Ein Reinigungsservice will Matratzen von Allergenen befreien und kommt dafür ins Haus. Aber im Test blieben viele Allergene übrig – und aus dem Besuch wurde ein Verkaufsgespräch für eine neue Matratze.

Milben, die sich millionenfach in Matratzen tummeln, machen Hausstaub­aller­gi­kern das Leben schwer. Deshalb ist die Idee nicht schlecht: Ein Reini­gungsdienst kommt zu den Geplagten ins Haus und saugt die Milben mitsamt den Aller­genen aus der Matratze. Wir haben einen solchen Service getestet: die Firma Schlafsysteme Blümer, die im Raum Münster und Haltern Aufträge annimmt. Ähnliche Dienstleister gibt es auch in anderen Orten.

Unsere Testmatratze aus Federkern war schon zehn Jahre alt. Die Milben-, Bakterien- und Schimmelgehalte waren also relativ hoch. Der Matratzendoktor reinigte die Matratze von allen Seiten mit einem Staubsauger mit Wasserfilter. Danach säuberte er sie mit einem Reinigungsmittel, das über einen Staubsaugeraufsatz aufgebracht wurde. Irgendwelche gefährlichen Gifte setzte er nicht ein. Wir überprüften im Labor, was die Reinigung bewirkte. Zwar fanden wir auf der Liegefläche kaum noch Milbenallergene, Bakterien oder Schimmelpilze. Aber auf der Seitenfläche der Matratze waren noch reichlich Milbenallergene übrig – zu viele für Menschen, die darauf allergisch reagieren. Von der beworbenen „Tiefenwirkung“ keine Spur. Außerdem: Der Matratzendoktor holte nach der Reinigung einen Katalog mit Matratzen heraus und begann ein Verkaufsgespräch.

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