Interview: Den Sommer zurückholen

Vorratshaltung Meldung

Christel Margraf lehrte 30 Jahre lang Küchenpraxis an der Landwirtschaftsschule Bischofsheim. Die 60-Jährige über Einkaufen im November – und wie die Lebensmittel den Winter überleben.

Was gibts jetzt frisch vom Feld?

Günstig sind Wurzelgemüse wie Karotten und Pastinaken. Nicht zu vergessen Kürbisse, Äpfel und Birnen, Kohlgemüse wie Wirsing. Auch auf Salat muss jetzt niemand verzichten. Wintersalate wie Endiviensalat und Chinakohl gibt es überall. In unserer Schule hatten wir einen großen Schulgarten – selbst anbauen ist eine gute Alternative.

Wie friere ich Frischgemüse ein?

Das ist schnell gemacht. Gemüse blanchieren – also kurz erhitzen und in Eiswasser abschrecken – dann gut verpackt in Tüte oder Dose ins Gefrierfach. Rotkohl und andere Kohlsorten fertig zubereiten und dann einfrieren.

Wie lege ich Obstvorräte an?

Beeren- und Steinobst kann man gut einfrieren – ohne es vorher zu blanchieren. So hole ich mir den Sommer zurück: Tiefgefrorene Kirschen, Himbeeren oder Zwetschgen verarbeite ich im Winter portionsweise zu Marmelade. Am Samstag eingekocht, am Sonntag zum Frühstück – lecker!

Wie geht das mit dem Einwecken?

Früchte oder Gemüse kommen roh in die Gläser und werden darin sterilisiert, also im Wasserbad bei entsprechender Einkochtemperatur erhitzt – Erdbeeren nur 20 Minuten, Bohnen zwei Stunden. Eingewecktes kühl und dunkel lagern.

Was haben Sie immer auf Vorrat?

Selbstgemachtes Apfelmus. Es ist im Handumdrehen zubereitet: Äpfel in wenig Wasser weich kochen, mixen, mit Zitrone und Zimtzucker abschmecken, kochend heiß und randvoll in saubere Gurkengläser füllen, Deckel drauf und stürzen. So ist das Mus etwa ein halbes Jahr haltbar.

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