Voraus­gefüllte Online-Steuererklärung Special

Die Steuererklärung lohnt sich, häufig gibt es Geld zurück.

Die voraus­gefüllte Steuererklärung mit Elster­online soll einfach und schnell gehen. Doch gerade Einsteigern macht es die Finanzbehörde nicht leicht.

Steuererklärungen lohnen sich fast immer: Die meisten Angestellten bekommen im Schnitt jähr­lich deutlich mehr als 800 Euro zurück.

Heute braucht dafür niemand mehr Blei­stifte zu spitzen, Formulare auszufüllen oder Berge von Papier auszudrucken. Auf elektronischem Wege soll es nun dank der sogenannten voraus­gefüllten Steuererklärung schneller und einfacher gehen.

Seit 2014 bietet die Finanzbehörde diese Möglich­keit. Denn viele wichtige Steuer­daten wie gezahlte Lohn­steuer oder Kranken­versicherungs­beiträge werden dem Finanz­amt auto­matisch über­mittelt. Wer bereits das Programm Elster nutzt, braucht nur noch einen zusätzlichen Abrufcode für seine Steuerbelege.

Für Erfahrene und Einsteiger bieten wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um sich bei Elster­online zu registrieren und die Steuerbelege abzu­rufen.

Warte­zeit für Registrierung einplanen

Zunächst muss sich ein Steuerzahler auf der Internetseite Elster­online.de registrieren. Bis er frei­geschaltet ist und seine Daten für die „voraus­gefüllte Steuererklärung“ abrufen kann, vergehen mehrere Tage oder sogar Wochen. Denn die Finanzbehörde verschickt die benötigten Sicher­heits­codes per Post. So kann die Registrierung mehr Zeit kosten als die Steuererklärung selbst.

Hinweis: Wenn Sie nie Ihre Steuer erklärt haben, haben Sie oft keine Steuer­nummer. Für Elster­online brauchen Sie diese. Sie erhalten sie vom Finanz­amt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Identifikations­nummer (Steuer-ID), die jeder auto­matisch bekommt und die ein Leben lang gilt.

Kleiner Trost: Die Registrierung muss jeder nur einmal machen. Einzig eine neue Steuer­nummer kann nach einem Umzug nötig werden, falls sich das zuständige Finanz­amt ändert.

Den richtigen Browser wählen

Zwar muss bei Elster­online im Unterschied zu Elsterformular der Nutzer keine Software mehr auf den Rechner herunter­laden, dennoch macht es einen Unterschied, ob er seine Steuern am Mac oder PC erklärt.

Entscheidend ist der einge­setzte Internet­browser. Mit dem in Deutsch­land sehr beliebten Firefox funk­tioniert Elster­online nur unter Wind­ows. Mac-Nutzer müssen laut Finanzbehörde den Google-Browser Chrome installieren. Nur dieser funk­tioniert ohne Zusatz­programme wie Java reibungs­los.

Mit ElsterBasis Steuern erklären

Für einen Elster-Unerfahrenen ist es mühsam, sich auf Elster­online.de zurecht­zufinden. Klickt er auf „Zur Registrierung“, hat er die Wahl unter drei möglichen Anmeldungs­varianten: ElsterBasis, ElsterSpezial und ElsterPlus. Wir empfehlen die kostenlose Variante ElsterBasis (Schritt-für-Schritt-Anleitung). Das Prinzip: Der Nutzer lädt sich ein Sicher­heits­zertifikat als Datei auf den Computer, mit dem er sich künftig anmelden kann. Für die meisten Nutzer ist diese Variante völlig ausreichend.

Die Alternativen mit USB-Stick oder mit Sicher­heits­karte plus Kartenlesegerät versprechen mehr Sicherheit, schlagen aber mit 45 bis 150 Euro zu Buche. Wer sein Sicher­heits­zertifikat an einem nur ihm zugäng­lichen Ort auf dem eigenen Computer oder einer externen Fest­platte speichert, hat vorgesorgt.

Tipp: Wenn Sie sich erfolg­reich registriert haben, sind Sie nicht auf Elster­online beschränkt: Sie können das Sicher­heits­zertifikat und den Abrufcode für Steuerbelege auch mit den meisten Steuer­programmen verwenden, um damit Ihre Steuer online zu erklären.

