Hat Ihre Bank bei der Vorfälligkeitsentschädigung allzu kräftig abkassiert? Wir überprüfen es für Sie.

Wenn Kunden ihr Immobiliendarlehen vorzeitig tilgen, verlangt die Bank eine Entschädigung – in der Regel mehrere tausend Euro. Grundlage dafür ist, dass ihr all die Zinsen entgehen, die sie bekommen hätte, wenn der Kredit wie vereinbart weitergeführt worden wäre. Doch wie viel darf die Bank nehmen?

Da hat der Bundesgerichtshof klare Regeln aufgestellt – nur sind die bei vielen Banken nicht angekommen. So war etwa jede zweite von den rund 200 Rechnungen falsch, die die Verbraucherzentrale Bremen im ersten Halbjahr 2009 kontrolliert hat. In Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Bremen und Hamburg bieten wir die Analyse Vorfälligkeitsentschädigung an. Denn Nachrechnen kann sich lohnen.

Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gilt, wenn Kunden ihre Immobilie verkaufen müssen, zum Beispiel weil sie finanziell klamm sind oder umziehen. Sie greift aber nicht, wenn der Kunde nur deshalb vorzeitig tilgen will, weil er zum Beispiel anderswo ein Darlehen zu günstigeren Zinsen bekommen könnte oder Geld geerbt hat. In solchen Fällen dürfen die Banken die Entschädigung frei festlegen.

Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Sie beginnt Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstand. Forderungen aus 2006 sind bereits verjährt. Wer aber 2007 eine zu hohe Entschädigung gezahlt hat, kann bis Ende 2010 Ansprüche anmelden.

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