Kann das Angebot seriös sein? Auch in Zeiten der Corona-Krise machen Betrüger Angebote und stellen Fallen.

Krisen­zeiten wie die aktuelle Corona-Situation sind auch die Zeiten von Betrügern. Hier informiert die Stiftung Warentest über gängige Betrugs­versuche – wie den Enkeltrick oder unseriöse Geschäftemacherei mit Atem­schutz­masken, Desinfektions­mitteln oder Nahrungs­ergän­zungs­mitteln, die angeblich vor Covid-19 schützen.

Corona – Informationen der Stiftung Warentest

Corona – Reisen. Im Special Corona – Reisen informieren die Rechts­experten der Stiftung Warentest über Ihre Rechte rund um abge­sagte, abge­brochene und geplante Reisen.

Corona – Gesundheit. Laufend aktualisierte Hinweise der Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest finden Sie im Special Corona – Verbreitung und Gesundheit.

Corona – Jobs. Alles zu Lohn­fortzahlung, Minijobs, Kinder­betreuung und Home Office im Special Corona und Job.

Corona – Recht & Förderung. Im Special Corona – Rechtsrat und finanzielle Hilfen lesen Sie, wo Familien und Selbst­ständige Hilfe erhalten und was mit laufenden Verträge geschieht.

Corona – Aktienmärkte. Informationen zur Lage auf den Aktienmärkten finden Sie im Special Corona-Krise und Aktienmärkte.

Fiese Enkeltricks, Geschäfte mit Masken und Mitteln

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Betrüger nutzen die Corona-Krise für den fiesen Enkeltrick. Was ist das?

Erkrankter Angehöriger. Auf diese Masche hat das Landkriminalamt Baden-Württemberg hingewiesen. Das Schema ist das gleiche wie immer beim uralten Enkeltrick: Organisierte Banden suchen im Telefon­buch Vornamen wie Alfons, Hedwig, Mecht­hild, um Senioren zu finden. Glaubt das Opfer, einen Verwandten zu erkennen, schlüpfen die Betrüger in deren Rolle und erklären, sie seien an Corona erkrankt und bräuchten Geld für die Behand­lung.

Vorstell­bar ist auch, dass sie andere finanzielle Notlagen in Zusammen­hang mit Corona anbringen. Sie bitten die angerufene, ältere Person um Geld oder Wert­gegen­stände, die ein Freund für sie abholen werde oder die die Person an einem vereinbarten Ort deponieren soll. Die Polizei warnt: Personen, die von erkrankten Angehörigen telefo­nisch kontaktiert werden, sollten bei Geld­forderungen besonders miss­trauisch werden.

Sie sollten den Anrufer dazu auffordern, den Namen zum Beispiel des Enkels oder der Nichte selbst zu nennen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Namen zu erraten. Fragen Sie nach Dingen oder Begebenheiten, die nur der echte Verwandte kennen kann.

Rufen Sie Verwandte unter der Ihnen bekannten Telefon­nummer zurück. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhält­nissen preis. Wenden Sie sich sofort an die Polizei unter 110, wenn Ihnen die Situation verdächtig erscheint.

Mitarbeiter des Gesund­heits­amtes. Eine weitere Masche: Betrüger geben sich am Telefon als angebliche Mitarbeitende eines Gesund­heits­amtes aus und fordern dazu auf, einen Corona-Test zum Preis von 5 000 bis 7 000 Euro durch­zuführen. Eine Abwandlung des Vorgehens ist, dass Täter unter dem gleichen Vorwand bei Betroffenen an der Haustür klingeln und so versuchen in die Wohnung zu kommen.

Die Polizei warnt: Lassen Sie sich nicht darauf ein kosten­pflichtige Tests auf Covid-19 an der Haustür und nach telefo­nischer Aufforderung durch­zuführen. Fragen Sie Ihren Haus­arzt oder das Gesund­heits­amt, ob ein Test für Sie ange­ordnet wurde. Übergeben Sie kein Geld an vermeintliche Tester an Ihrer Haustür. Lassen Sie sich auch durch Drohungen nicht verunsichern. Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbe­kannte zu einem späteren Zeit­punkt wieder, wenn eine Vertrauens­person anwesend ist. Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher: Sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe. Bei akuter Bedrohung rufen Sie die Polizei unter 110.

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Wie treiben Corona-Betrüger im Internet Ihr Unwesen?

Sofort­hilfen. Das Bundes­amt für Sicherheit in der Informations­technik (BSI) beob­achtet eine Zunahme von Cyber­angriffen mit Bezug zum Coronavirus. So würden Unternehmen und Betriebe etwa per E-Mail aufgefordert, persönliche oder unter­nehmens­bezogene Daten auf gefälschten Webseiten preis­zugeben. Die Cyberkriminellen geben sich laut BSI dabei als vermeintliche Institutionen zur Beantragung von Sofort­hilfegeldern aus.