Das Finanz­amt weiß nicht alles

Wer auf die voraus­gefüllte Steuererklärung setzt und hofft, gar keine Arbeit mehr zu haben, wird enttäuscht: Das Finanz­amt kennt zunächst nur einige Basis­daten jedes Steuerzah­lers. Also Name, Adresse und Religion und die Bank­verbindung – zumindest für diejenigen, die schon einmal ihre Steuer erklärt und dabei ihre Konto­daten angegeben haben. Daneben über­mitteln der Arbeit­geber die gezahlte Lohn­steuer und die Krankenkasse die geleisteten Beiträge ans Finanz­amt. Auch die Vorsorgeaufwendungen für Riester- oder Rürup-Verträge sollte das Finanz­amt kennen.

Bis die Informationen zu Lohn­steuer und Kranken­versicherungs­beiträgen bereit­stehen, dauert es laut Elster­online bis ungefähr Mitte März. Denn bis Ende Februar haben Krankenkasse und Arbeit­geber Zeit, diese Zahlen weiterzuleiten.

Was somit fehlt, sind viele Angaben, mit denen jeder zusätzlich Steuern sparen kann. Dazu gehören Fahrt- und Reise­kosten, Ausgaben für Kinder­betreuung, Weiterbildung oder Hand­werk­erkosten. Niemand sollte die voraus­gefüllte Steuererklärung also einfach so abgeben.

Über­tragene Daten unbe­dingt prüfen

Auch die Finanzbehörde macht Fehler, im vergangenen Jahr sogar sehr grobe. Sie hat in tausenden Fällen falsche Steuerklassen zuge­ordnet. Das führte dazu, dass der gesamte Lohn von einigen Arbeitnehmern auto­matisch ans Finanz­amt abge­führt wurde und vom Gehalt nichts übrig blieb. Die Betroffenen mussten sich selbst darum kümmern, den Fehler zu korrigieren. Denn für falsche Angaben ist das Finanz­amt nicht verantwort­lich. Ein Grund mehr, eine Steuererklärung zu machen und voraus­gefüllte Daten unbe­dingt zu prüfen.

Freiwil­lig abgeben ohne Risiko

Manche sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet: wenn sie sich zum Beispiel einen Frei­betrag eintragen lassen oder wenn beide Ehepartner arbeiten und einer die Steuerklasse V oder VI hat. Viele können die Steuererklärung aber auch freiwil­lig machen und sich damit einiges zurück­holen.

Es lohnt sich vor allem für diejenigen, die im Laufe des Jahres hohe Werbungs­kosten, Sonder­ausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hatten. Wenn ein Steuerzahler seine Erklärung freiwil­lig abge­geben hat, dann hat er in der Regel nichts zu verlieren.

Denn kommt heraus, dass er eigentlich Steuern nach­zahlen müsste, kann er inner­halb eines Monats Einspruch gegen den Bescheid einlegen und seine Steuererklärung zurück­ziehen. Erklärt er zusätzlich die „Aussetzung der Voll­ziehung“, darf das Finanz­amt ihm nichts abziehen.

Achtung: Das gilt nicht, wenn Ihnen oder Ihrem Arbeit­geber Fehler unter­laufen sind und Sie entweder zu hohe Kinder­frei­beträge beantragt haben oder der Arbeit­geber zu wenig Lohn­steuer wegen einer falschen Steuerklasse abge­zogen hat.

Fristen beachten

Für alle, die verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzu­geben, ist der letzte Abgabe­termin der 31. Mai. Mit guten Gründen lässt sich die Frist in der Regel bis Ende Juli verlängern, zum Beispiel wegen längerer Krankheit. Das Fehlen von Belegen, etwa Rechnungen, lassen nicht mehr alle Finanz­beamten als Grund gelten. Einen Anspruch auf Frist­verlängerung gibt es nicht. Eine zu spät abge­gebene Erklärung führt zu Aufschlägen oder Nach­zahlungs­zinsen.

Wer freiwil­lig eine Steuererklärung abgibt, muss die Abgabe­frist unbe­dingt einhalten. Kommt die Erklärung nur einen Tag zu spät, wars das. Dafür sind die Fristen hier länger: Vier Jahre haben Freiwil­lige Zeit. Bis zum 31. Dezember 2016 können sie ihre Erklärung für 2012 abgeben.

Tipp: Vorteil der Online-Steuererklärung mithilfe eines Sicher­heits­zertifikats gegen­über der Papierform: Sie gilt als abge­geben, wenn sie elektronisch verschickt wurde und nicht, wenn der Beamte sie auf den Tisch bekommt. Außerdem dürfen Sie Belege sogar noch im neuen Jahr nach­reichen.

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