Vollwaschmittel Test

Kein Flüssigwaschmittel wäscht Weißes so weiß wie die besten Pulver im Test: Ariel und Persil. Aber auch viele Discounter- und Han­dels­mar­ken waschen „gut“.

Wer in der Nähe eines Waschmittelprüfinstituts wohnt, braucht im Grunde nie wieder Handtücher, T-Shirts oder Bettwäsche zu kaufen. Denn Prüfinstitute statten ihre Nachbarn gern großzügig mit Textilien aus. Sie brauchen nämlich echte Schmutzwäsche, um Waschmittel zu testen. Auch unser Prüfinstitut hat Dutzende von Haushalten in der Gegend wochenlang mit frischer, weißer Wäsche versorgt, die dann alle paar Tage schön verschmutzt wieder abgeholt werden konnte.

Nach 1 083 Waschmaschinenladungen stand schließlich fest, womit das Tuch am besten wieder sauber wird: Die Marken­pulver Ariel Compact und Persil Universal-Megaperls sind erste Wahl, wenn es um weiße Wäsche geht. Aber auch viele Discounter und Handelsketten haben ein „gutes“ Pulver im Angebot. Im wichtigsten Prüfpunkt – der Waschwirkung – sind sogar sechs Vollwaschmittel gleichauf: neben Ariel und Persil auch Aldi (Süd), Lidl, Metro und Schlecker. Bei den Pulvern gibt es aber auch drei „befriedigende“; das sind Sunil aktiv, Spee Megaperls und Kaiser’s/A & P. Flüssigwaschmittel dagegen sind den Pulvern allesamt unterlegen: Kein einziges wäscht „gut“ (siehe Testtabelle).

Bei starken Flecken: Besser 60 Grad

Schmutz zu entfernen, ist für Pulver selten ein Problem. Erst bei der Fleckentfernung zeigen sich Unterschiede. Nur die Pulver von Lidl und Schlecker wirken gegen leicht entfernbare Flecken auch schon bei textilschonenden und energiesparenden 30 Grad Celsius knapp „gut“. Das zeugt von wirksamen Enzymen, die Eiweiß, Stärke und Fett gut aufspalten können. Schwierige Flecken wie Rotwein oder Currysoße entfernen aber auch sie nicht bei 30 Grad. Das liegt daran, dass die dafür nötigen Bleichstoffe erst bei höheren Temperaturen wirksam werden. Selbst bei 40 Grad entfernt kein Mittel hartnäckige Flecken vollständig. Das gelingt erst bei 60 Grad, und auch nur den besten. Mit leichten Flecken werden aber fast alle Pulver bei 60 Grad fertig.

Flüssige: Ariel, Persil, Rewe schwach

Ganz anders die Flüssigwaschmittel. Weder in der allgemeinen Schmutzentfernung noch in der Fleckentfernung konnten sie überzeugen, nicht bei 60 und schon gar nicht bei 30 Grad. Die Flüssigen von Persil und Ariel gehören mit Rewe sogar zu den schlechtesten Mitteln im Test, ihre Waschwirkung ist nur „ausreichend“. Bei Ariel und Rewe kommt hinzu, dass die Wäsche deutlich vergraut. Das liegt daran, dass die von den Fasern gelösten Schmutzpartikel nicht im Waschwasser in der Schwebe gehalten und abtransportiert werden, sondern sich wieder fein im Gewebe verteilen. In Pulvern wird das von Hilfsstoffen verhindert. Da die Stoffe pulverförmig sind, ist ihr Einsatz in Flüssigkeiten schwierig. Einmal vergraute Wäsche bekommt man nicht wieder weiß.

Für Buntes: Besser Colorwaschmittel

Flüssigwaschmittel enthalten im Unterschied zu Pulvern auch keine Bleichstoffe, die den Vergrauungseffekt eine Weile kaschieren können. Das hat aber auch Vorteile: Flüssige gehen allesamt schonender mit Farben um als Pulver. Denn die Weißmacher in Pulvern bekämpfen nicht nur farbige Flecken, sondern auch die Farben der Textilien. Solange man nur Weißes wäscht, ist das kein Problem. Doch oft nehmen Verbraucher Vollwaschmittel auch für Buntwäsche. Und da kann es mit der Zeit zu erstaunlichen Farbverschiebungen kommen, zumal Vollwaschmittel auch optische Aufheller enthalten, die vor allem Pastelltöne verändern. Besser ist für Buntes Colorwaschmittel. Hier sind die Pulver den Flüssigen übrigens auch überlegen.

Neben der Bleiche fehlen den Flüssigwaschmitteln auch Zeolithe. Sie enthärten das Wasser und beugen so dem Verkalken der Maschine vor. Außerdem trägt weiches Wasser den Schmutz besser. Da Zeolithe ebenfalls nur pulverförmig einsetzbar sind, werden Flüssigwaschmitteln mehr Tenside zugesetzt, um das Wasser weicher zu machen. So gut wie mit Zeolithen klappt das allerdings nicht, was der Hauptgrund für das beständig schlechtere Abschneiden der Flüssigen im Vergleich zu den Pulvern ist.

Einen Vorteil hat allerdings auch die zeolithfreie Lösung: Es bleiben keine Pulverrückstände auf der Wäsche, wenn die Maschine nicht richtig spült. Denn bei diesen Rückständen handelt es sich meist um die unlöslichen Zeolithe.

Da Flüssigmittel mehr Tenside enthalten, belasten sie die Kläranlagen mehr als Pulver. Vor allem Schlecker fällt hier negativ auf. Ausge­rechnet dieses Flüssige hat zudem eine so schlechte Dosieranleitung, dass es leicht zu Überdosierungen kommt. Insgesamt aber stellen die Waschmittel für das Abwassersystem kein großes Problem dar – obschon allein die Menge eine Umweltlast ist. 325 000 Tonnen Vollwaschmittel verbrauchen die Deutschen jedes Jahr. Je weniger an Chemie drin ist, desto besser.

Waschnüsse versprechen da, eine natürliche Alternative zu sein. Die Früchte des asiatischen Waschnussbaums enthalten Seifenstoffe, die Schmutz lösen können. Sie werden daher als nachwachsendes Naturwaschmittel verkauft, besonders schonend für Mensch und Umwelt. Bei der Waschkraft können die Waschnüsse allerdings nicht mithalten (siehe „Besonderheit“). Auch wenn mittlerweile Baukastensysteme angeboten werden, um sie mit Enthärtern, Fleckensalz und Bleichmitteln zu kombinieren – an die Reinigungsqualität eines synthetischen Vollwaschmittels reichen Waschnüsse bei weitem nicht heran.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2100 Nutzer finden das hilfreich.