Wer einen Treuhänder zum Abschluss eines Kreditvertrags bevollmächtigt, muss den so zustande gekommenen Kredit abzahlen. Das gilt nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) auch dann, wenn bei Erteilen der Vollmacht die Kreditbedingungen nicht festgelegt werden (Az. XI ZR 40/00).

Zu entscheiden hatte der BGH den Fall eines Paares, das ein unrentables Studentenapartment gekauft hatte. Die beiden hatten einer Steuerberatungsfirma eine notarielle Vollmacht erteilt, die dann unter anderem Kreditverträge für das Paar abschloss. Als sie den Fehlkauf durchschauten, wollten die Anleger aus dem Kreditvertrag heraus und beriefen sich dabei auf das Verbraucherkreditgesetz. Das legt fest, dass den Kunden beim Abschluss von Kreditverträgen Details wie etwa der Effektivzinssatz unmissverständlich genannt werden müssen. Da dies bei Erteilen der Vollmacht nicht geschehen war, focht das Paar die Kreditverträge an.

Zu Unrecht, wie der BGH feststellte. Auf Details komme es nicht bei Erteilen der Vollmacht, sondern erst bei Abschluss der Kreditverträge an. Da der Treuhänder jedoch informiert wurde, mussten die Anleger die Verträge gelten lassen. Der BGH betonte, dass das Verbraucherkreditgesetz nicht vor den Risiken einer Vollmacht schützen solle.

Dieser Artikel ist hilfreich. 387 Nutzer finden das hilfreich.