Noch wird heftig um die Gesundheitsreform gestritten. Klar ist schon jetzt: Gesundheit wird teurer. Die Krankenkassenbeiträge werden steigen. Doch noch ist etwas Zeit. Zum Oktober gibts bei einzelnen Kassen sogar Beitragssenkungen. Bei den bundesweit geöffneten Kassen verbessert sich die BKK Dr. Oetker von 12,7 auf 12,4 Prozent. Sie gehört damit zu den günstigsten Anbietern. Spitzenreiter ist allerdings nach wie vor die IKK Direkt mit 12,0 Prozent. Die rote Laterne hat bereits im September die CityBKK übernommen. Sie kassiert stolze 15,5 Prozent und ist damit 0,9 Prozentpunkte teurer als jede andere Kasse.

[Update: 04.10.2006] Inzwischen ist der Abstand schon wieder geschrumpft. Wie erst heute bekannt wurde, erhöhte die Gothaer BKK ihren Beitragssatz um rekordverdächtige 1,7 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent.

Spitze sind 11,8 Prozent

Eine Beitragssenkung verkündet auch die BKK FTE. Der allgemeine Beitragssatz der für Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen geöffneten Kasse mit Hauptsitz in der fränkischen Stadt Ebern liegt jetzt ebenfalls bei 12,4 Prozentpunkten. Günstiger sind außer der IKK direkt in Kiel nur eine Handvoll überwiegend nur regional geköffnete Kassen: Die AOK Sachsen, die BKKs A.T.U., Herford/Minden/Ravensverg, MEM, Scheufelen und Marquard, die KEH-Ersatzkasse sowie die IKKs Südwest direkt und Thüringen. Den absolut günstigsten allgemeinen Beitragssatz hat die IKK Sachsen. Ihre Mitglieder zahlen nur 11,8 Prozent. Die Kasse ist allerdings nur für Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zugänglich.

CityBKK neues Schlusslicht

Einen satten Aufschlag verlangt schon seit Anfang September die CityBKK. Der Beitragssatz stieg um einen ganzen Prozentpunkt auf 15,5 Prozent. Die Kasse ist damit die mit Abstand teuerste gesetzliche Krankenversicherung. Auf den Plätzen folgen die AOKs Berlin und Saarland mit jeweils 14,6 Prozent. Die CityBKK sieht sich dennoch in einer akzeptablen Position. Anders als viele andere Kassen werde zum Jahreswechsel keine weitere Beitragserhöhung nötig sein, verspricht Kassenvorstand Herbert Schulz. Der Schuldenabbau sei vorangekommen. Die Verbindlichkeiten der Kasse werden nach seiner Darstellung in diesem Jahr von 76 auf 46 Millionen Euro sinken. Bis Ende 2007 werde die Kasse schuldenfrei sein, kündigt Schulz an. Grund für die Beitragserhöhung seien vor allem Steigerungungen bei den Ausgaben für Krankenhausbehandlungen. Sie fallen bei der Kasse nach eigenen Angaben besonders ins Gewicht. Bei knapp 260 000 Versicherten muss die CityBKK für rund 75 000 Krankenhausbehandlungen pro Jahr zahlen. Bei anderen Kassen sei die Quote sehr viel geringer.

Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung

Ein Gutes hat eine Beitragserhöhung: Sie gibt Versicherten ein Sonderkündigungsrecht. Wer immer von einer Beitragserhöhung betroffen ist, kann sich sofort eine neue Kasse suchen und muss nicht das Ende der 18-monatigen Mindestmitgliedschaft abwarten. Wer bei einem Bruttolohn von 3 000 Euro von der CityBKK zur günstigsten bundesweit geöffneten Kasse - die IKK direkt in Kiel mit 12,0 Prozent Beitragssatz - wechselt, spart 52,50 Euro pro Monat und 630 Euro pro Jahr. Der Arbeitgeber erzielt noch einmal die gleiche Ersparnis. Wie viel Ersparnis in anderen Fällen drin ist, lässt sich mit dem Krankenkassen-Beitragsrechner ermitteln.

Krankenkassenbeiträge: Alle aktuellen Daten

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