Die Behörde stellte zudem fest, dass deutlich mehr Domain­namen mit Schlagwörtern wie „Corona“ oder „Covid“ registriert werden. Zum Teil stecken dahinter Kriminelle. Nutzer würden etwa auf Webseiten zum Download und anschließender Installation vermeintlicher Software­updates aufgefordert, mit denen tatsäch­lich die Systeme der Nutzer mit Schad­programmen infiziert würden, so das BSI.

Fake Shops. Auf gefälschten Internet­seiten und Online-Klein­anzeigen werden besonders knappe Produkte wie Desinfektions­mittel und Schutz­kleidung angeboten – zu einem absolut über­teuerten Preis. Die Seiten­betreiber verschi­cken E-Mails im Namen eines real existierenden deutschen Unter­nehmens, welches auch für diverse Apotheken zuständig ist. Wer einem Link in dieser Mail folgt, landet auf der gefälschten Verkaufs­platt­form. Haben Sie eine Bestellung über solch einen Shop getätigt und bereits gezahlt, sollten Sie unver­züglich Ihren Zahlungs­anbieter kontaktieren und versuchen, die Zahlung zu stoppen. Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizei.

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Ich sehe immer mehr Angebote für Masken, Desinfektions­mittel und Nahrungs­ergän­zungs­mittel, die gegen das Virus helfen sollen. Was soll ich davon halten?

Cyber-Kriminelle nutzen Engpässe und Notlagen aus. Dazu zählt der fiktive Online-Händler FTA First Trading Agency in Bremen, dessen Seite nicht mehr zu erreichen ist. Er hat Groß­händ­lern bundes­weit FFP2-Gesichts­masken und Desinfektions­mittel angeboten und verlangte dabei Vorkasse. Die Kunden wurden nicht beliefert. Der Schaden lag im sechs­stel­ligen Bereich. Die Firma fälschte unter anderem eine behördliche Groß­handels­urkunde, auch vorgelegte Zertifikate für die Masken waren gefälscht. Die Bremer Polizei ermittelt.

Andere Händler versuchen, mit Nahrungs­ergän­zungs­mitteln ein Geschäft zu machen, die gegen eine Infektion mit dem Coronavirus helfen sollen. Das Bundes­ernährungs­ministerium warnt: Es gebe kein Nahrungs­ergän­zungs­mittel, das eine Infektion mit dem Virus verhindern kann. Eine gesund­heits­bezogene Werbung wie „schützt vor Viren“ sei verboten. Es gebe keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirk­samkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen das Coronavirus beweisen. Wenn Studien zitiert sind, beziehen sich diese auf andere Viren.

Zur Abwehr des Coronavirus angeboten werden etwa Nahrungs­ergän­zungs­mittel mit Grüntee (beziehungs­weise dem Inhalts­stoff Epigallocatechinagallat), Rhodiola (Rosenwurz), Cistus (Zistrosenkraut), Propolis, Kapuzinerkresse oder Schwarzer Johannis­beere (Blatt­knospen). Abwehrende Wirkungen werden auch für Nahrungs­ergän­zungs­mittel mit Kurkuma und Zimt suggeriert.

Aktuell kursieren auch unsinnige Hinweise, dass man sich mit dem gefähr­lichen MMS (Miracle Mineral Supplement) vor dem Coronavirus schützen könne. Mitunter wird das Mittel auch CDL (Chlor­dioxidlösung) genannt. Es ist ein Desinfektions­mittel und dient zum Bleichen von Textilien. Nicht einnehmen! Es ist gefähr­lich, warnen die Verbraucherzentralen. Abge­sehen davon nützt es auch nichts gegen SARS-CoV-2, ebenso wenig wie Arsen in homöo­pathischen Dosen.

Onlineshopping, Spenden, Bank­geschäfte

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Was muss ich beim Online-Shopping beachten?

Jetzt, wo die meisten Geschäfte geschlossen sind, wird noch mehr online bestellt. Doch wer nicht aufpasst, kann schnell an betrügerische Fake-Shops geraten. Wer dort kauft und bezahlt, sieht entweder nie seine Ware oder erhält nur minderwertige Fälschungen. So können Sie schnell erkennen, ob hinter einem Shop ein Betrüger steckt:

Reelle Preise. Angebote, die eigentlich zu gut sind, um wahr zu sein, sollten Sie stutzig machen. Zu güns­tige Preise können ein Anzeichen für Betrug sein. Verlassen Sie sich nicht auf eine professionell wirkende Webseite – auch Fake-Shops können sehr seriös wirken.

