür zu nennen. Die Bank muss ihm dann das Geld wieder gutschreiben.

Abbuchung: Eine böse Falle kann aber das Abbuchungsverfahren sein. Da würde der Kunde nicht dem Sportstudio, sondern seiner Bank den Auftrag erteilen, Lastschriften des Studios einzulösen. Solche Abbuchungen kann er nicht mehr rückgängig machen. Deshalb sieht der BGH im Abbuchungsverfahren eine unangemessene Benachteiligung des Kunden.

Folge: Einzugsermächtigungen dürfen Firmen verlangen, wenn es geringe Beträge sind – und auch bei größeren, wenn sie regelmäßig in etwa gleicher Höhe anfallen. Abbuchungen hinge­gen können Firmen nicht wirksam im Kleingedruckten vereinbaren.

Hinweis: Viele Kunden möchten das Geld lieber überweisen, statt Fremden per Lastschrift den Zugriff auf ihr Konto zu erlauben. Das hat aber einen großen Nachteil: Sobald die Überweisung beim Empfänger auf dem Konto ist, kann sie nicht mehr widerrufen werden. Oft ist das Geld schon am nächsten Tag bei ihm gebucht. Anders als bei der Lastschrift hat der Kunde bei einer Überweisung nicht die Möglichkeit, sie sechs Wochen lang wieder rückgängig zu machen.

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