Vorratshaltung Meldung

Bei Oma sah alles mühelos aus. Sie wusste genau, dass Kopfsalat im Sommer und Feldsalat im Winter günstig ist, wie sie auch im Januar noch etwas von ihrer Beerenernte hat und wie sie Kartoffeln lagern muss, damit sie den Winter überstehen. Speisekammer oder Vorratskeller hat heute zwar nicht mehr jeder. Trotzdem reichen schon wenige Kniffe. Von Oma lernen heißt, clever einkaufen, lagern – und sparen.

Nichts zu essen im Haus, die Läden haben zu. Eine Situation, die gerade Berufstätige gut kennen. Schnell den Pizzadienst kommen lassen, fertig ist das Abendessen. Kaum einer hat noch das Wissen, vorausschauend und nach Jahreszeit einzukaufen, um Vorräte anzulegen. Dabei zeigt ein Blick in Omas Speisekammer: Es ist so einfach, Geld und Zeit zu sparen.

Welche Lebensmittel sollte ich als eiserne Reserve im Haus haben?

Mehl, Zucker, Salz, Reis, Nudeln und getrocknete Hülsenfrüchte wie Linsen – trockene Lebensmittel wie diese halten sich dunkel und trocken gelagert nahezu unbegrenzt. Sind Nudeln oder Reis allerdings aus Vollkorn, können sie nach sechs bis zwölf Monaten ranzig werden. Sie enthalten noch den fettreichen, leicht verderblichen Getreidekeim. Gewürze halten sich ungemahlen bis zu zwei Jahre. Grünes, rotes oder gelbes Curry sieht zwar in Gläsern dekorativ aus, Gewürze sollten aber besser in lichtundurchlässigen Behältern lagern.

Neben diesen Trockenprodukten gehören aber auch Konservendosen in die gutsortierte Speisekammer. Dosentomaten etwa bleiben zwei Jahre lang frisch. Ist der Dosendeckel aber gewölbt, sofort wegwerfen.

Tipp: Um den Überblick zu behalten, sollten Sie Menge und Haltbarkeit Ihrer Vorräte in einen Vorratsplan eintragen. Stellen Sie neue Vorräte immer nach hinten und verbrauchen Sie zuerst die ältere Ware.

Was kommt in den Kühlschrank?

Milchprodukte, Fisch, Wurst und Fleisch – generell alle Produkte, die schnell verderben, sollten kühl lagern. Beim Einräumen auf die verschiedenen Zonen im Kühlschrank achten. Am kältesten ist es auf der untersten Glasplatte (siehe Tabelle). Vorsicht bei Obst und Gemüse. Einige Sorten vertragen das Klima im Kühlschrank nicht (siehe Tabelle). Tomaten zum Beispiel verlieren dadurch an Geschmack. Kartoffeln lagern am besten lose auf einem Lattenrost oder in einer Lattenkiste im Keller. Gut belüftet über ein gekipptes Kellerfenster und mit Papier abgedeckt, bleiben die Kartoffeln bis zum Frühjahr frisch.

Tipp: Der Kühlschrank sollte nicht zu voll sein, sonst kann die Luft nicht mehr zirkulieren und es wird zu warm. Gekochte Reste vor dem Einräumen abkühlen lassen.

Ich habe keinen Garten – wo bekomme ich frisches Obst und Gemüse?

Gehen Sie auf den Wochenmarkt. Dort wird die regionale Ernte angeboten. Oder suchen Sie sich einen Bauern, der ab Hof verkauft. Inzwischen haben einige Supermarktketten und Discounter den Trend zu regionalen Produkten erkannt. Bei Edeka gibt es seit vier Jahren die Marke „Unsere Heimat“, bei Lidl seit kurzem „Ein gutes Stück Heimat“. Was gerade vom Feld kommt, zeigen Saisonkalender (etwa bei www.aid.de). Demnach gibt es jetzt im November Feldsalat, Rosenkohl und Quitten aus deutscher Ernte (siehe Interview). Schön: Wer nach Saison und regional einkauft, schont meist auch das Klima.

Tipp: Manche Biobauern stellen Abokisten mit Produkten nach Saison zusammen und liefern sie Städtern nachhause.

Wie koche ich vitaminreich, ohne ständig Frisches einzukaufen?

Die beste Methode, Vitamine zu erhalten, ist das Tiefkühlen – deutlich besser als Einmachen oder Einwecken (siehe Interview). Auch gekauftes Gemüse und Obst aus der Gefriertruhe ist empfehlenswert: Da es direkt nach der Ernte schockgefrostet wird, ist es oft gesünder als vermeintliche Frischware, die lange gelagert oder transportiert wurde. Wer selbst einfriert, sollte so frische Produkte wie möglich nehmen. Erbsen halten dann etwa zwei, Spinat eineinhalb Jahre. Lange frisch bleiben auch gefrorene Himbeeren. Sie schmecken nach zwei Jahren noch fast so gut wie aus dem Garten.

Tipp: Frieren Sie Aufgetautes ruhig wieder ein. Wichtig ist nur, dass das Produkt langsam im Kühlschrank auftaut und die nicht verarbeiteten Reste schnell wieder zurück ins Gefrierfach kommen.

Fauliger Salat und schrumpelige Kartoffeln – woran liegt das?

Sie haben Ihre Vorräte wohl neben Äpfeln, Birnen oder Tomaten gelagert. Gerade Salat und Kartoffeln sind besonders empfindlich gegenüber dem Reifehormon Ethylen, das diese Früchte ausdünsten.

Tipp: Äpfel und Birnen nie im Obstkorb mit anderen Früchten mischen. In der Vorratskammer nachreifendes Obst und Gemüse in eine Plastiktüte packen.

Warum wird Brot bei mir immer entweder schimmlig oder hart?

Brot sollte bei Zimmertemperatur in einem krümelfreien Brotkasten oder Tontopf mit Deckel lagern. Zur Not hält es sich auch in einer sauberen Kunststofftüte, wird aber schnell weich. Je größer der Anteil an Roggen, Schrot oder Sauerteig im Brot, desto länger bleibt es frisch.

Tipp: Brot lässt sich leicht einfrieren. So hält es sich bis zu drei Monate. Scheibenweise in den Toaster geschoben, schmeckt es wieder wie frisch vom Bäcker.

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