Vorfälligkeitsentschädigung Meldung

Eigenheimbesitzer, die ihr Haus verkaufen, haben ein Recht darauf, ihr Darlehen vor Ablauf der Zinsfestschreibung zu tilgen. Sie müssen der Bank aber eine Entschädigung dafür zahlen, dass sie das Geld nicht zu dem Zinssatz anlegen kann, den sie für das Darlehen bekommen hätte. Bei der Höhe der Entschädigung kommt es also auf den Zinssatz für die Ersatzanlage der Bank an. Und da hat der Bundesgerichtshof (BGH) nun entschieden: Bei der Wiederanlage des vorzeitig zurückgezahlten Geldes gilt der Zinssatz für Hypothekenpfandbriefe mit gleicher Laufzeit (Az. XI ZR 27/00). Bisher war der BGH von öffentlichen Anleihen ausgegangen, die derzeit bis zu 0,6 Prozentpunkte weniger Rendite bringen. Durch die neue Berechnung fällt die Entschädigung nun deutlich niedriger aus als bisher.

Beispiel: Bei 100.000 Mark Restschuld und 5 Jahren Restlaufzeit sinkt sie von rund 10.800 Mark auf etwa 9.300 Mark (bei 7 Prozent Zins und 800 Mark Monatsrate). Außerdem muss das Institut für das entfallende Kreditrisiko einen Abschlag ansetzen und die entstandenen Verwaltungskosten unabhängig von der Darlehenssumme erstatten.

Tipp: Viele Kunden können nun zu viel gezahlte Beträge zurückfordern. Sie können die von der Bank berechnete Entschädigung für 100 Mark von einer Verbraucherzentrale prüfen lassen. Kostenlos steht Ihnen für Standarddarlehen der Vorfälligkeitsrechner der Stiftung Warentest zur Verfügung.

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