Bewertung­scheck. Checken Sie den Shop über Ihre Such­maschine. Ist der Shop seriös, finden Sie sicher positive Bewertungen zufriedener Kunden. Ist er es nicht, haben sicherlich auch andere schon schlechte Erfahrungen gemacht.

Impressum und Gütesiegel. Auch ein fehlendes oder unvoll­ständiges Impressum kann ein Hinweis auf einen Fake-Shop sein. Wie steht es mit Gütesiegeln? Aus unserer Sicht sind die Siegel Trusted Shops und Safer-Shopping des TÜV Süd hilf­reich. Wenn Sie so ein Siegel finden, klicken Sie es unbe­dingt an und gehen Sie sicher, dass der Shop dort auch wirk­lich zertifiziert ist.

Tipp: Noch mehr Infos gibt es in unserem Special zum sicheren Online-Shopping.

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In dieser Krise möchte ich helfen und an eine gemeinnützige Organisation spenden. Was muss ich beachten?

Vorsicht ist auch beim Spenden geboten. In E-Mails im Namen der Welt­gesund­heits­organisation (WHO) werden Internetnutzer aufgefordert, eine beliebige Summe an eine Bitcoin-Adresse zu spenden. In der E-Mail wird das offizielle Logo der WHO genutzt, um Echt­heit zu suggerieren. Auch der Betreff der E-Mail soll Seriosität vermitteln: „COVID-19 Solidarity Response Fund for WHO – DONATE NOW“. Tatsäch­lich stammt der Spenden­aufruf nicht von der WHO.

Das Zentrum für europäischen Verbraucherschutz meldet, dass Betrüger Webseiten einge­richtet haben, um Spenden für Personal im Gesund­heits­wesen zu sammeln. Wer spendet, dessen Geld ist verloren. Vergewissern Sie sich, bevor Sie spenden, wer die Platt­form betreibt und ob sie seriös ist.

Das Deutsche Zentral­institut für soziale Fragen (DZI) hat Tipps für das Spenden in der Corona-Krise gesammelt und warnt zugleich vor Tritt­brett­fahrern. In der Spenden-Info „Hilfe für Corona-Betroffene“ empfiehlt die Berliner Prüf­instanz 25 Hilfs­werke, die in Deutsch­land und in vielen Regionen welt­weit Corona-Betroffene unterstützen und das DZI Spenden-Siegel als Zeichen besonderer Vertrauens­würdig­keit besitzen. Die Liste wird laufend aktualisiert. Mehr dazu in unserer Meldung Corona und Spenden: Was Sie bei Spenden jetzt beachten sollten.

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Was muss ich beim Online­banking beachten?

Unter dem Schlag­wort „Covid-19“ verbreiten Kriminelle per Email oder durch manipulierte Webseiten vermehrt Schad­programme. In den meisten Fällen verfolgen sie das Ziel, Daten wie Pass­wörter für Online­banking-Zugänge oder Kreditkarten­nummern abzugreifen. Auch Phishing-Mails nehmen wieder zu. Phishing ist das Ergaunern von persönlichen Daten mit gefälschten E-Mails oder mit einge­betteten Links.

Die Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen (VZ NRW) warnte zum Beispiel vor gefälschten E-Mails der Sparkasse. Darin heißt es, dass man die Filialen aufgrund der Corona-Ausbreitung schließen müsse und man nun Wohn­adresse, Telefon­nummer und Email-Adressen der Kunde über­prüfe, um weiterhin eine reibungs­lose Kommunikation zu gewähr­leisten. Über einen Link gelangen Betroffene aber zu einer ebenfalls gefälschten Eingabemaske, woraufhin die Daten nach Eingabe direkt an die Betrüger gehen würden. Nach Beob­achtungen der VZ NRW wurden Ende März Phishing-Mails im Namen von Amazon, Paypal und American Express verschickt.

Tipps: Sie vermeiden Ärger, indem Sie unbe­kannte Dateien nicht öffnen, den Ursprung von E-Mails über­prüfen und sowohl Absender als auch enthaltene Verlinkungen gründlich hinterfragen. Umfassende Informationen rund um Phishing bieten die 10 Tipps für sicheres Surfen der Stiftung Warentest.

Keine Bank oder Behörde und kein seriöses Unternehmen befragt Sie nach persönlichen Daten per E-Mail oder Telefon. Seien Sie immer skeptisch, wenn Sie auf diesen Wegen zu einer Eingabe aufgefordert werden. Löschen Sie im Verdachts­fall die betreffenden E-Mails und klicken Sie keinesfalls auf enthaltene Links.

Melden Sie E-Mails, die Ihnen verdächtig erscheinen, an das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Verbraucherzentrale wertet die einge­henden E-Mails aus und informiert laufend über neue Betrugs­varianten.

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